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Friday, October 30, 2026

Midterms – Was bedeuten die Wahlen in den USA für die Schweizer Wirtschaft?

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Schock, Wut, Verunsicherung und Erleichterung: So kann rückblickend die Stimmung in Schweizer Unternehmen nach dem Zollhammer der US-Regierung umschrieben werden. Im Sommer 2025 hat Präsident Donald Trump Zölle von 39 Prozent auf Schweizer Produkte angekündigt und dies später rückgängig gemacht.

Nun beginnt politisch ein neues Kapitel. Die Republikaner dürften bei den anstehenden Wahlen im Parlament die Mehrheit verlieren. Wer nun erwartet, dass die Schweizer Wirtschaft von den Umwälzungen profitieren könnte, dürfte enttäuscht werden. Auch wenn US-Präsident Donald Trump vom Kongress und vom Senat mehr Gegenwind erhalten sollte, ändert sich für die Schweizer Wirtschaft nichts Grundlegendes, so zumindest die Meinung von Expertinnen und Ökonomen.

Der Präsident macht die Aussenpolitik

«Der US-Wahlgang wird kaum substanziellen Einfluss auf die Schweizer Wirtschaft haben. Die Aussenpolitik liegt immer noch beim Präsidenten», schreibt Karsten Junius, Chefökonom bei der Bank J. Safra Sarasin, auf Anfrage von SRF.

Trump wird weiterhin über Executive Orders agieren.

Zur gleichen Schlussfolgerung gelangt die UBS: «Aussenpolitisch kann der Kongress den Präsidenten nicht unmittelbar kontrollieren. Trump wird weiterhin über Executive Orders agieren», schreibt Daniel Kalt, Chefökonom bei der UBS. Der Kongress könne den Präsidenten nur innenpolitisch spürbar einschränken, so Kalt weiter.

Die Experten stellen eine Diskrepanz zwischen dem Lärm in der Politik und der Realität fest. So sei nach all den Diskussionen und Ankündigungen der Eindruck entstanden, dass die USA die Zölle allgemein erhöht hätten, selbst in den vergangenen Monaten. Tatsächlich sei das Gegenteil der Fall, sagt Karsten Junius.

Die durchschnittlichen Zölle der USA gegenüber allen Handelspartnern seien auf aktuell 6.6 Prozent gefallen – im Vergleich zu 11 Prozent im vergangenen Jahr. «Auch wenn wir an den Finanzmärkten gerne über politische Themen reden, wichtig sind letztlich die Unternehmenszahlen und die wirtschaftliche Realität», ergänzt der Sarasin-Chefökonom.

Der Dachverband der Schweizer Wirtschaft wiederum zieht ein ernüchterndes Fazit: «Wir beobachten mit Sorge, dass in vielen Ländern die Polarisierung zunimmt – sei das in Europa, Brasilien oder in den USA», sagt Rudolf Minsch, Leiter Wirtschaftspolitik bei Economiesuisse. In den USA bleibe das auch nach den Zwischenwahlen so. Die grossen Machtblöcke würden kaum miteinander reden. Die Unsicherheit bleibe, und das sei für die Schweizer Firmen eine Belastung.

Hoffen auf konstruktiven Umgang

Auch wenn Donald Trump die Handelspolitik weiter bestimmt, hoffen die befragten Experten zumindest auf versöhnlichere Töne. «Es könnte zu einem etwas konstruktiverem Umgang auf der einen oder anderen Arbeitsebene kommen», sagt Karsten Junius.

Person von hinten auf einer Bühne mit mehreren starken Lichtern und Telepromptern.
Legende: Keine Zeit für neue Zölle: US-Präsident Donald Trump ist mit den Zwischenwahlen beschäftigt, hier bei einem Auftritt in Texas. KEYSTONE / AP Photo / Alex Brandon

Tatsächlich war der Handel zwischen der Schweiz und den USA in der zweiten Amtszeit von Donald Trump von einem starken Auf und Ab geprägt, mit starken monatlichen Schwankungen. Einen Spitzenwert erreichten die Exporte im Januar 2025 mit einem Volumen von 20 Milliarden Dollar.

Aus Angst vor Zöllen haben Schweizer Firmen damals rasch ihre Lager in den USA gefüllt und auch die Goldlieferungen nahmen sprunghaft zu. Seit einem Jahr haben die monatlichen Schwankungen nachgelassen – was auf eine Normalisierung der Handelspolitik hindeutet.

Die Schweiz und die USA haben eine gemeinsame Absichtserklärung unterzeichnet. «Für uns ist wichtig, dass die Schweizer Firmen nicht diskriminiert werden», betont Minsch von Economiesuisse.

Wie reagiert der Dollar auf die Wahlen?

Einen kurzfristigen Effekt könnten die Zwischenwahlen auf den Dollar haben. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass solche Kursschwankungen von kurzer Dauer sind.

Der Dollar erreichte zu Jahresbeginn mit dem Krieg im Iran einen Tiefpunkt und kostete im Februar weniger als 77 Rappen.

Inzwischen ist der Kurs auf über 82 Rappen geklettert. Entscheidend für den Dollar sind nicht die Zwischenwahlen, sondern der weitere Verlauf im Irankrieg sowie die wirtschaftliche Entwicklung und die Inflation.

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