Ermittler finden «Mein Kampf» in Attentäter-Wohnung

- Nach dem mutmasslich rassistischen Anschlag bei Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben Ermittler «Mein Kampf» gefunden.
- Der Verdächtige Kevin T. gab laut «Le Monde» an, aus «Rache für die Ladenbesitzer» gezielt «Schwarze und Araber» ausgesucht zu haben.
- In seiner Wohnung entdeckten die Ermittler zudem eine Sprengvorrichtung aus drei Gasflaschen, die entschärft wurde.
Nach dem offenbar rassistisch motivierten Anschlag im Grossraum Paris mit einem Toten und fünf Verletzten haben die Ermittler in der Wohnung des mutmasslichen Angreifers eine Ausgabe von Adolf Hitlers «Mein Kampf» gefunden. Auch eine Bibel und ein Koran wurden in der Wohnung gefunden.
«Le Monde» hat aus Ermittlerkreisen erfahren, dass der gefasste Verdächtige angegeben hatte, die Tat aus «Rache für die Ladenbesitzer» begangen zu haben. Er wolle damit auf die Plünderungen und Zerstörung von Geschäften reagiert haben. Er soll auch angegeben haben, gezielt «Schwarze und Araber» ausgesucht zu haben.
Bücher und Gasflaschen
Der Polizeigewahrsam des Beschuldigten wurde am Samstag nach einem ersten Verhör verlängert. Bei Terrorermittlungen können Verdächtige 96 Stunden lang im Polizeigewahrsam festgehalten werden, bevor sie einem Richter vorgeführt werden müssen. Vier Menschen aus dem Umfeld des Beschuldigten – darunter sein Vater und seine Mutter – wurden für Befragungen ebenfalls in Polizeigewahrsam genommen.
Bei der Hausdurchsuchung fanden die Ermittler eine Sprengvorrichtung aus drei Gasflaschen vor. Ein Expertenteam konnte sie entschärfen. In der Wohnung wurden Berichten zufolge eine Bibel und ein Koran gefunden sowie ein Exemplar von Hitlers Buch «Mein Kampf».
Die Auswertung der Computergeräte von Kevin T. soll nun klären, ob der Verdächtige Verbindungen zu rechtsextremen Gruppen hatte. Quellen aus dem Umfeld der Ermittlungen beschreiben ihn als Einzelgänger.
Macrons fragwürdige Wortwahl
Am Freitag sprach der französische Präsident Emmanuel Macron von einem «Wendepunkt» in der französischen Gesellschaft, weil «zum ersten Mal unsere Kinder aufgrund ihrer Religion und ihrer Hautfarbe getötet worden waren». Dies stiess in weiten Teilen der Bevölkerung auf Unverständnis.
In einem X-Post musste Macron deshalb seine Aussage spezifizieren. «Ich möchte auch an eine grundlegende Wahrheit erinnern und jegliche Kontroverse vermeiden: In den letzten Jahren gab es in unserem Land Anschläge, die sich gegen Christen richteten, weil sie Christen waren, und gegen Juden, weil sie Juden waren. Keines dieser Opfer darf in Vergessenheit geraten. Kein Leid darf über ein anderes gestellt werden.»
Trauerst du oder trauert jemand, den du kennst?
Hier findest du Hilfe:
Seelsorge.net, Angebot der reformierten und katholischen Kirchen
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Pro Senectute, Beratung älterer Menschen in schwierigen Lebenssituationen
Simon Misteli (sim), Jahrgang 1995, arbeitet seit 2024 als Redaktor am Newsdesk. Dabei schreibt er über verschiedenste Themen mit einem Fokus auf Auslandsgeschichten.
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