Neue Trainerin in Zürich – Voss-Tecklenburg kommt mit klaren Zielen und «viel Lust» zum FCZ

Aus einer Vielzahl an Angeboten entschied sich Martina Voss-Tecklenburg für den FC Zürich. Der Posten als Cheftrainerin reizte sie aus mehreren Gründen:
- Das Projekt: «Der FC Zürich hat den Schweizer Frauenfussball lange dominiert. Jetzt ist die Liga ausgeglichener. Wir wollen mit der Entwicklung von Spielerinnen ein Projekt anschieben, bei dem wir in der Lage sind, um Titel zu spielen. Das bedeutet nicht, dass man Spielerinnen von auswärts holen muss, sondern man sagt: ‹Wir haben so viele Talente in der Schweiz, das wollen wir zeigen.›»
- Die Nähe zur Familie: «Ich bin ein Familienmensch. Es gab auch andere Angebote aus Asien oder Mexiko, aber ich sagte, es muss zu meiner Lebenssituation passen. Das bedeutet für mich einfach, dass ich nicht ganz so weit weg bin von meiner Familie. Es gibt hier die Möglichkeit, auch mal schnell nach Hause zu gehen, wenn das notwendig ist oder ich das für mein Gefühl brauche.»
Die Vorfreude auf die Rückkehr auf die Trainerbank nach rund drei Jahren ist bei der nahe an der niederländischen Grenze wohnhaften Voss-Tecklenburg gross. Die ehemalige Nationaltrainerin der Schweiz und Deutschlands hatte seit ihrem Aus beim DFB pausiert. Wieder in der Schweiz zu arbeiten, habe sie sich stets vorstellen können: «Ich trage die Schweiz immer noch im Herzen.»
Das Zürcher Derby in der Women's Super League zwischen GC und dem FCZ sehen Sie am Freitag ab 18:50 Uhr live im kommentierten SRF-Stream.
«Miteinander» im Zentrum
Ihre erste Aufgabe nach ihrer Ankunft während der Saison wird es nun sein, alles kennenzulernen: «Ich will spüren, wie die Abläufe sind, welche Identität das Team hat. Ich weiss, wofür ich stehe, und das werde ich den Spielerinnen vermitteln.» Wenn man diese Vorstellungen zueinander bringe, dann wolle sie einen tollen, attraktiven und mutigen Fussball spielen lassen. «Da habe ich einfach Lust drauf.»
Ich möchte vor allen Dingen ein Miteinander, in dem man sich wohlfühlt und vertrauensvoll auch Dinge ansprechen darf.
Voss-Tecklenburg spricht mehrmals von einem «Miteinander». Sie sei ein Teamplayer, der Verantwortung teilen und auch abgeben möchte. Spielerinnen sollen viel Handlungskompetenz entwickeln. «Vor allen Dingen möchte ich aber ein Miteinander, in dem man sich wohlfühlt und vertrauensvoll auch Dinge ansprechen darf», sagt die 58-Jährige.
Höchstleistungen seien nur möglich, wenn «Vertrauen, Fehlertoleranz und Commitment» da sind. «Das möchte ich generieren, dafür möchte ich stehen.»
Auf dem aktuellen Erfolg aufbauen
Auch betreffend ihrer Ziele hat Voss-Tecklenburg zumindest kurzfristig klare Vorstellungen: «Ich will darauf aufbauen, wo das Team jetzt steht.» Nach 7 Runden liegt der FCZ in der Women's Super League noch ohne Niederlage auf dem 2. Platz. Das Team spiele bereits einen sehr energetischen Fussball, «es macht es gerade richtig gut».
Einige Komponenten möchte die Trainerin im Angriffsspiel im letzten Drittel noch reinbringen. Der Fokus liege jetzt aber darauf, reinzukommen und bis im November zu sehen, wie weit sie mit dem Team kommen kann. «Klar ist: Wir wollen eigentlich jedes Spiel gewinnen.»
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