«Wahnsinn, bist denn du org»: Österreicher geraten in Adria-Sturm

- Zwei österreichische Touristen haben ihre Fährfahrt von der kroatischen Insel Rab bei Sturm gefilmt.
- Die Bora legt seit Tagen den Verkehr an der Küste lahm, Rab war zeitweise vom Festland abgeschnitten.
- Inzwischen beruhigt sich die Lage: Am Donnerstag ist es an der Adria überwiegend sonnig und mild.
Zwei österreichische Touristen haben ihre Überfahrt von der kroatischen Insel Rab aufs Festland gefilmt – mitten in orkanartigen Böen. Der lokale Sender Radio Rab veröffentlichte das Video auf Facebook.
«Wahnsinn, bist denn du org», ist einer der beiden auf den Aufnahmen zu hören, während die Fähre der Reederei Rapska plovidba durch die aufgewühlte See stampft.
Die Fahrt fand am Montag statt. Trotz des Sturms erreichte das Schiff sein Ziel sicher. Nach der Ankunft bedankten sich die beiden – laut Radio Rab heissen sie Sanne und Kurt – ausdrücklich bei Kapitän und Mannschaft. Der Sender nennt es die «Fahrt ihres Lebens».
Rab war zeitweise abgeschnitten
Die meisten hatten weniger Glück. Seit Tagen legt die Bora den Verkehr an der kroatischen Küste lahm. Rab war zeitweise komplett vom Festland abgeschnitten: Beide Fährlinien und die Katamaranverbindung waren eingestellt.
Was ist die Bora?
Die Bora ist ein kalter, trockener und böiger Fallwind an der Adriaküste, vor allem in Kroatien, Slowenien und um Triest. Sie entsteht, wenn kalte Luft aus dem Landesinnern über Küstengebirge wie den Velebit strömt und zum wärmeren Meer hinabstürzt. Besonders im Winter bringt sie heftige Böen, teils über 200 km/h. Sie sorgt für klare Sicht, kann aber Brücken und Strassen sperren und den Schiffsverkehr stoppen. Der Name stammt vom griechischen «Boreas», dem Gott des Nordwinds.
Betroffen waren auch die Linien Prizna–Žigljen und Ploče–Trpanj sowie mehrere Katamarane, darunter Novalja–Rab–Rijeka und Mali Lošinj–Cres–Rijeka. An Land wurde die Brücke nach Pag gesperrt, auf der Autobahn A1 und der Küstenstrasse Jadranska magistrala galten Einschränkungen für hohe Fahrzeuge.
Der kroatische Wetterdienst DHMZ hatte für den Velebit-Kanal sowie die Gespanschaften Lika-Senj und Zadar die orange Warnstufe ausgegeben. In der nördlichen Adria wurden Böen von bis zu 60 Knoten erwartet, rund 111 km/h. Unterhalb des Velebit-Gebirges waren es bis zu 75 Knoten – etwa 139 km/h.
Jetzt beruhigt sich die Lage
Inzwischen hat sich das Wetter gedreht. Am Donnerstag ist es an der Adria überwiegend sonnig. In Dalmatien weht am Morgen noch mässige bis starke Bora, am Velebit stürmische. Tagsüber dreht der Wind auf Nordwest und lässt nach.
Mild ist es ohnehin: An der Küste werden 14 bis 17 Grad erreicht, das Wasser hat in Dalmatien noch 17 bis 20 Grad. Im Landesinnern bleibt es mit 8 bis 10 Grad deutlich kühler.
Freitag und Samstag bleiben sonnig, die Bora schwächt sich weiter ab. Am Sonntag ziehen dann im Norden und in der Mitte der Adria mehr Wolken auf, örtlich fällt Regen. Statt der kalten Bora weht dann mässiger Jugo – der warme Südwind. Im Landesinnern gibt es am Morgen lokal leichten Frost.
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Konstantin Furrer (fur) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Seit 2022 Newsdesk-Leiter, daneben Blattmacher und Mitglied der Redaktionsleitung.
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