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Sunday, November 8, 2026

Polen – Schüsse in Krakau – Justiz ermittelt wegen Terrorismus

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Das ist passiert: Am Samstagnachmittag hat ein Mann im Zentrum der polnischen Stadt Krakau aus einem Auto geschossen und mindestens sechs Personen getötet. Weitere 16 Personen wurden verletzt – zwölf davon schwer. Später fand man im Haus des mutmasslichen Täters drei weitere Tote. Krakau ist mit mehr als 800'000 Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrösste Stadt Polens. Sie gilt als beliebtes Ziel für Touristen aus aller Welt.

Die Opfer: Nach Angaben der Polizei wurden auf dem Hauptplatz Krakaus vier Frauen und zwei Männer getötet. Zwölf der 16 Verletzten befinden sich demnach in kritischem oder lebensgefährlichem Zustand. Ein Sprecher teilte mit, dass sich unter den Verletzten auch Personen aus Deutschland, Österreich, Portugal, Russland und Grossbritannien befinden. Auch zwei Polizisten seien unter den Verletzten. Später wurden im Wohnhaus des mutmasslichen Täters drei weitere Tote – zwei Frauen und ein Mann – aufgefunden. Dabei handle es sich laut Polizeiangaben um die Eltern und die Schwester des Mannes. Darüber berichtete der polnische Rundfunksender RMF FM unter Berufung auf den Sprecher der polnischen Polizeizentrale in Warschau.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) gab der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage bekannt, dass die Schweizer Botschaft in Polen in Kontakt mit den zuständigen Behörden stehe. Sie habe keine Kenntnis von Schweizerinnen oder Schweizern unter den Opfern.

Der Täter: Bei dem mutmasslichen Schützen handelt es sich gemäss Polizei um einen polnischen Staatsbürger Mitte 20. Die Nachrichtenagentur PAP berichtete, dass der Mann bei seiner Flucht an einer Kreuzung mit einem anderen Auto zusammengestossen sei. Er sei daraufhin aus dem Fahrzeug gesprungen und habe auf die Einsatzkräfte geschossen – diese hätten das Feuer erwidert. Die Polizei bestätigte, den Mann angeschossen und in ein Spital gebracht zu haben. Zugleich dementierte sie Berichte über eine Fahndung nach einem möglichen zweiten Täter – sie geht von einem Einzeltäter aus. Der Mann befindet sich laut dem polnischen Innenminister Marcin Kierwinski in einem lebensgefährlichen Zustand.

Nach Polizeiangaben verwendete der mutmassliche Täter eine Waffe, ähnlich einem Sturmgewehr vom amerikanischen Typ AR‑15. Die Agentur PAP berichtete anhand von Fotos, dass die Waffe mit einer optischen Visierung zur präziseren Schussabgabe ausgestattet gewesen sei. Der Täter habe zudem eine Pistole bei sich geführt und militärähnliche Kleidung getragen.

Viele weitere Waffen und Munition aus seinem Auto seien sichergestellt worden, sagte eine Polizeisprecherin.

Weil der Verdacht bestand, dass sich Sprengsätze im Wohnhaus des Mannes befinden könnten, machten die Einsatzkräfte mithilfe von Drohnen Aufnahmen.

Das Motiv: Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen einer terroristischen Straftat. Das meldete die Nachrichtenagentur PAP am Sonntag unter Berufung auf die Behörde. Es gehe um die Tötung von sechs Personen und den versuchten Mord an zahlreichen weiteren Personen, darunter Polizeibeamte. Der mutmassliche Schütze soll «sehr radikale Ansichten» vertreten haben, wie zuvor der polnische Innenminister Marcin Kierwinski auf einer Pressekonferenz sagte. Es gebe Anzeichen dafür, dass der Mann von rechtsextremistischen Ideologien fasziniert gewesen sei, auch wenn dies noch näher überprüft werden müsse.

Nach Schüssen: Ein Teil der Altstadt von Krakau ist abgesperrt

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  • Bild 1 von 7. Bildquelle: Keystone/Art Service.

    Eine Person in orangefarbener Einsatzkleidung läuft über einen abgesperrten Platz mit historischen Gebäuden.
  • Bild 2 von 7. Bildquelle: Reuters/Jakub Porzycki.

  • Bild 3 von 7. Bildquelle: Reuters/Jakub Włodek/Agencja Wyborcza.

  • Bild 4 von 7. Bildquelle: Keystone/Art Service.

  • Bild 5 von 7. Bildquelle: Reuters/Jakub Porzycki.

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  • Bild 7 von 7. Bildquelle: Reuters/Jakub Włodek/Agencja Wyborcza.

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Die Reaktionen: Regierungschef Donald Tusk und der polnische Innenminister Marcin Kierwinski machten sich auf den Weg nach Krakau. Tusk teilte mit, dass er laufend über die Lage nach der «tragischen Schiesserei» informiert werde. «Die Polizei untersucht die Hintergründe und alle Umstände des Vorfalls», schrieb der liberalkonservative Politiker auf der Plattform X. Polens Staatspräsident Karol Nawrocki kündigte für Sonntag und Montag eine landesweite Staatstrauer an.

SRF 4 News, 07.11.2026, 17 Uhr ;  Agenturen/spic/lehl/lin/busr/stol

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