Treffen in Atlanta: G20-Außenminister finden keine gemeinsame Sprache
Treffen in Atlanta Tiefe Gräben am G20-Tisch
Stand: 31.10.2026 • 17:54 Uhr
Zwei Tage lang haben die G20-Außenminister in Atlanta über internationale Krisen beraten. Es ging dabei vor allem um die Folgen für die Weltwirtschaft. Überlagert wurde das Treffen von Spannungen - vor allem mit Russland.
Keine gemeinsame Abschlusserklärung, kein Gruppenfoto: Die Außenminister der 20 wichtigen Handelsnationen der Welt finden keine einheitliche Sprache. Zwischen den Staaten in der G20-Runde wurden in Atlanta wieder einmal tiefe Gräben sichtbar.
Als Gemeinsamkeit macht der deutsche Außenminister Johann Wadephul immerhin aus, dass den Teilnehmenden der Ernst der Lage bewusst sei: "Alle merken, alle wissen, dass die Welt in einer außerordentlich kritischen Situation ist und dass es unsere Aufgabe hier ist, alles zu versuchen, Konflikte und Krisen zu entschärfen."
Viele Konflikte sind aber derzeit nicht überbrückbar - besonders mit Russland, welches durch Außenminister Sergej Lawrow vertreten war. Er saß regulär mit am großen G20-Tisch. Im Konferenzraum präsent ist die russische Flagge neben denen der übrigen Staaten und die Frage: Wie umgehen mit einem Staat, der seinen Nachbarn überfallen hat und den Deutschland und seine Partner als Bedrohung sehen?
Lawrows Seitenhiebe
Wadephuls Linie: das Gespräch nicht verweigern. Und gleichzeitig Russland hart kritisieren. In der Hoffnung auf zumindest kleine Erfolge sagte Wadephul im ZDF-Interview: "Wir werden den Ukraine-Konflikt nicht insgesamt lösen, aber wir müssen es ermöglichen, dass aus der Ukraine und aus Russland Getreide in den globalen Süden transportiert werden kann." Den Punkt hätten auch viele andere Teilnehmer deutlich gemacht.
Doch es bleibt bei solchen Forderungen, konkrete Bewegung gibt es nicht. Im Gegenteil: Der russische Außenminister Lawrow schimpfte in einer Pressekonferenz nicht nur auf Deutschland und die Europäer. Er sieht laut eigener Aussage auch im Verhältnis zu den USA in der Praxis keine Fortschritte - trotz der Annäherungsversuche von Donald Trump an Russland.
Wie wird das Treffen im Dezember?
Immer wieder wurde deutlich, dass es dem G20-Gastgeber USA weniger um die politischen Konflikte geht als darum, dass die Geschäfte laufen. Das äußerte auch Außenminister Marco Rubio: "Die wirtschaftlichen Herausforderungen, vor denen unsere Länder stehen, sind komplex und miteinander verknüpft. Da wir alle mit diesen Herausforderungen konfrontiert sind, müssen wir auch gemeinsam daran arbeiten, sie zu bewältigen."
Darum wird es auch gehen, wenn die Staats- und Regierungschefs der G20 Mitte Dezember zusammenkommen. Donald Trump hat sie in sein Golfresort nach Miami eingeladen - auch den russischen Präsidenten. Ob Wladimir Putin wirklich teilnimmt, ist aber offen.
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