Diese orange Boxen bieten Gewaltopfern diskreten Weg zur Hilfe

- Im Tessin werden orangefarbene Briefkästen («Cassette Arancioni») für Gewaltopfer aufgestellt.
- Betroffene können anonym einen Zettel mit ihren Angaben einwerfen, damit die Initiative «Mi-ti-ci Against Abuse» Kontakt aufnimmt.
- Die Boxen werden an zentralen Orten wie vor Apotheken und Supermärkten platziert, wo Frauen sich unbeobachtet bewegen können.
Am Donnerstag wurden in Losone die «Cassette Arancioni» – orangefarbene Briefkästen – vorgestellt. Nach Angaben von «Ticinonews» sollen die Boxen der Initiative «Mi-ti-ci Against Abuse» in den kommenden Wochen im gesamten Kanton Tessin aufgestellt werden.
Die Briefkästen dienen Menschen, die Opfer von Gewalt sind oder sich in einer Notlage befinden, als erster diskreter und sicherer Kontaktweg. Betroffene können einen Zettel mit den verfügbaren Angaben einwerfen – etwa Vor- und Nachname, Adresse sowie gegebenenfalls Ort oder Uhrzeit für einen Rückruf. So kann die Hilfsorganisation Kontakt aufnehmen und Unterstützung organisieren, erklärt der Vorsitzende des ehrenamtlichen Vereins Manga.
Opfer werden oft von Partnern kontrolliert
Besonders Opfer häuslicher Gewalt stünden oft unter der Kontrolle ihrer Peiniger: Handys und Tagesabläufe würden von den Partnern überwacht. Deshalb werden die Boxen an zentralen Orten in Tessiner Ortschaften aufgestellt, etwa vor Gemeindeverwaltungen, Spitälern, Schulen und Supermärkten. «Sie werden dort platziert, wo eine Frau sich voraussichtlich allein und unbeobachtet bewegen kann.»
«Wir dürfen und können nicht wegsehen. Das Projekt soll ein starkes Signal an die Opfer sein: Sie sind nicht allein, und es ist möglich, der Gewalt zu entkommen», erklärte der Präsident des Vereins MI-ti-ci Against Abuse gegenüber «Tio Online».
Wie «Ticino News» weiter schreibt, begleitet der Verein Opfer auch zu Gerichtsterminen oder bei Besuchen ihrer Kinder und hilft bei der Rückholung persönlicher Gegenstände. Dabei arbeitet er häufig mit der Abteilung für häusliche Gewalt der Tessiner Kantonspolizei zusammen. Mitfinanziert wurde das Projekt von der Hilfsorganisation «Una Goccia nel Mare».
Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?
Hier findest du Hilfe:
Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche
Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147
Karin Leuthold (kle), Jahrgang 1968, arbeitet seit 2005 für 20 Minuten und ist derzeit am Newsdesk tätig.
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