Ski-Österreicher leisten sich teures Eigentor

Ausrüster gehen auf die Barrikaden
Ski-Österreicher leisten sich teures Eigentor
Bei den Olympischen Spielen in Bormio konnte Marco Schwarz aufgrund der Regel-Unkenntnis seiner Chefs nicht in der Abfahrt starten. Nun haben die Österreicher einen weiteren strategischen Fauxpas begangen.
Publiziert: 01.10.2026 um 17:03 Uhr
Aktualisiert: 01.10.2026 um 15:03 Uhr
Marcel W. PerrenReporter Sport
Rund drei Wochen vor dem Weltcup-Auftakt in Sölden stehen die Österreicher ziemlich deppert da! In diesem Fall ist die fehlende Weitsicht der sportlichen Leitung des Austria-Ski-Teams ausschlaggebend, weshalb vor allem die Ausrüster von Kriechmayr, Hemetsberger und Co. auf die Barrikaden gehen.
Was ist genau passiert? Die ÖSV-Abfahrer weilten von Mitte August bis zur vorletzten Woche im Schneetraining im chilenischen Portillo. Da man fest davon ausgegangen war, dass das Training im Oktober auf dem Gletscher in Saas-Fee fortgesetzt werden könne, wurde das Material der Athleten und ihrer Servicemänner zurück in die Heimat transferiert.
Dumm nur, dass unsere Nachbarn kurz nach der Rückkehr in die Heimat feststellen mussten, dass ein ordentliches Training im Wallis aufgrund der hohen Herbsttemperaturen bis auf weiteres nicht möglich sein wird.
Teurer Materialtransport nach Südamerika
Deshalb haben die Österreicher entschieden, zu Beginn der kommenden Woche auf den südamerikanischen Schnee zurückzukehren. Und das stösst den Ausrüstern sauer auf, weil der Materialtransport der Athleten im Normalfall von ihnen und nicht vom Verband bezahlt werden muss. «Aktuell bezahlen wir für Überseeflüge pro Kilo über 15 Euro. Und jeder Abfahrer benötigt für ein Trainingscamp rund 250 Kilo Material», verrät Head-Rennchef Rainer Salzgeber.
Immerhin: Mittlerweile hat der ÖSV signalisiert, dass man sich an den Kosten beteiligen werde, damit nicht alles an den Ausrüstern hängen bleibt.
Wesentlich mehr Weitsicht hat diesbezüglich Swiss-Ski-Herrenchef Tom Stauffer an den Tag gelegt. Als seine Athleten am vergangenen Freitag nach einem rund dreiwöchigen Schnee-Camp in Chile die Heimreise angetreten hatten, hat Stauffer das Material in einer Cargo-Halle in Santiago de Chile einlagern lassen.
Bei Swiss-Ski ist der Entscheid gefallen: Man fliegt nicht nochmals
Wie Blick am Dienstag berichtete, hatten auch Stauffer und sein Speed-Chef Reto Nydegger in Erwägung gezogen, im Oktober für einen weiteren Trainingsblock nach ins Valle Nevado (Chile) zu reisen. Doch nun wird das Schwergepäck von Franjo von Allmen (25), Alexis Monney (26), Stefan Rogentin (32), Justin Murisier (34), Alessio Miggiano (24) und Lars Rösti (28) in die Schweiz zurückversendet. Tom Stauffer hat sich gegen einen neuerlichen Übersee-Trip entschieden, «weil die Wetterprognosen nicht wirklich gut sind.»
Es könnte also sein, dass Petrus die Österreicher bei ihrer zweiten Chile-Expedition erneut deppert aussehen lässt.
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