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Sunday, October 18, 2026

"Wir sind im Flow": Oppie als Symbol der neuen Konstanz

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Fünf Jahre war Louis Oppie für Hannover 96 aktiv. Beim 1:1 St. Paulis kehrte er an seine alte Wirkungsstätte zurück. Seinen ersten Assist im Pauli-Dress lieferte er gleich mit.

Starke Werte: St. Paulis Louis Oppie

Starke Werte: St. Paulis Louis Oppie IMAGO/Noah Wedel

Acht Spieltage hat die noch junge Zweitliga-Saison bislang gesehen. Acht Spieltage, an denen Louis Oppie immer zur Startelf von St. Pauli-Coach Marcel Rapp gehörte. Einmal ausgewechselt, stand der linke Schienenspieler sonst immer über die vollen 90 Minuten auf dem Platz. So auch bei seiner Rückkehr nach Hannover.

Fünf Jahre verbrachte Oppie in Niedersachsens Landeshauptstadt. Zuerst noch in der Jugend von 96 aktiv, stand der 24-Jährige anschließend zwei Jahre lang für die zweite Mannschaft Hannovers in der Regionalliga auf dem Spielfeld. Über die Station Arminia Bielefeld ging es dann nach Hamburg. "Ich habe hier fünf Jahre gelebt, fünf Jahre für den Verein gespielt. Natürlich ist das dann immer etwas Besonderes", sagte der gebürtige Berliner im Nachgang an die Partie.

Oppies starke Zahlen

In Hannover war Oppie offensiv einer der Aktivposten seines Teams, schlug einige gute Flanken und bereitete nicht zuletzt den Führungstreffer der Kiezkicker mustergültig vor. Auf der linken Seite freigespielt, servierte er Stürmer Abdoulie Ceesay eine punktgenaue Flanke - dieser musste nur noch den Kopf hinhalten. Auch sein Coach sprach nach dem Spiel von einem "richtig guten" Tor.

Zum Spiel

Darauf angesprochen, dass es in seinem zweiten Jahr beim Kiezklub seine erste Torvorlage gewesen ist, reagierte Oppie überrascht, fühlt sich damit aber in seiner aktuell guten Verfassung bestätigt: "Natürlich freut es mich, dass es dann jetzt mit dem Assist geklappt hat. Das gibt mir ein gutes Gefühl für die nächsten Wochen."

Diese gute Verfassung belegen auch die Zahlen und erklären, warum Trainer Rapp aktuell nicht auf den Linksfuß verzichten mag. Mit 133 angezogenen Sprints und einem Top-Speed von 35,88 km/h wird Oppie innerhalb des Teams nur von seinem Pendant auf der rechten Schiene, Arkadiusz Pyrka, übertroffen. Auf die gesamte 2. Liga geschaut, liegt Oppie damit auf Rang 4.

Bei der Laufleistung steht Oppie sogar mit großem Abstand auf Platz eins der mannschaftsinternen Liste: 92,43 Kilometer spulte er in dieser Saison insgesamt bereits ab; 11,65 Kilometer pro Spiel. Ligaweit bedeutet das Rang 11. Mit einer guten Zweikampfquote von 56 Prozent - somit über der Durchschnittsquote St. Paulis von 52 Prozent liegend - besticht Oppie zudem in den direkten Duellen.

Ein Sinnbild für die neue Konstanz

Diese Beständigkeit steht sinnbildlich für die neue Konstanz im Auftreten der Hamburger. Seit fünf Spielen ist der Bundesliga-Absteiger mittlerweile ungeschlagen, die letzte Niederlage gab es Ende August daheim gegen Kaiserslautern. Es war die bislang einzige in dieser Saison. Auswärts ist man noch gänzlich ungeschlagen. "Wir sind im Flow. Die Mannschaft passt gut zusammen", bestätigte Oppie die aktuell positive Stimmung im Verein.

Zwar ist nicht alles Gold, was glänzt - Platz 7 in der Tabelle und auch nur zwei Saisonsiege lassen St. Pauli nicht abheben oder mit großen Tönen das Thema einer möglichen Bundesliga-Rückkehr anschneiden. Auch gegen 96 wechselten sich stärkere Phasen immer wieder mit eher passiven Phasen ab, in denen das Team von Marcel Rapp sehr zurückgezogen agierte und der Drang nach vorne nur unscheinbar erkennbar war.

Louis Oppie (li.) ist vor Hannovers Husseyn Chakroun am Ball.

Louis Oppie (li.) ist vor Hannovers Husseyn Chakroun am Ball. IMAGO/STEINSIEK.CH

Gerade die erste Halbzeit war dafür ein Beispiel. Hannover war das aktivere Team, hatte mehr Ballbesitz und war im Spiel nach vorn deutlich präsenter. Doch St. Pauli hielt die Null - und erzielte kurz vor der Pause selbst das Führungstor. "Wir können aus dem Nichts Tore machen und stehen hinten stabil", formuliert Oppie das neue Selbstverständnis in der Mannschaft.

In der zweiten Halbzeit dann ein anderes Bild. Gerade nach Hannovers Ausgleich zeigte der Kiezklub, dass er es auch versteht, mit dem Ball das Spiel zu kontrollieren. Zwar wurde ein abermaliges Führungstor verpasst und man hätte es laut Oppie noch "besser, schneller spielen" können, jedoch ist die grundsätzliche positive Haltung ("Wir können Spiele auch dominieren") auf St. Pauli aktuell spürbar vorhanden.

Gefühl von "zwei verlorenen Punkten"

Denn was die letzten Wochen und auch das Spiel in Hannover zeigen: St. Pauli ist schwer zu schlagen - und hat sich nach dem schwierigen Saisonstart gefunden. Passend dazu sprach Oppie im Nachgang der Partie davon, in Hannover etwas liegenlassen zu haben: "Wir haben uns alle mehr vorgenommen". Den Schwung des 2:0-Siegs gegen Karlsruhe nach der langen Länderspielpause und des generellen guten Laufs der letzten Wochen habe man in Hannover noch effektiver umsetzen wollen. "Wir haben trotzdem nicht verloren, aber es fühlt sich eher nach zwei verlorenen Punkten an", bilanzierte Oppie deshalb.

Bereits am kommenden Freitag (18.30 Uhr, LIVE! Bei kicker) besteht für St. Pauli in einem weiteren Auswärts-Flutlichtspiel beim SV Darmstadt die Chance, die eigene Serie auszubauen. Oppie merkte man die Vorfreude bereits in Hannover an: "Wir müssen diese positive Stimmung jetzt einfach mitnehmen - ein Fluchtlichtspiel am Freitagabend ist immer geil."

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