Felssturz im Kanton Uri – Felsabbruch am Gross Ruchen löst riesige Staubwolke aus

- In der Nordwand des Gross Ruchen hat sich ein Felssturz ereignet.
- Am frühen Montagmorgen, kurz vor 4 Uhr, sind rund 2000 Kubikmeter Fels ins Tal gedonnert.
- Der Abbruch hat zu einer riesigen Staubwolke geführt, deren Spuren auch am Tag danach noch sichtbar sind.
Ereignet hat sich der Felssturz im Brunnital – einem Seitental des Urner Schächentals bei Unterschächen.
Die Absturzstelle liegt abseits des Siedlungsgebiets. Personen, Gebäude oder Infrastrukturanlagen kamen gemäss aktuellem Kenntnisstand nicht zu Schaden, heisst es in einer Medienmitteilung der Standeskanzlei Uri. Auch das Vieh, das den Sommer über auf einer dortigen Alp weidet, ist bereits früher ins Tal zurückgekehrt.
Allerdings blieb – weit über das betroffene Gebiet hinaus – eine Staubschicht zurück. «Die Staubwolke zog sich bis nach Altdorf», sagt André Bissig, Gemeindepräsident von Unterschächen, der am Montagnachmittag zusammen mit einem Geologen einen Erkundungsflug gemacht hat. «Der Heli-Pilot meinte sogar, man habe die Staubwolke bis nach Brunnen gespürt.»
Wenn man ein Foto macht, könnte man meinen, man habe den Schwarz-Weiss-Filter eingestellt.
Auch am Tag nach dem Felssturz kommt die Landschaft im Brunnital gräulich daher. «Wenn man ein Foto macht, könnte man meinen, man habe den Schwarz-Weiss-Filter eingestellt», sagt Bissig. «Das ist schon eindrücklich.» Autos und Fensterrahmen müssten nun vom Staub befreit werden, weitergehende Reinigungsmassnahmen seien aber keine geplant.
Der Felssturz sei unerwartet gekommen, sagt Bissig. Als Ursache dürfte die enorme Hitze des Sommers eine Rolle gespielt haben, die das Eis im Untergrund hat schmelzen lassen: «Laut dem Geologen dürfte der Permafrost aufgetaut sein, damit ging der ‹Leim› des Gesteins verloren.» Daher seien weitere Felsabbrüche möglich.
Die Behörden raten dringend davon ab, das Gebiet entlang des Hangfusses zu betreten oder die Ruchennordwand oder die Ruchenchälen zu besteigen.
Regionaljournal Zentralschweiz, 29.9.2026, 6:31 Uhr ; fise;stes;brus
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