Läuft das auf AlmaLinux? Ein Katalog soll Klarheit schaffen
AlmaLinux nimmt erstmals Anwendungen in sein Zertifizierungsprogramm auf. Ein neuer Katalog soll zeigen, welche Software und Hardware mit welchen AlmaLinux-Versionen geprüft wurde. Für die Hardwareprüfung gibt es zudem eine überarbeitete Testsuite: Ein Durchlauf dauert nach Angaben des Projekts auf den meisten Systemen weniger als zehn Minuten.
AlmaLinux ist eine freie, zu Red Hat Enterprise Linux (RHEL) kompatible Distribution für den Unternehmenseinsatz. Sie gehört zu den Alternativen zum früheren CentOS Linux. Nach Änderungen am Zugang zu den RHEL-Quellen hat sich das Projekt vom Anspruch verabschiedet, Red Hat Paket für Paket nachzubauen, will aber kompatibel bleiben.
Software: Angaben von Herstellern und Nutzern
Softwareanbieter können ihre Produkte im neuen Katalog eintragen und angeben, welche AlmaLinux-Versionen sie unterstützen. Nutzer können nach Anmeldung bestätigen, dass eine Anwendung auf ihrer Version funktioniert. Das erläutert das Projekt in seiner Ankündigung der Neuerungen.
Für Anwendungen gibt es keine automatische Testsuite wie für Hardware. Entscheidend ist deshalb, wer die Kompatibilität bestätigt hat: ein Community-Mitglied, der Hersteller oder die AlmaLinux OS Foundation. Ein Eintrag gilt jeweils für eine Hauptversion, etwa AlmaLinux 9, nicht automatisch auch für AlmaLinux 10. „Zertifizierung“ bedeutet hierbei Kompatibilität, keine Sicherheitsprüfung oder behördliche Zulassung. So beschreibt es auch das Zertifizierungsprogramm im Detail.
Hardwareprüfung ohne Installation
Für Hardware hat AlmaLinux seine Testsuite neu geschrieben. Das RPM-Paket alma-certify liegt im Extras-Repository und lässt sich mit dnf install alma-certify installieren. Alternativ startet die Prüfung von einem AlmaLinux-Live-System; auf dem zu prüfenden Rechner muss die Distribution also nicht dauerhaft installiert sein. Wer alma-certify ohne Argumente aufruft, wird durch die Auswahl der Prüfoptionen geführt.
Die Suite erfasst unter anderem Prozessoren, Arbeitsspeicher, Laufwerke, Netzwerk- und Grafikhardware sowie Firmware- und Treiberversionen. Benchmarks sind weiterhin möglich, laufen aber nicht mehr standardmäßig. Ergebnisse optionaler Leistungstests fließen in öffentliche Vergleichslisten ein.
Katalog macht Herkunft der Angaben sichtbar
Der AlmaLinux-Katalog führt Systeme, Komponenten und Software zusammen. Bei den Einträgen soll er kenntlich machen, ob die Angaben vom Hersteller, von der Foundation oder aus der Community stammen. Die Katalogdaten sind laut AlmaLinux auch über ein öffentlich lesbares API verfügbar.
Damit ist AlmaLinux nicht allein: Im Rocky-Linux-Umfeld betreibt der Dienstleister CIQ seit April 2026 mit C3 einen öffentlichen Kompatibilitätskatalog für Hard- und Software. Er unterscheidet ebenfalls zwischen Angaben aus der Community, einer Herstellerprüfung und einer formalen Zertifizierung durch CIQ.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.