Sterbehilfe, Anti-Chaoten: Darüber stimmen die Kantone ab

Abstimmungsticker
Sterbehilfe, Anti-Chaoten: Darüber stimmen die Kantone abAm Sonntag stimmt die Schweiz über diverse lokale und kantonale Vorlagen ab. Verfolge die spannendsten regionalen Abstimmungen hier im Ticker.
Darum gehts:
- Neben den nationalen Vorlagen zur Ernährungsinitiative und zur Neutralitätsinitiative finden am Sonntag auch in vielen Kantonen, Städten und Gemeinden Abstimmungen und Wahlen statt.
- In diesem Ticker findest du die wichtigsten Vorlagen und deren Ergebnisse vom Abstimmungssonntag.
- Die Resultate der nationalen Vorlagen findest du in diesem Abstimmungsticker.
Deine Meinung zählt
26.09.2026
Sa 17:48
Basel
Basel-Stadt: zwei Vorlagen
Anti-Chaoten-Initiative: Sie will unbewilligte Demonstrationen reduzieren und Verantwortlichen in bestimmten Fällen Polizeikosten und Schäden verrechnen. Regierung und Grosser Rat empfehlen Nein.
Sammlungszentrum-Initiative: Im Rundhofgebäude der Messe Basel sollen Depots und Werkstätten für das Historische Museum, das Staatsarchiv und die Universitätsbibliothek entstehen. Regierung und Grosser Rat empfehlen Nein – die Halle werde weiterhin für Messen benötigt und sei ungeeignet.
Basel-Landschaft: eine Vorlage mit Gegenvorschlag
«Fairer Kompromiss bei der Mehrwertabgabe»: Zur Abstimmung stehen die Gesetzesinitiative und der Gegenvorschlag des Landrats.
26.09.2026
Sa 17:32
Lehrpersonalgesetz und Patientengesetz
Im Kanton Zürich wird über zwei Vorlagen abgestimmt.
Lehrpersonalgesetz (LPG): Mehr Zeit für Lehrpersonen
Lehrpersonen sollen mehr Arbeitszeit für die Vorbereitung und Nachbereitung ihres Unterrichts angerechnet bekommen. Dazu kommen administrative Erleichterungen. Die Änderungen kosten jährlich zusätzlich 83 Millionen Franken.
Der Streitpunkt: Die Befürworter wollen die steigende Belastung der Lehrpersonen abfedern. Der Regierungsrat hält die Entlastung für sämtliche Lehrpersonen für zu teuer. Gegen die Vorlage haben unter anderem 102 Gemeinden das Referendum ergriffen.
Empfehlungen: Kantonsrat Ja, Regierungsrat Nein.
Patientinnen- und Patientengesetz und Gesundheitsgesetz: Assistierter Suizid – Auch private Heime und Spitäler sollen ihn zulassen müssen
Neu müssten alle Alters- und Pflegeheime sowie Spitäler und Reha-Kliniken assistierten Suizid in ihren Räumen erlauben. Psychiatrische Einrichtungen und Gefängnisse wären ausgenommen.
Die Befürworter wollen verhindern, dass Menschen für einen assistierten Suizid ihre Einrichtung verlassen müssen. Gegner sehen die Freiheit privater Heime eingeschränkt. Der Regierungsrat unterstützt die Ausweitung auf alle Pflegeheime, lehnt aber die Pflicht für Spitäler und Reha-Kliniken ab.
Abgestimmt wird über einen Gegenvorschlag; die ursprüngliche Initiative wurde zurückgezogen.
Empfehlungen: Kantonsrat Ja, Regierungsrat Nein.
24.09.2026
Donnerstag
Darüber stimmt die Stadt Zürich ab
Die Stadt Zürich stimmt am Sonntag über 5 Vorlagen ab.
Hochhaus-Debatte
In der Stadt Zürich entscheidet das Stimmvolk, nach welchen Regeln künftig Hochhäuser gebaut werden.
Entschädigungen des Gemeinderats
Im Februar 2025 lehnte das Stimmvolk eine Erhöhung der Entschädigung für Zürcher Gemeinderätinnen und Gemeinderäte von rund 16'000 auf 28'000 Franken pro Jahr ab. Nun kommt eine zweite Version vors Volk: Neu sind rund 20'800 Franken vorgesehen, unter anderem mit einer fixen Grundentschädigung von 500 Franken pro Monat und höheren Sitzungsgeldern.
80 Millionen für ÖV-Ringsystem
Die Stimmbevölkerung kann über einen Rahmenkredit von 80 Millionen Franken entscheiden. Das Geld fliesst in die Planung und Projektierung des ÖV‑Ringsystems sowie in betriebliche Optimierungen wie Dienstgleise und Wendeanlagen. Zudem sollen die 80 Millionen auch für neue Direktverbindungen verwendet werden.
Mehr Geld fürs Kunsthaus
Die Stadt Zürich soll ihre jährlichen Beiträge ans Kunsthaus um 7,3 Millionen auf rund 25,8 Millionen Franken erhöhen. Die Zürcher Kunstgesellschaft erhielte 4 Millionen Franken mehr pro Jahr, vorerst befristet bis Ende 2033.
Rechtsgrundlagen für AOZ
Die Vorlage verlangt neue Rechtsgrundlagen für die Asyl-Organisation Zürich (AOZ). Damit dies möglich ist, sind eine Teilrevision der Gemeindeordnung (GO) und Totalrevision der Verordnung über die Asyl-Organisation Zürich (VO AOZ) nötig.
24.09.2026
Donnerstag
Volksinitiative «Berner Bildungsinitiative»
Die «Berner Bildungsinitiative» will eine hohe Bildungsqualität in der Kantonsverfassung verankern. Kanton und Gemeinden sollen verpflichtet werden, im ganzen Kanton für gute Bildung zu sorgen und die nötigen Mittel dafür bereitzustellen. Zudem sollen sie sicherstellen, dass es genügend qualifizierte Lehrpersonen gibt und deren Arbeit in erster Linie den Schülerinnen und Schülern zugutekommt. Lanciert hat die Initiative der Lehrpersonenverband Bildung Bern.
Für die Befürworterinnen und Befürworter ist Bildung das Fundament von Gesellschaft und Wirtschaft: Sie sorge für Chancengerechtigkeit und genügend Fachkräfte. Ein Verfassungsartikel verpflichte langfristig und schaffe eine rechtliche Grundlage, auf die man sich berufen könne. Ohne gesicherte Ressourcen drohe, dass in finanziell schwierigen Zeiten bei der Bildung gespart werde.
Die Forderungen sind allgemein formuliert. Bei einer Annahme hätten Regierungsrat und Grosser Rat deshalb Spielraum bei der Umsetzung.
Der Grosse Rat empfiehlt die Initiative mit 85 zu 65 Stimmen bei drei Enthaltungen zur Ablehnung. Aus Sicht der Mehrheit entsteht gute Bildung durch konkrete Massnahmen in Gesetzen und Verordnungen, nicht durch Symbolpolitik in der Verfassung. Die Bildungsqualität sei bereits auf nationaler Ebene verankert, und die kantonalen Gesetze und Lehrpläne regelten sie ausreichend. Zudem würde die Bildung mit einem Verfassungsartikel eine Sonderstellung gegenüber anderen öffentlichen Aufgaben wie der Sicherheit erhalten. Weil die Ressourcen begrenzt seien, brauche die Politik ausserdem Flexibilität bei den Ausgaben.
23.09.2026
Mittwoch
Können in Graubünden bald 16-Jährige abstimmen und wählen?
Im Kanton Graubünden wird darüber abgestimmt, ob das Stimmrechtsalter auf kantonaler Ebene von 18 auf 16 Jahre gesenkt werden soll. Die Mehrheit des Grossen Rates empfiehlt eine entsprechende Änderung der Kantonsverfassung. «Das Stimmrechtsalter 16 ermöglicht der interessierten Jugend, im Kanton und in den Gemeinden mitzuentscheiden und damit die Gesellschaft und ihre Zukunft mitzugestalten», heisst es dazu im Abstimmungsbüchlein. Eine Minderheit im Rat sprach sich dagegen aus. Jugendlichen unter 18 Jahre würde die politische Reife fehlen und die Gefahr von Beeinflussung, etwa durch Social Media, sei grösser als bei volljährigen Personen.
Stimmrechtsalter 16 gibt es bereits im Kanton Glarus.
23.09.2026
Mittwoch
Wahlen in Kreuzlingen TG
In Kreuzlingen finden am Sonntag Gesamterneuerungswahlen für den Stadtrat und das Stadtpräsidium statt.
Der amtierende Stadtpräsident Thomas Niederberger (FDP) stellt sich für eine weitere Legislatur zur Wahl. Er wird von Georg Schulthess (parteilos, ehemals Aufrecht) herausgefordert.
Schulthess kandidiert auch für den Stadtrat. Daneben kandidieren folgende Personen für den Rat:
- Markus Brüllmann (SP, bisher)
- Daniel Moos (Freie Liste, bisher)
- Susan Danubio (FDP)
- Elina Müller (SP)
- Judith Ricklin (SVP)
Zudem stimmen die Kreuzlinger über die Erhöhung des jährlichen Gesamtbeitrags an das Seemuseum, das Museum Rosenegg sowie das Bodensee-Planetarium und die Sternwarte von 380'000 Franken auf 600'000 Franken für die Periode von 2027 bis 2036 ab.
23.09.2026
Mittwoch
115, 118, 121? Wil SG stimmt über Steuerfuss ab
Die Stimmberechtigten der Stadt Wil entscheiden über den Steuerfuss für das Jahr 2026. Zur Abstimmung stehen drei Varianten:
- 115 Prozent
- 118 Prozent
- 121 Prozent
Der Stadtrat empfiehlt 121 Prozent, das Stadtparlament mehrheitlich 118 Prozent. «Unabhängig vom Abstimmungsergebnis bleibt die finanzielle Lage der Stadt angespannt; weitere Massnahmen zur Stabilisierung des Haushalts werden notwendig sein», so die Stadt Wil.
23.09.2026
Mittwoch
Wird in Arbon TG das Seeufer aufgewertet?
Die Arbonerinnen und Arboner stimmen über Ausgaben zur Revitalisierung der Seeuferabschnitte Schwimmbad und Seepark ab. Es steht ein Kredit in der Höhe von 6’350’000 Franken zur Debatte.
Abgestimmt wird über zwei saisonale Projekte:
- Revitalisierung der Seeuferabschnitte Schwimmbad und Seepark, Kredit in der Höhe von 6’190’000 Franken.
- Erstellung eines ausserhalb der Badesaison geöffneten Winterfusswegs durch das Schwimmbad, Kredit in der Höhe von 160’000 Franken
Falls beide Projekte angenommen werden, beträgt der Kredit 6’350’000 Franken.
Maurin Vonplon (mav), Jahrgang 2006, arbeitet seit August 2026 bei 20 Minuten als Praktikant im Ressort Bern.
Jeremias Büchel (jeb) arbeitet seit 2015 im Ressort Ostschweiz in St. Gallen und ist seit 2026 als Korrespondent tätig.
Daniel Krähenbühl (dk) arbeitet seit 2017 für 20 Minuten. Er leitet das Regionennetzwerk mit Fokus auf Stadtpolitik, Kriminalität, Gesellschaft und Recherche.
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