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Thursday, September 24, 2026

Delegierte verlassen Saal – Netanjahu: «Moralische Feiglinge»

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Zahlreiche Ländervertreter haben bei den Vereinten Nationen aus Protest gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu vor dessen Rede den Saal verlassen.UNTV

Darum gehts

  • Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat vor der UN-Generalversammlung in New York eine kämpferische Rede gehalten.
  • Zahlreiche Ländervertreter verliessen den Saal als Protest – Netanjahu forderte «moralische Feiglinge» auf, diesen zu verlassen.
  • Er verteidigte den Angriff auf iranische Atomanlagen und griff New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani, Erdogan sowie Frankreich und Grossbritannien scharf an.

Der Auftritt von Israels Premierminister Benjamin Netanjahu vor der UN-Generalversammlung in New York sorgte bereits vor Beginn seiner Rede für Protest. Zahlreiche Ländervertreter verliessen den Saal, während andere Delegationen dem israelischen Regierungschef applaudierten.

Netanjahu reagierte auf den demonstrativen Auszug. «Wenn es noch weitere moralische Feiglinge gibt, die diesen Saal noch nicht verlassen haben, dann tun Sie das bitte jetzt», sagte er. Auch ausserhalb des UN-Gebäudes demonstrierten Menschen gegen den israelischen Regierungschef.

Netanjahu verteidigt Krieg gegen Iran

In seiner Rede verteidigte Netanjahu das militärische Vorgehen gegen den Iran. «Die Zerstörung der iranischen Atomanlagen war schwierig, es war ein sehr schwieriges Unterfangen, doch für mich war es eine der leichtesten Entscheidungen, die ich als Ministerpräsident je treffen musste – denn hätten wir es nicht getan, wären wir alle tot», sagte er.

«Ich habe mir geschworen, Irans mörderische Diktatur daran zu hindern, Atombomben zu entwickeln – Atomwaffen, die auf die Vernichtung Israels abzielen, Atomwaffen, die die ganze Welt bedrohen könnten», so Netanjahu weiter. «Genau das haben wir getan.»

Netanjahu vor der UN-Vollversammlung: Der israelische Premier wies Völkermordvorwürfe als «grösste Lüge des Jahrhunderts» zurück und griff mehrere Staaten frontal an.

Netanjahu vor der UN-Vollversammlung: Der israelische Premier wies Völkermordvorwürfe als «grösste Lüge des Jahrhunderts» zurück und griff mehrere Staaten frontal an.UNTV

Scharfer Angriff auf New Yorks Bürgermeister

Auch New Yorks Bürgermeister Zohran Mamdani griff Netanjahu frontal an. Er bezeichnete ihn als «antisemitischen Bürgermeister von New York» und warf ihm vor, Israel wiederholt fälschlicherweise einen Völkermord vorzuwerfen.

Netanjahu unterstellte Mamdani zudem, versucht zu haben, seinen Besuch in New York zu verhindern und ihn zum Schweigen zu bringen. «Nun, Sie können mich nicht zum Schweigen bringen. Sie können die Wahrheit nicht zum Schweigen bringen», sagte der israelische Regierungschef.

Mamdani gehört zu Netanjahus schärfsten Kritikern in den USA. Er bezeichnet Netanjahu als Kriegsverbrecher und wirft Israel Völkermord an den Palästinensern im Gazastreifen vor.

Netanjahu nennt Völkermordvorwurf «grösste Lüge des Jahrhunderts»

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat den Vorwurf eines Völkermords im Gazastreifen entschieden zurückgewiesen. Die Anschuldigungen seien nicht nur falsch, sondern «die grösste Lüge des Jahrhunderts», sagte er am Donnerstag bei der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York. In den Tagen zuvor hatten mehrere Staats- und Regierungschefs Israel in ihren Reden Völkermord und Kriegsverbrechen im Gazastreifen vorgeworfen. (DPA)

Auch Erdogan bekommt Netanjahus Kritik ab

Den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan bezeichnete Netanjahu als «Tyrannen». «Und nun ist die Türkei das neueste Land, das sich zu einem Superverbreiter antisemitischer Lügen entwickelt hat», erklärte er.

Auch die internationale Kritik an israelischen Siedlern wies Netanjahu zurück. Extremistische Siedler bezeichnete er als «junge Straftäter», denen die internationale Presse unverhältnismässig viel Aufmerksamkeit schenke. «Was die Medien berichten, ist eine Handvoll junger Straftäter», sagte Netanjahu und fügte hinzu, dass es etwa 150 von ihnen gebe, die «Steine werfen und Olivenbäume ausgraben».

Kritik an Frankreich und Grossbritannien

Schliesslich nahm Netanjahu Frankreich und Grossbritannien ins Visier. Beide Länder kritisieren Israels Siedlungspolitik. Der israelische Regierungschef verwies auf deren eigene Vergangenheit als Kolonialmächte.

«Sie werfen Israel, dem winzigen Israel, Kolonialismus vor – welchen Kolonialismus denn?», rief Netanjahu vom UN-Podium. «Darunter sind auch Leute aus Grossbritannien und Frankreich. Um Himmels willen, sie haben diesen Begriff erfunden», sagte er und betonte, dass «ihre Siedlungen den gesamten Planeten bedecken».

Jonas Bucher

Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.

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