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Monday, September 14, 2026

Wie Magdeburgs Uni ausländischen Studierenden Mut macht

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Ausländische Studierende der Uni Magdeburg sorgen sich nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und den Wahlerfolg der AfD um ihre Zukunft. Was bedeutet das für die Uni und die Betroffenen?

14.09.2026 | 3:06 min

Deeban Mathivanan lebt seit zehn Jahren in Magdeburg und hat zwei Masterabschlüsse an der dortigen Otto-von-Guericke-Universität erworben. Seit seinem Studium engagiert er sich auf dem Campus. Beim Verein "Magdeburg Indians e.V." unterstützt er Studierende aus seiner früheren Heimat Indien beim Start. Nach dem Wahlsieg der AfD erreichen ihn besorgte Nachrichten:

Das erste Thema ist die Sicherheit, ob sie wirklich in Magdeburg oder in Sachsen-Anhalt sicher sind. Das ist das größte Fragezeichen. Das zweite ist: Was wird die Zukunft bringen? Kann ich mein Studium hier in Vollzeit fortsetzen, oder gibt es Probleme?

Deeban Mathivanan, Student

Nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist eine Regierungsbildung schwierig. Viele Menschen haben nach dem Wahlausgang positive Erwartungen - andere blicken mit Unsicherheit in die Zukunft.

09.09.2026 | 1:52 min

Magdeburg: Rund 40 Prozent der Studierenden aus dem Ausland

Die Universität Magdeburg ist bei internationalen Studierenden beliebt - rund 40 Prozent kommen aus dem Ausland, die meisten aus Indien. In den vergangenen Jahren haben die Mitarbeitenden eine Willkommenskultur etabliert, die Gemeinschaft stiften und Sicherheit geben soll. Rektor Prof. Dr.-Ing. Jens Strackeljan will das Erreichte nicht gefährdet sehen. Nach der Landtagswahl gibt er den ausländischen Studierenden und Beschäftigten ein auf Instagram ein Versprechen:

Ihr gehört zu dieser Universität. Ihr seid hier willkommen. Daran ändert das Wahlergebnis nichts.

Jens Strackeljan, Rektor Uni Magdeburg

Später ergänzt er im Interview: "Dass wir, wenn es einen Angriff gibt auf das, was wir hier geschaffen haben, dass wir das verteidigen werden. Das Ergebnis ist dann offen. Also, die Daumenschrauben können schon ziemlich angezogen werden. Aber wir sagen zumindest: Wir stehen da komplett davor."

In Magdeburg blieben am 26.08. viele Läden geschlossen. Geschäftsinhaber protestierten gegen Rassismus und Ausgrenzung. Mit der Aktion zeigten sie, was ohne migrantische Betriebe fehlen würde.

26.08.2026 | 1:40 min

Nach der Landtagswahl: Sorge bei ausländischen Wissenschaftlern

Vor allem in den technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen arbeiten viele internationale Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Einer von ihnen ist Prathamesh Kadam, der ebenfalls aus Indien stammt. Vor der Landtagswahl hatte er keine fremdenfeindlichen Erfahrungen gemacht. Doch inzwischen nimmt er die Blicke auf den Straßen anders wahr:

Es ist nicht das gleiche Gefühl wie vor der Wahl. Ich bin schon besorgt, fühle eine gewisse Anspannung, was die Zukunft bringen wird.

Prathamesh Kadam

An der Universität fühlt sich Kadam wertgeschätzt und möchte bleiben. Dennoch ist ihm in den vergangenen Tagen der Gedanke gekommen, sich in einem anderen Bundesland einen Job zu suchen: "Ich möchte einfach nicht in einer feindlichen Umgebung leben. Ich möchte nicht jedes Mal, wenn ich auf die Straße gehe, darüber nachdenken müssen, ob mich jemand schlecht behandeln könnte."

Noch weiß niemand, welche Regierung Sachsen-Anhalt bekommen und welche Politik sie verfolgen wird. Doch die Wahlsiegerin AfD hat zumindest in ihrem Wahlprogramm angekündigt, auf "kulturfremde Fachkräfte" verzichten zu wollen. Es ist ein Schwebezustand für Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft.

Eindringlich hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gegen völkische Positionen gewandt. Das deutsche Volk seien "eben auch Deutsche, die hinzugekommen sind", sagte er in Berlin.

25.08.2026 | 0:24 min

IW-Studie untersucht wirtschaftliche Bedeutung ausländischer Studierender

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdienstes zeigt, welche Bedeutung ausländische Studierende für den Arbeitsmarkt haben. Demnach bleiben 59 Prozent mindestens neun Jahre in Deutschland, wenn sie sich mindestens ein Jahr in Deutschland aufgehalten hatten, jeder Dritte sogar bis zur Rente.

Viele internationale Studierende arbeiteten in MINT-Berufen oder studierten Ingenieurwissenschaften und Informatik, erläutert Prof. Dr. Axel Plünnecke, Leiter des Forschungsbereichs "Bildung, Innovation und Zuwanderung" am IW Köln. Damit trügen sie auch zur Innovationskraft in Deutschland bei.

Studiengänge streichen, Hochschulen neu steuern, Bologna abschaffen. Das Wahlprogramm für Sachsen‑Anhalt sieht weitreichende Eingriffe in Forschung und Lehre vor.

02.07.2026 | 28:09 min

Sachsen-Anhalt: Viele hochqualifizierte scheiden aus Arbeitsmarkt aus

Gerade für Sachsen-Anhalt seien internationale Studierende wichtig, erklärt Plünnecke weiter. Das Bundesland sei besonders von den Herausforderungen des demografischen Wandels betroffen. "In Sachsen-Anhalt haben wir auch sehr viele Beschäftigte in Ingenieurberufen, im verarbeitenden Gewerbe, in der Industrie, auch in forschungsnahen Bereichen. Und wir haben von der Altersstruktur viele hochqualifizierte Personen, die in den nächsten Jahren aus dem Arbeitsmarkt ausscheiden."

Umso wichtiger sei es, fasst Plünnecke zusammen, ausländische Studierende zu gewinnen und die Absolventinnen und Absolventen zu halten. Genau dafür setzt sich die Universität Magdeburg schon lange ein.

Deeban Mathivanan hat inzwischen zwei eigene Firmen. Er könnte überall arbeiten - doch er möchte bleiben: in Sachsen-Anhalt, in Magdeburg. Denn hier sind seine Freunde, hier ist sein Leben.

Annette Pöschel berichtet aus dem ZDF-Landesstudio in Sachsen-Anhalt.

Über dieses Thema berichtete Volle Kanne am 14.09.2026 ab 9:05 Uhr.

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