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Friday, November 6, 2026

«Wir haben so hart gearbeitet, und jetzt das!» Donald Trump sieht rot

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Der Nasdaq verliert 5,5 Prozent, KI im freien Fall

«Wir haben so hart gearbeitet, und jetzt das!» Donald Trump sieht rot

Nach kurzer Erleichterung nach den Wahlen ist die Wall Street am Donnerstag gekippt: Die Stars der KI-Branche wurden kräftig durchgeschüttelt. In der Schweiz blieb der Schock begrenzt, der SMI büsste nur 0,42 Prozent ein.

Publiziert: vor 14 Minuten

  • Der Nasdaq verlor nach den US-Zwischenwahlen 5,52 Prozent, vor allem KI- und Halbleiterwerte wie Nvidia, Broadcom und Micron gerieten stark unter Druck
  • Auslöser waren Sorgen vor strengerer Regulierung unter den Demokraten sowie enttäuschende Qualcomm-Zahlen, während Analysten vor anhaltender Unsicherheit warnen
  • In der Schweiz blieb der Rückgang begrenzt: Der SMI verlor 0,42 Prozent, laut Raiffeisen bleiben Schweizer Aktien langfristig vergleichsweise attraktiv
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Yannick WeberNewsdesk

Historisch ist er nicht, aber spektakulär war der Absturz der US-Börse am Donnerstag, 5. November. «Es ist ein regelrechtes Blutbad an der Wall Street», sagte Jose Torres, Analyst bei Interactive Brokers, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Auch Donald Trump äusserte sich dazu. Auf seinem Netzwerk Truth Social schrieb er am Donnerstagabend: «Die Börse hatte nach den Wahlergebnissen einen ihrer schlechtesten Tage. Es ist so traurig, das zu sehen. Wir haben so hart gearbeitet, um ein nie dagewesenes Niveau zu erreichen, und jetzt das!»

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Was ist passiert?

Zum Handelsschluss an der Wall Street am Donnerstag lag der Nasdaq 5,52 Prozent im Minus. Schlimmer war es zuletzt am 3. und 4. April 2025 (–5,97 und –5,82 Prozent). Das waren die beiden Tage nach der Ankündigung neuer Zölle durch Donald Trump. Davor hatte es seit dem 16. März 2020 (–12,32 Prozent) keinen derart starken Rückgang mehr gegeben, damals stand die Wirtschaft wegen der Covid-Pandemie still.

Am Donnerstag traf es vor allem Unternehmen aus den Bereichen KI und Halbleiter. Der Gigant Nvidia verlor auf einen Schlag 9,26 Prozent. Wie die BBC festhält, wurden allein bei diesem Unternehmen 400 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtet. Broadcom büsste 10,43 Prozent ein, Micron Technology 17,46 Prozent.

In den USA ist die Sorge vor einer strengeren Regulierung der Branche nach dem Sieg der Demokraten bei den Midterms gross. Oft wird die Wahl von Gina Hinojosa als Beispiel genannt, die soeben zur Gouverneurin von Texas gewählt wurde. Sie fordert ein Moratorium für den Bau von Rechenzentren, bis neue Gesetze verabschiedet sind.

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Warum gerade heute?

Am Mittwoch, direkt nach den Wahlen, war die US-Börse noch abgehoben und hatte mit einem Plus von 1,44 Prozent geschlossen. Warum kam der Einbruch erst einen Tag später? Die Anleger fürchteten vor allem den Beginn einer Phase der Unsicherheit. Doch die Ergebnisse waren klar und, noch wichtiger, Donald Trump hat sie akzeptiert. Ein Kongress, der von der Gegenpartei des Präsidenten kontrolliert wird, ist in den USA alles andere als neu.

Yahoo Finance weist sogar darauf hin, dass der S&P 500 seit 1950 in den zwölf Monaten nach jeder Zwischenwahl im Schnitt um 15 Prozent zugelegt hat. Doch am Donnerstag richteten sich die Blicke vor allem auf Unternehmen aus den Bereichen KI und Halbleiter und generell auf die Tech-Branche. Zusätzlich zu den Ängsten der Anleger löste ein Katalysator die Bewegung aus: Die Zahlen des Telekommunikationsunternehmens Qualcomm enttäuschten, vor allem beim Verkauf von Smartphone-Chips.

Der Markt befinde sich im Übergang vom Versprechen der KI zum tatsächlichen Preis der KI, fasst ein Analyst im «Guardian» zusammen.

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Ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Kaufen?

Wie immer an der Börse hängt alles von der eigenen Risikobereitschaft ab. Es stimmt, dass statistisch gesehen auf einen schwarzen Tag in etwas mehr als der Hälfte der Fälle eine Erholung folgt. In grossen Krisen (Zölle, Covid) können die Verluste hingegen leicht aufeinanderfolgen. Bei der KI bleibt die Unsicherheit über die lange Frist bestehen. Doch wie ein Experte im «Guardian» festhält: «Es ist unmöglich, die Realität zu beschönigen: Die Machtübernahme durch die Demokraten wird in Washington in den nächsten zwei Jahren grosse Hindernisse schaffen.»

Heute kurzfristig Gewinne zu machen, ist daher riskant. Mittel- oder langfristig deuten die Prognosen dagegen weiterhin auf steigende US-Märkte hin.

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Und die Schweizer Aktien?

In der Schweiz war die Lage in den vergangenen Tagen deutlich ruhiger. Einige Schwergewichte verloren am Donnerstag zwar recht deutlich (ABB –4,51 Prozent, UBS –3,32 Prozent), andere Giganten legten dagegen zu (Nestlé +1,55 Prozent, Novartis +0,5 Prozent). Der SMI schloss am Donnerstag im Vergleich zur Wall Street nur leicht im Minus: –0,42 Prozent, nachdem er am Mittwoch 1,9 Prozent zugelegt hatte.

Wie «cash.ch» am Donnerstag berichtete, sind Schweizer Aktien laut Matthias Geissbühler, Anlagechef bei Raiffeisen, langfristig weiterhin eine kluge Wahl. Zudem schwächelt der Dollar seit einem Monat eher. Und die geopolitischen und KI-bedingten Unsicherheiten machen Schweizer Anlagen vergleichsweise sicherer.

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