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Monday, October 5, 2026

Torlos in Griechenland: Was muss im DFB-Team unter Klopp noch besser werden?

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Viele Chancen, keine Tore - die deutsche Fußball-Nationalmannschaft konnte in der UEFA Nations League auch das zweite Duell mit Griechenland binnen weniger Tage nicht gewinnen. Nach der 0:1-Niederlage im Hinspiel endete das Rückspiel in Thessaloniki torlos 0:0.

Zwar war die DFB-Elf über die gesamte Spieldauer die bessere und dominierende Mannschaft, sie schaffte es gegen leidenschaftlich verteidigende Griechen aber erneut nicht, ein Tor zu erzielen - trotz 21 Torschüssen.

Nur einmal zappelte der Ball im Netz. Allerdings wurde der Treffer von Jonathan Burkardt wieder aberkannt, weil Mittelfeldspieler Tom Bischof in der Entstehung ein Handspiel unterlaufen war.

Die beste Torchance hatte davon abgesehen Griechenland. Bereits nach wenigen Sekunden kam Georgios Masouras völlig frei zum Abschluss und brachte einen wuchtigen Kopfball aufs deutsche Tor, den Deutschlands Torhüter Jonas Urbig aber mit einer starken Parade von der Linie kratzen konnte.

Insgesamt fällt die Bilanz des neuen Bundestrainers nach den ersten vier Spielen mit einem Sieg, zwei Unentschieden und einer Niederlage durchwachsen aus. Ansätze sind zu erkennen, einige Luft nach oben ist aber auch.

Was lief gut beim Neuanfang unter Klopp?

Streckenweise zeigte die Nationalmannschaft begeisternden Fußball mit hohem Tempo, schönem Zusammenspiel, überraschenden Aktionen und zahlreichen Torabschlüssen. 

Viele Dinge, die bei der Fußball-WM im Sommer und unter Julian Nagelsmann zuletzt nicht mehr klappten, funktionierten nun besser. Zudem trat Klopp erfolgreich den Beweis an, dass es neben den 25 bis 30 Spielern, die bislang zum Kreis der Nationalmannschaft zählten, zahlreiche junge Talente gibt, die eine große Zukunft im Nationaltrikot haben können.

"Ich habe zwei Wochen mit 43 Spielern zusammengearbeitet. Denen fehlt kein Talent", sagte Klopp nach dem Spiel in Griechenland. "Ich wollte etwas anschieben, das habe ich auf jeden Fall gesehen. Harte Arbeit, viele Informationen, das Talent läuft den Jungs aus den Ohren raus."

Was muss noch verbessert werden?

Defensive Stabilität und Chancenverwertung sind ausbaufähig. Zwar kassierte die DFB-Elf in vier Partien nur zwei Gegentore, dennoch gab es sicherlich mehr hochkarätige Torchancen für die Gegner als Klopp lieb sein dürfte.

Das Tor der Niederländer beim 1:1 in Amsterdam entstand durch einen vermeidbaren Ballverlust von Serge Gnabry auf Höhe der Mittellinie. Nach dem schnellen Umschalten der Niederländer und der perfekten Außenristflanke von Joris van Bommel stimmte im eigenen Sechzehnmeterraum die Zuordnung nicht.

Nationalspieler Felix Nmecha schaut fragend
Licht und Schatten: Felix Nmecha war gegen die Niederlande Torschütze und griff beim Gegentor der Griechen nicht konsequent genug einBild: Tom Weller/dpa/picture alliance

Beim Tor der Griechen zum 1:0-Auswärtssieg in Augsburg ließ Felix Nmecha es an Konsequenz im Zweikampfverhalten mangeln. Danach hatte Torhüter Alexander Nübel Pech, dass der Schuss von Dimitrios Kourbelis noch abgefälscht wurde.

Wie schon unter Nagelsmann tat sich die deutsche Elf vor allem im Heimspiel gegen die Griechen sehr schwer dabei, gegen einen tiefstehenden Defensivblock überhaupt zu Torchancen zu kommen. Es fehlte an kreativen Ideen, überraschenden Pässen in die freien Räume und individuellen Aktionen. Das wurde erst in den abschließenden beiden Partien besser.

Wer sind die Gewinner?

Positiv auf sich aufmerksam machen konnte Philipp Treu. Der Außenverteidiger des SC Freiburg besetzte die rechte Defensivposition in der Viererkette und zeigte gegen die Niederländer, die Serben und beim Rückspiel in Griechenland durchweg überzeugende Leistungen. Nur bei der einzigen Niederlage, zu Hause gegen die Griechen, war er nicht dabei.

Auf der linken Offensivseite konnte Derry Scherhant überzeugen. Schnell, durchsetzungs- und dribbelstark sorgte er in den Partien gegen Serbien und in Griechenland für viel Unruhe. "Ich sehe ihn tagtäglich im Training, wie akribisch er arbeitet - gerade in seiner Stärke, dem Eins-gegen-eins, ist er on fire gewesen", lobte Treu seinen Freiburger Vereinskollegen. "Und in der Defensivarbeit hat er einen wahnsinnigen Schritt gemacht."

Dribbling Derry Scherhant gegen Manolis Saliakas im Spiel gegen Griechenland
Der Freiburger Derry Scherhant (r.) machte über die linke Angriffsseite viel Druck und hatte viele gute AktionenBild: J. Derondeau/Eibner-Pressefoto/picture alliance

Auf der Position im defensiven Mittelfeld sammelte Aleksandar Pavlovic vom FC Bayern Punkte, vor allem das Zusammenspiel mit seinem Mannschaftskollegen Tom Bischof und dem wieder erstarkten Florian Wirtz klappte gut. Unfreiwillig hat Klopp damit eine Debatte um Kapitän Joshua Kimmich ausgelöst, der gegen Serbien und in Griechenland nicht mehr im Kader war - und auch nicht wirklich fehlte.

In Klopps 4-3-3-System gibt es nur einen defensiven Mittelfeldspieler und keine Doppelsechs. Klopp muss sich daher jeweils entscheiden, ob er Kimmich oder Pavlovic spielen lässt.

Was ist in der UEFA Nations League noch drin?

Mit nur fünf von zwölf möglichen Punkten steht die deutsche Mannschaft in Gruppe 2 der Liga A der Nations League auf dem dritten Platz hinter Tabellenführer Niederlande und den Griechen. Beide haben acht Punkte auf dem Konto, den direkten Vergleich mit Griechenland hat Deutschland allerdings verloren.

Um das Viertelfinale der Nations League noch zu erreichen, muss das DFB-Team mindestens Zweiter werden. Daher sollten die beiden abschließenden Partien in Serbien (13. November in Belgrad) und gegen die Niederlande (16. November in Berlin) im besten Fall gewonnen werden, ansonsten wäre man von den Ergebnissen der Spiele der Griechen gegen die Niederlande und Serbien abhängig. 

Bei Punktgleichheit zählt zunächst der direkte Vergleich, dann die bessere Tordifferenz aus den direkten Vergleichen und danach die höhere Anzahl an erzielten Toren aus den Partien untereinander. Erst wenn all diese Kriterien gleich sind, wird die Tordifferenz aus allen Partien gewertet. 

Wie geht es weiter?

Klopp wird aus den ersten vier Partien und den knapp drei gemeinsamen Wochen mit der Nationalmannschaft seine Schlüsse ziehen. Bis zur nächsten Nominierung in der ersten Novemberwoche hat er zudem Gelegenheit, seine Spieler in der Fußball-Bundesliga, ausländischen Ligen, der Champions League und der Europa League weiter zu beobachten.

Klar ist schon jetzt, dass er einen kleineren Kader berufen wird als für die erste Länderspielpause mit vier Spielen. "Wir werden nicht zwei verschiedene Spiele mit zwei verschiedenen Mannschaften machen", kündigte Klopp an. Diese Spieler plus die U21-Spieler ist ein Pool, mit dem wir in die Zukunft gehen. Aber die Tür ist offen für jeden. Sperrangelweit. Wir haben jetzt viele Alternativen auf verschiedenen Positionen. So kann man eine Fußball-Idee weiterentwickeln."

Spielszene Niederlande gegen Deutschland, Zweikampf Quinten Timber gegen Joshua Kimmich
Zum Abschluss der Nations League trifft Deutschland am 16. November auf die Niederlande - danach weiß man, wie es weitergehtBild: Marc Schueler/Sportpics/picture alliance

Nach Abschluss der Nations-League-Gruppenphase steht dann auch fest, wie es im nächsten Jahr weitergeht, wenn Ende März die nächsten Länderspiele anstehen. Wird das Nationalteam Erster oder Zweiter, nimmt es an den Playoffs teil und versucht sich für das Final-Four-Turnier im Juni zu qualifizieren.

Beendet man die Nations League als Vierter oder wird einer der beiden schlechteren Gruppendritten der Liga A, stehen Abstiegsplayoffs an, bei denen es darum geht, in Liga A zu bleiben.

Ist man einer der beiden besseren Gruppendritten in Liga A, ist die Nations League beendet und es geht schon im März mit den ersten Spielen der EM-Qualifikation los. Die Auslosung der Gruppen findet am 6. Dezember in Belfast statt.

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