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Friday, October 23, 2026

Erste SRG-Umfrage – Ja-Vorteil für Feuerwerksinitiative – Meinungen fast gemacht

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  • Wäre vor zwölf Tagen über die Feuerwerksinitiative abgestimmt worden, so hätte sie das Stimmvolk angenommen.
  • Das geht aus der ersten SRG-Umfrage hervor, durchgeführt vom Forschungsinstitut GFS Bern.
  • Knapp 70 Prozent würden eher oder klar für das Verbot von lauten Feuerwerkskörpern mit Ausnahmen stimmen.
  • Die Meinungsbildung ist schon weit fortgeschritten.

Die Feuerwerksinitiative, über die am 29. November abgestimmt wird, hat viel Rückenwind: 69 Prozent des Stimmvolks spricht sich in der SRG-Umfrage eher oder klar für das Anliegen aus.

Nur 29 Prozent hätten dagegengestimmt, wenn am 11. Oktober 2026 tatsächlich abgestimmt worden wäre. Die Ausgangslage für den beginnenden Abstimmungskampf ist für die Initiative also äusserst günstig.

Die sogenannte Feuerwerksinitiative (Volksinitiative «Für eine Einschränkung von Feuerwerk») verlangt ein generelles Verbot von lauten Feuerwerkskörpern in der Schweiz. Nicht gelten soll dieses für Feuerwerksartikel, die keinen Lärm verursachen. Auch Anlässe mit grossem, professionellem Feuerwerk könnten noch durchgeführt werden, etwa zum Nationalfeiertag am 1. August oder bei anderen Volksfesten. Dafür wäre aber eine Bewilligung des Kantons nötig. Doch auch an solchen Anlässen sollen Einzelpersonen keine lärmerzeugenden Feuerwerkskörper abbrennen dürfen.

Warum die Zustimmung derart gross ist, erklärt sich Politologe Lukas Golder von GFS Bern wie folgt: «Umweltkonservative Anliegen bei Initiativen haben traditionell seit den 1990er-Jahren gute Chancen auf Annahme von Volk und Ständen.»

Beispiele dafür sind die Zweitwohnungsinitiative, das Gentech-Moratorium oder die Moratoriumsinitiative für einen zehnjährigen AKW-Baustopp. «Einige Initiativen, die in den letzten Jahren angenommen wurden, hatten genau diesen umweltbewahrenden Charakter», analysiert Golder. Das überzeuge links, grün, grünliberal, aber auch Teile der konservativen Mitte oder der SVP – vorallem auch auf dem Land.

Es sei ein Erfolgsrezept von Umwelt- und Tierschutzverbänden – insbesondere dann, wenn die Nein-Kampagne wie bei dieser Vorlage nicht so gut aufgestellt sei. Die Kräfte für «freies Feuerwerk für alle» seien nicht so stark, erklärt Golder.

Hohe Zustimmung bei Frauen

Besonders auffällig ist bei dieser Umfrage der Geschlechterunterschied: Frauen unterstützen die Vorlage mit 76 Prozent deutlich stärker als Männer (60 Prozent). Das sei typisch bei solch umweltbewahrenden Initiativen, sagt Golder.

Die Pro-Argumente verfangen auch stärker: Alle drei getesteten Argumente finden deutliche Mehrheiten. 85 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Feuerwerk durch Lärm, Abfall und Schadstoffe die Umwelt belasten würde. Ebenso viele teilen die Ansicht, dass Feuerwerk bei Tieren Stress und Angst auslöse und gefährliche Fluchtreaktionen verursachen könne.

Mehrere Feuerwerkskörper und rote Fahnen mit weissem Kreuz hängen nebeneinander.
Legende: Wird privates, lärmendes Feuerwerk bald untersagt? Die Stimmberechtigten entscheiden am 29. November. Keystone / Christian Beutler

Andererseits teilen 61 Prozent die Befürchtung, dass die Initiative die Feuerwerksbranche stark einschränken und zu existenzgefährdenden Umsatzeinbussen führen könnte. 52 Prozent halten ein Verbot des Verkaufs und der Verwendung lärmerzeugender Feuerwerkskörper in der Bundesverfassung für übertrieben.

Meinungsbildung fortgeschritten, Initiative kaum absturzgefährdet

Laut GFS Bern ist die Meinungsbildung bereits «mittel bis weit» fortgeschritten. 74 Prozent haben eine feste Stimmabsicht (bestimmt dafür/dagegen), weitere 24 Prozent sind eher entschieden, während nur 2 Prozent unentschlossen sind. Lukas Golder spricht von einem «relativ gefestigten Meinungsbild».

Besteht also überhaupt noch die Möglichkeit einer Ablehnung? Politologe Golder würde das überraschen.

Die Nein-Kampagne scheine bisher wenig präsent zu sein. Zudem sei die Initiative argumentativ gut abgestützt. «Die Feuerwerksinitiative hat wirklich gute Annahmechancen», sagt Golder. Es sei an diesem Abstimmungssonntag die wahrscheinlichste Vorlage für eine Behördenniederlage an der Urne.

Die Umfrage zu den Abstimmungen vom 29. November 2026 ist im Auftrag der SRG SSR vom Forschungsinstitut GFS Bern zwischen dem 5. und 18. Oktober 2026 durchgeführt worden. Der mittlere Befragungszeitraum war der 11. Oktober 2026. Insgesamt wurden die Antworten von 14'874 Stimmberechtigten für die Auswertung berücksichtigt.

Der statistische Fehler beträgt ±2.8 Prozentpunkte. Das heisst: Bei einem Ergebnis von 50 Prozent liegt der effektive Wert mit 95-prozentiger Wahrscheinlichkeit zwischen 47.2 und 52.8 Prozent. Dabei sind kleinere Abweichungen wahrscheinlicher, grössere unwahrscheinlicher.

Telefonische Befragung

Telefonisch befragt wurden 506 stimmberechtigte Personen mit Wohnsitz in der Schweiz. Die Interviews wurden per Festnetz und Handy durchgeführt. Diese Stichprobe ist sprachregional gewichtet und repräsentativ für die Schweizer Stimmberechtigten.

Online-Befragung

Zusätzlich konnten online bereinigte Angaben von 13'853 Personen und via Social Media 515 Personen verwendet werden. Die Teilnehmenden wurden dazu unter anderem über die Webportale der SRG rekrutiert.

Da sich die Teilnehmenden der Umfrage selber rekrutieren (sogenanntes Opt-in-Verfahren), ist die Zusammensetzung der Stichprobe nicht repräsentativ für die Grundgesamtheit. So nehmen zum Beispiel typischerweise mehr Männer als Frauen an politischen Umfragen teil. Diese Daten werden jedoch mittels Gewichtungen an die tatsächliche Zusammensetzung der Stimmberechtigten angepasst. Es werden dabei räumliche (Wohnort), soziodemografische (Alter oder Geschlecht) und politische Gewichtungsfaktoren eingesetzt. Durch diese Gewichtung wird die Repräsentativität der Stichprobe optimiert. Ziel ist, auch die Stichprobengrösse in der französisch- und italienischsprachigen Schweiz zu erhöhen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Seite von GFS Bern.

News, Hintergründe und Analysen zu den Abstimmungen vom 29. November 2026.

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