Brite verspottet Schweizer Polizei in Video – Verfahren eröffnet

Darum gehts
- Ein britischer Youtuber fährt mit rund 20 Supercars über verschiedene Alpenpässe und filmt riskante Fahrmanöver.
- Auf dem Sustenpass stoppt die Polizei die Gruppe und weist einen Fahrer scharf zurecht.
- Die Kantonspolizei Uri hat am Mittwoch ein Verfahren eröffnet.
Ein britischer Youtuber sorgt mit Aufnahmen einer Supercar-Tour durch die Alpen für Aufsehen. In einem am Dienstagabend veröffentlichten Video ist zu sehen, wie eine Gruppe mit rund 20 Supercars über Schweizer Passstrassen fährt und dabei offenbar teilweise zu schnell oder mit riskanter Fahrweise unterwegs ist. Der «Blick» berichtete zuerst darüber.
Der Youtuber, der unter dem Namen «Jay P» auftritt, bezeichnet die Tour als seinen «finalen Euro-Trip 2026». Auf dem Sustenpass wird die Gruppe jedoch von der Polizei angehalten. Videoaufnahmen legen nahe, dass es sich bei den Beamten um Angehörige der Kantonspolizei Uri handelt.
«Das ist die Schweiz, nicht das verdammte Britannien!»
«Du fährst wie ein Wahnsinniger!», sagt einer der Polizisten zu einem Teilnehmer der Tour und weist ihn auf seine qualmenden Bremsen hin. Als sich der Lenker entschuldigt, entgegnet der Beamte: «Das ist die Schweiz und nicht das verdammte Britannien!» Anschliessend schickt er ihn zurück ins Auto. Laut «Jay P» fotografierte die Polizei zudem die Kontrollschilder mehrerer Fahrzeuge, seines jedoch nicht. «Jay P eins, Schweizer Polizei null», scherzt der Youtuber.
Besonders ernst scheint «Jay P» die Kontrolle allerdings nicht zu nehmen. Im Video ahmt er die Aussage des Polizisten mehrfach nach. «Die Schweizer Polizei versteht keinen Spass», sagt der Youtuber. «Am Ende sind wir genau dafür hergekommen.»
Youtuber erntet Kritik
Nach der Tour veröffentlicht der Brite die Aufnahmen im Netz. «Wir haben herausgefunden, dass die Schweizer Polizei die Briten nicht mag», schreibt «Jay P» in der Beschreibung seines Videos. Das rund 30-minütige Video wurde bereits tausendfach angesehen. In den Kommentaren stösst sein Fahrverhalten teilweise auf scharfe Kritik. «Das ist so dumm und unverantwortlich. Willst Du jemanden umbringen? Geh nach Hause», schreibt eine Nutzerin.
Kantonspolizei Uri eröffnet Verfahren
Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt Mario Kiefer von der Kantonspolizei Uri den Vorfall. Dieser habe sich am 15. Oktober ereignet. «Die Patrouille befand sich aus einem anderen Anlass vor Ort und war nicht aufgrund von Meldungen aus der Bevölkerung über das Fahrverhalten der betreffenden Fahrzeuglenker im Einsatz», erklärt Kiefer. Entsprechend habe die Polizei zu diesem Zeitpunkt keine Kenntnis von deren konkretem Fahrverhalten gehabt.
Bei der Kontrolle habe die Patrouille keine Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsrecht festgestellt. «Die Fahrzeuglenker wurden ermahnt. Zudem informierte die Kantonspolizei Uri die Polizeikorps benachbarter Kantone», so Kiefer.
Seit Mittwoch liegt der Kantonspolizei Uri nun Videomaterial zum Vorfall vor. «Eine interne Erstbeurteilung hat ergeben, dass darauf Widerhandlungen gegen das Strassenverkehrsrecht erkennbar sind», erklärt Kiefer. Die Kantonspolizei habe deshalb weitere Abklärungen eingeleitet und ein entsprechendes Verfahren eröffnet.
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Alessia Rambaldi (ram), arbeitet seit 2024 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin am Newsdesk.
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