"Wir sind vorbereitet": IG Metall stellt Volkswagen Ultimatum bis Ende Oktober

"Wir sind vorbereitet"IG Metall stellt Volkswagen Ultimatum bis Ende Oktober
23.10.2026, 15:59 Uhr

Der Ton zwischen Volkswagen und seinen Beschäftigten wird rauer. Die IG Metall warnt vor einer "gewaltigen Maschinerie", falls der Konzern die Kündigungen der Haustarifverträge nicht zurücknimmt. Zum Jahreswechsel endet die Friedenspflicht.
Im Ringen um härtere Sparmaßnahmen bei VW erhöht die IG Metall den Druck - und setzt dem Vorstand ein Ultimatum. Die Gewerkschaft verlangt, die Kündigung einer Reihe von Tarifverträgen bis Ende Oktober rückgängig zu machen. "Eine Kündigung, die man übermittelt hat, kann man auch zurücknehmen" sagte der niedersächsische IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger in Hannover. Falls das nicht geschehe, warnte er, rolle "eine gewaltige Maschinerie", die den Arbeitskampf bei Volkswagen vorbereite. "Wir suchen den Konflikt nicht, aber wir sind vorbereitet."
Volkswagen hatte Ende September zehn Tarifverträge zum Jahresende gekündigt - und damit fast alle Vereinbarungen des Haustarifs. Dort sind unter anderem Arbeitszeit, Urlaub und Zulagen geregelt. Die VW-Führung will mit Blick auf den aktuellen Kostendruck verschiedene Regelungen anpassen. Konkrete Forderungen hat das Unternehmen bisher nicht kommuniziert. Damit wären ab dem 1. Januar flächendeckende Warnstreiks in den betroffenen Werken rechtlich möglich.
Betroffen von den Kündigungen zum Jahresende sind rund 130.000 Beschäftigte der Volkswagen AG in Deutschland. Dazu gehören die Marken Volkswagen Pkw und Nutzfahrzeuge, die Komponentensparte und zentrale Konzernbereiche. Gröger wertet den Schritt als Vertrauensbruch.
Die anstehenden Tarifverhandlungen zwischen Volkswagen und der IG Metall müssen einer Vereinbarung zufolge spätestens Anfang Dezember beginnen. Gröger schlug als ersten Verhandlungstermin den 24. November vor. Geführt werden sollen die Verhandlungen nach Ansicht der Gewerkschaft an den bedrohten Standorten Emden, Hannover und Zwickau. "Tarifverhandlungen gehören nicht in die Wohlfühlzone der 13. Vorstandsetage", sagte Gröger. Sie gehörten dorthin, wo die Zukunft der Standorte auf dem Spiel stehe.
Die IG Metall fordert in der Tarifrunde fünf Prozent mehr Geld. Dabei muss es den Angaben nach aber nicht bleiben. Durch die Kündigungen sei der Raum für Forderungen eröffnet, sagte Gröger. Es gebe genaue Vorstellungen darüber, was man alles an diesen Tarifverträgen verändern oder verbessern könne. Als Beispiele nannte er eine Verlängerung der Altersteilzeit-Regelungen oder die Frage, wie weit man die Beschäftigungssicherung in die 2030er Jahre hinein fortschreiben könne. Die Gewerkschaft will demnach "zu gegebener Zeit" ein umfassendes Konzept für die Zukunft von Volkswagen vorlegen.
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