News kompakt: Selenskyj fordert 70 Milliarden Euro von der EU
Um sein Land gegen die russischen Angriffe zu verteidigen, setzt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf zusätzliche finanzielle Unterstützung aus der Europäischen Union. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel forderte er weitere 70 Milliarden Euro für das kommende Jahr. Das Geld sei nötig "für die Verteidigung, für Waffen und für unsere Widerstandsfähigkeit", sagte Selenskyj in einer Rede vor den Staats- und Regierungschefs.
Deutschlands Kanzler Friedrich Merz hatte bereits zu Beginn des Gipfels eine Aufstockung der Mittel für die Ukraine gefordert, aber keine Größenordnung genannt. Auf seiner Abschluss-Pressekonferenz sagte Merz, es gebe eine große Übereinstimmung in der EU, der Ukraine auch über den Winter und im nächsten Jahr weiterzuhelfen.
Trump stoppt Sanktionspaket gegen Russland
Die USA setzen ihre drastischen Strafmaßnahmen gegen Russland im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg vorerst nicht um. Per Dekret stoppte Präsident Donald Trump ein Sanktionspaket, das sich insbesondere gegen den russischen Energiesektor richten sollte. Die Strafmaßnahmen waren Mitte September von beiden Parlamentskammern des US-Kongresses verabschiedet worden. Trump begründete sein Vorgehen damit, dass dies "zum jetzigen Zeitpunkt im nationalen Interesse" der USA liege.

Die Kehrtwende erfolgt wenige Tage nach dem umstrittenen Abkommen zwischen Trump und Russlands Präsidenten Wladimir Putin über die Lieferung von russischem Diesel mit dem Ziel, die Treibstoffkosten in den Vereinigten Staaten zu stabilisieren. Bei den Zwischenwahlen in gut zwei Wochen stehen Trumps Republikaner wegen der gestiegenen Lebenshaltungskosten und insbesondere der hohen Spritpreise unter Druck.
Viele Tote bei Drohnen-Attacke in Darfur
Im Sudan ist ein Viehmarkt in der Region Darfur Ziel eines Drohnenangriffs geworden. Die Attacke in der von der RSF-Miliz kontrollierten Stadt Nyala fand am belebtesten Markttag der Woche statt. Nach Angaben aus Krankenhauskreisen wurden mindestens 30 Menschen getötet. 47 weitere seien bei dem Angriff am Freitag verletzt worden, sagte ein Vertreter des örtlichen Krankenhauses der Nachrichtenagentur AFP.
Laut Emergency Lawyers, einer Organisation, die Gewalt gegen Zivilisten im Sudan dokumentiert, wird der Angriff den sudanesischen Streitkräften zugeschrieben. Die Armee und die RSF-Miliz liefern sich im persönlichen Machtkampf ihrer Anführer seit mehr als drei Jahren erbitterte Gefechte.
Frankreich stellt sich auf neue Proteste ein
An diesem Samstag werden in Frankreich weitere Demonstrationen erwartet. Sie richten sich gegen hohe Lebenshaltungskosten und Spritpreise sowie niedrige Löhne in dem westeuropäischen Land. Zudem geht es um Forderungen, Schulen besser auszustatten. Neben Demonstrationen könnte es auch Blockadeaktionen geben. Die französische Regierung befürchtet Ausschreitungen und kündigte ein hartes Durchgreifen gegen Krawallmacher an.
Der Protestaufruf ist keiner Organisation klar zuzuordnen. Die großen Gewerkschaften beteiligen sich nicht daran. Allerdings unterstützen einige Politiker aus dem linken Lager in Frankreich den Aufruf.
Eurowings streicht Flüge und prüft Kurzarbeit
Hohe Kerosinpreise setzen die deutsche Airline Eurowings unter Druck. Die Tochtergesellschaft der Lufthansa prüft, ob sie Beschäftigte im Winter in Kurzarbeit schickt. Um Entlassungen zu vermeiden, können Unternehmen mit dieser Maßnahme in einer Ausnahmesituation die Arbeitszeit ihrer Beschäftigten vorübergehend reduzieren, während der deutsche Staat einen Teil des dadurch entstehenden Lohnausfalls übernimmt. Nach eigenen Angaben ist Eurowings bereits mit der Bundesagentur für Arbeit in Sachen Kurzarbeitsregelung im Gespräch.

Zudem hat die Airline erste Flüge gestrichen. Dem Kostendruck fallen zunächst gerade erst ins Angebot aufgenommene Verbindungen von Köln/Bonn und Stuttgart nach Dubai zum Opfer. Ab Berlin soll das arabische Drehkreuz aber weiterhin angeflogen werden. Insgesamt will Eurowings fünf Prozent des geplanten Flugangebots kürzen. Hohe Kerosinpreise infolge des Iran-Kriegs setzen Airlines weltweit unter Druck. Die gesamte Luftfahrtbranche versucht gegenzusteuern.
Oktoberfest-Zelte: Vergabepraxis bleibt
Die Festzelte beim Münchner Oktoberfest müssen nicht europaweit ausgeschrieben werden. Das Bayerische Oberste Landesgericht wies am Freitag die Beschwerde eines Wirts zurück. Er hatte für dieses Jahr keinen Standplatz auf dem Volksfest in der Metropole im Süden Deutschlands bekommen und sah seine Rechte verletzt. Mit dem Gerichtsbeschluss kann die Vergabe der Festzelte wie üblich weiterlaufen. Das Prozedere stützt sich auf eine historisch gewachsene Tradition, ergänzt durch ein vom Stadtrat verabschiedetes Bewertungsverfahren.
Oktoberfest: Volksfest für Menschen aus der ganzen Welt
Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause reagierte erleichtert: "Heute ist ein guter Tag für die Wiesn und für München." Das Volksfest bleibe damit so, wie es weltweit geliebt werde.
AR/fab/jj (afp, dpa, rtr, ap)
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