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Monday, August 17, 2026

Rettung aus 50-Meter-Schlucht: Heli-Pilot fliegt praktisch blind

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  • Die Air Zermatt hat am Freitagabend drei Personen aus der Jolischlucht bei Niedergesteln im Wallis gerettet.
  • Die bis zu 50 Meter tiefe und stellenweise nur zwei Meter breite Schlucht machte die Rettung extrem schwierig.
  • Ein Rettungsspezialist wurde an einer Longline 48 Meter tief in die Schlucht abgesenkt – alle drei Personen blieben unverletzt.

Bei einer anspruchsvollen Rettungsaktion im Wallis hat die Air Zermatt am Freitagabend drei Personen aus der Jolischlucht bei Niedergesteln gerettet. Die Verunglückten sassen in der engen und bis zu 50 Meter tiefen Schlucht fest. Ein Rettungsspezialist musste an einer Longline fast bis zum Grund der Schlucht hinuntergelassen werden.

Die Air Zermatt wurde von der Kantonalen Walliser Rettungsorganisation (KWRO) alarmiert. Drei Personen waren in der Jolischlucht in eine Notlage geraten und konnten diese nicht mehr aus eigener Kraft verlassen.

Crew blickt «in ein schwarzes Loch»

Bereits beim ersten Erkundungsflug wurde klar, wie schwierig die Rettung werden würde. Die Schlucht ist stellenweise nur rund zwei Meter breit und bis zu 50 Meter tief. Vom Helikopter aus war der Grund nicht zu erkennen. Die Crew blickte laut Air Zermatt praktisch in ein «schwarzes Loch».

Erschwert wurde die Situation durch ein Gewitter: Der Jolibach führte viel Wasser. Nach intensiver Suche konnte die Besatzung die drei Personen schliesslich unter einem Felsblock tief in der Schlucht lokalisieren.

Rettungsspezialist in Schlucht geflogen

Für die Bergung setzte die KWRO einen Rettungsspezialisten ein. Dieser wurde an einer 50 Meter langen Longline unter dem Helikopter bis in die Schlucht geflogen.

Der Pilot der Air Zermatt brachte den Retter zunächst über die Schlucht und liess ihn danach zwischen den engen Felswänden immer weiter hinunter. Mit zunehmender Tiefe verlor der Pilot den Sichtkontakt. Schliesslich konnte er weder den Retter noch dessen unmittelbare Umgebung sehen.

Damit war der Pilot vollständig auf die Funksprüche und Anweisungen des Rettungsspezialisten angewiesen. Gleichzeitig musste er den Helikopter möglichst exakt in Position halten. Insgesamt wurde der Retter 48 Meter tief in die Schlucht abgesenkt.

Vier Personen senkrecht aus Schlucht geflogen

Am Grund der Jolischlucht bereitete der Rettungsspezialist die drei blockierten Personen für den Transport vor. Danach folgte der ebenso schwierige Weg zurück nach oben.

Der Pilot flog den Retter zusammen mit den drei Personen senkrecht aus der Schlucht. Jede Bewegung des Helikopters musste dabei mit den Anweisungen des Rettungsspezialisten abgestimmt werden. Entscheidend war, genügend Abstand zu den steilen Felswänden zu halten. Die Rettungsaktion endete erfolgreich: Alle drei Personen wurden sicher aus der Jolischlucht ausgeflogen und anschliessend in Niedergesteln abgesetzt. Sie blieben unverletzt.

Zoé Stoller

Zoé Stoller (sto) arbeitet seit 2021 bei 20 Minuten und ist stellvertretende Leiterin des Ressorts Regionen.

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