Engerlinge im Garten: Jetzt solltest du deine Pflanzen kontrollieren

Im Frühherbst handeln
Engerlinge im Garten: Jetzt solltest du deine Pflanzen kontrollieren
Dicke, weisse Larven in der Erde sind nicht automatisch harmlos. Engerlinge können Rasen, Gartenpflanzen und auch Kübelpflanzen auf Balkon und Terrasse schädigen. Warum jetzt im Frühherbst ein guter Zeitpunkt für die Kontrolle und Bekämpfung ist.
Publiziert: vor 15 Minuten
Gunda BosselSEO-Redaktorin
Plötzlich wird die Kübelpflanze schlapp, obwohl sie regelmässig Wasser bekommt. Im Balkonkasten wächst eine Pflanze kaum noch. Oder im Rasen entstehen braune Stellen und Vögel hacken auffällig oft in der Erde herum. Ein möglicher Grund liegt unter der Oberfläche: Engerlinge. Die weisslichen Larven verschiedener Käferarten leben im Boden und ernähren sich je nach Art von Pflanzenwurzeln oder abgestorbenem Pflanzenmaterial. Wer jetzt im Frühherbst welche entdeckt, sollte deshalb genauer hinschauen.
Warum gerade jetzt nach Engerlingen suchen?
Der Frühherbst ist ein guter Zeitpunkt für eine Kontrolle. Viele Engerlinge sind zu dieser Jahreszeit noch aktiv und befinden sich teilweise in den oberen Bodenschichten. Gleichzeitig können sie bereits deutliche Schäden an den Wurzeln verursacht haben.
Das betrifft nicht nur den Rasen. Auch Beete, Hochbeete, Kübelpflanzen und Balkonkästen können betroffen sein. Gerade in Töpfen ist ein Befall tückisch: Den Pflanzen steht nur ein begrenzter Wurzelraum zur Verfügung. Werden dort viele Wurzeln angefressen, kann die Pflanze entsprechend schnell schwächeln. Wer also einen Verdacht hat, sollte deshalb jetzt einmal genauer hinschauen.
Engerling ist nicht gleich Engerling
Engerling ist kein eigener Schädling, sondern bezeichnet das Larvenstadium verschiedener Käfer aus der Familie der Blatthornkäfer. Dazu gehören unter anderem Maikäfer, Junikäfer und Gartenlaubkäfer. Ihre Larven können Pflanzenwurzeln fressen und dadurch Schäden verursachen.
Es gibt aber auch Engerlinge, die für Pflanzen nicht schädlich sind. Rosenkäfer- und Nashornkäferlarven ernähren sich beispielsweise von abgestorbenem Pflanzenmaterial und können zur Zersetzung organischer Stoffe beitragen.
Deshalb sollte man nicht jede Larve, die man beim Umgraben entdeckt, automatisch bekämpfen.
So erkennst du einen möglichen Befall
Engerlinge sind meist weisslich bis cremefarben, haben einen dunkleren Kopf und einen gebogenen Körper. Je nach Art unterscheiden sie sich jedoch deutlich in Grösse und Aussehen.
Auf einen Befall können unter anderem diese Anzeichen hindeuten:
- braune oder kahle Stellen im Rasen
- Gras, das sich ungewöhnlich leicht aus dem Boden lösen lässt
- viele Vögel, die an bestimmten Stellen im Rasen nach Futter suchen
- plötzlich schwächelnde Pflanzen ohne erkennbare Ursache
- welke oder vergilbte Blätter trotz ausreichender Wasserversorgung
- Kübelpflanzen, die kaum noch wachsen
Bei einem Verdacht lohnt es sich, die Erde vorsichtig zu untersuchen. Im Rasen kann man dafür an einer betroffenen Stelle ein Stück Rasensode anheben. Bei einer Topf- oder Kübelpflanze lässt sich der Wurzelballen kontrollieren.
Kübelpflanze schlapp? Es könnte unter der Erde liegen
Gerade bei Kübelpflanzen wird ein Engerlingbefall leicht übersehen. Die Pflanze wirkt zunächst einfach etwas schwach. Vielleicht hängen die Blätter oder sie wächst nicht mehr richtig. Wird weiter gegossen und gedüngt, ohne dass sich etwas verbessert, lohnt sich ein Blick auf die Wurzeln.
Dazu die Pflanze vorsichtig aus dem Topf nehmen und den Wurzelballen untersuchen. Finden sich darin mehrere gebogene, weissliche Larven, sollte zunächst geklärt werden, um welche Art es sich handelt.
Bei einem kleinen Befall können die Larven von Hand entfernt werden. Anschliessend empfiehlt es sich, die Pflanze in frisches Substrat zu setzen und den Topf gründlich zu reinigen.
Auch Balkonkästen sind nicht geschützt: Gerade dort kann ein Befall schnell problematisch werden, weil nur wenig Erde und damit nur begrenzter Platz für die Wurzeln vorhanden ist.
Was hilft gegen Engerlinge?
Welche Methode geeignet ist, hängt von der Käferart, dem Befallsort und dem Ausmass des Befalls ab.
- Absammeln: Bei einzelnen Kübelpflanzen, Balkonkästen oder kleinen Beeten können Engerlinge beim Umtopfen oder Umgraben von Hand entfernt werden. Bei Rasenflächen ist diese Methode dagegen wenig praktikabel.
- Nematoden: Eine biologische Möglichkeit sind bestimmte Nematoden. Die mikroskopisch kleinen Fadenwürmer werden mit Wasser ausgebracht und können ausgewählte Engerling-Arten befallen. Der Frühherbst kann dafür ein günstiger Zeitpunkt sein, solange der Boden noch ausreichend warm und feucht ist. Wichtig: Nicht jedes Nematodenpräparat wirkt gegen jede Engerling-Art. Deshalb sollte vor der Anwendung möglichst geklärt werden, welcher Schädling vorliegt.
- Erde austauschen: Bei stark befallenen Topf- und Kübelpflanzen kann es sinnvoll sein, die Pflanze herauszunehmen, die Larven aus dem Wurzelballen zu entfernen und frisches Substrat zu verwenden.
- Kübel unter Wasser setzen: Die Engerlinge kriechen dann an die Oberfläche und können abgesammelt werden. Anschliessend das Wasser wieder gut abfliessen lassen.
Was hilft gegen Engerlinge im Rasen?
Im Rasen sind Engerlinge besonders ärgerlich, weil sie die Graswurzeln beschädigen können. Typisch sind braune Stellen oder eine Grasnarbe, die sich plötzlich leicht anheben lässt. Auch Vögel können einen Hinweis geben: Sie suchen die Larven und konzentrieren sich deshalb häufig auf einzelne Bereiche.
Wer Engerlinge findet, sollte auch hier zuerst die Art bestimmen. Bei einem stärkeren Befall können auch hier geeignete Nematoden eine Möglichkeit sein. Nach einer erfolgreichen Behandlung müssen stark geschädigte Stellen unter Umständen neu angesät werden.
Nicht jede Larve muss weg
Für Gartenbesitzer ist diese Unterscheidung besonders wichtig. Findet sich beispielsweise eine Rosenkäferlarve im Kompost oder in einem Kübel mit viel verrottendem Pflanzenmaterial, besteht normalerweise kein Grund, sie zu bekämpfen.
Einige Merkmale können bei der Bestimmung helfen. Die Art lässt sich anhand von Grösse und Körperform sowie teilweise an der Fortbewegung unterscheiden. Bei Unsicherheit sollte man ein Foto einer Fachstelle oder einer Beratungsstelle zeigen, bevor man zur Bekämpfung greift.
So kannst du Engerlingen vorbeugen
Ganz verhindern lässt sich ein Befall nicht. Einige Massnahmen können das Risiko jedoch reduzieren:
- Kübelpflanzen beim Umtopfen auf Larven und beschädigte Wurzeln kontrollieren
- bei neu gekauften Pflanzen den Wurzelballen genauer anschauen
- abgestorbenes Pflanzenmaterial regelmässig entfernen, sofern es nicht bewusst als Lebensraum dient
- Rasen und Pflanzen möglichst gesund und widerstandsfähig halten
- natürliche Gegenspieler wie Vögel und Igel im Garten fördern
Jetzt ist ein guter Moment für den Kontrollgang
Wer Engerlinge vermutet, sollte nicht bis zum nächsten Frühjahr warten. Im Frühherbst lohnt sich ein Kontrollgang durch Garten, Rasen und Kübel besonders. Viele Larven sind noch aktiv und können bei Bedarf gezielt bekämpft werden.
Dabei gilt aber: Erst schauen, dann handeln. Denn hinter der weissen Larve im Boden kann sowohl ein Pflanzenschädling als auch ein nützlicher Gartenbewohner stecken.
So einfach kann Gärtnern sein
RMS
Wie kann man auch als Gartenneuling ein kleines Stück Erde nutzvoll begrünen? Gartenexpertin Scarlet Allenspach gibt Tipps und Tricks rund ums Thema Garten.
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