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Wednesday, October 21, 2026

Midterms 2026 – Wie im Süden der USA «Schwarze» Wahldistrikte verschwinden

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«Nehmt Euer Recht zu wählen nicht als selbstverständlich hin», mahnt Pastor J. Lawrence Turner während des Gottesdienstes in der «Mississippi Boulevard Christian Church» und erinnert seine fast ausschliesslich Schwarze Gemeinde an die Kongresswahlen vom 3. November.

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  • Bild 1 von 2. In der «Mississippi Boulevard Christian Church» sind beim Gottesdienst auch die Kongresswahlen Thema. Bildquelle: SRF/Andrea Christen.

    Innenansicht einer Kirche mit Menschen auf Bänken, bunt beleuchtete Wände.
  • Bild 2 von 2. Pastor J. Lawrence Turner ermutigt seine Gemeinde, zahlreich an die Urne zu gehen. Bildquelle: SRF/Andrea Christen.

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Hier gilt für die neun Kongressabgeordneten eine neue Wahlkarte. Die republikanische Mehrheit im Parlament von Tennessee hat den Wahldistrikt in und um Memphis aufgespalten und drei konservativen Wahldistrikten zugeschlagen. Damit verschwand der letzte Distrikt, in dem Demokraten gewählt wurden – ein Distrikt mit mehrheitlich Schwarzen Wählenden. «Wir verlieren die Macht, zu entscheiden, wer uns vertritt, ausser wenn die Wählenden in Memphis in äusserst grosser Zahl an die Urne gehen», erklärt Pfarrer und Bürgerrechtsaktivist Turner nach dem Gottesdienst.

Das weckt Erinnerungen an die Zeit, als Schwarze im Süden der USA mit Schikanen, Bedrohung und Gewalt von der Urne ferngehalten wurden. Erst ein Bürgerrechtsgesetz von 1965 setzte dem ein Ende – und schützte Wahldistrikte mit einer mehrheitlich Schwarzen Bevölkerung.

Doch diesen Frühling höhlte der Oberste Gerichtshof diesen Schutz aus,und die Republikaner lösten solche Distrikte eilends auf, bislang in Louisiana, Alabama und Tennessee. «Wir laufen Gefahr, fast alle Schwarzen Abgeordneten im Süden zu verlieren», so Turner.

Abenteuerliche Wahldistrikte

Beide Parteien zeichnen Wahlkarten zu ihren Gunsten, um sich möglichst viele «sichere» Sitze zu verschaffen. Auf Betreiben von Präsident Trump zogen die Republikaner in mehreren Bundesstaaten ausserplanmässig neue Distrikte, um eine drohende Niederlage im November abzufedern. Das wurde zum Wettrüsten, als die Demokraten mancherorts nachzogen.

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  • Bild 1 von 3. Die «Beale Street» in Memphis. Die Musikmeile ist offiziell als Heimat des Blues ausgezeichnet. Bildquelle: SRF/Andrea Christen.

  • Bild 2 von 3. Szenenwechsel: Auch das ländliche Maury County zählt nun zum gleichen Distrikt wie ein Teil der Stadt Memphis. Bildquelle: SRF/Andrea Christen.

  • Bild 3 von 3. Maury County gehört zum konservativen Gürtel von Tennessee. Bildquelle: SRF/Andrea Christen.

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In Tennessee wurden abenteuerliche Wahldistrikte gezeichnet: Der 9. Distrikt ragt nach Memphis hinein, in eine der ärmsten Städte der USA, windet sich dann über hunderte Kilometer durch das ländliche Tennessee, bis in eines der reichsten Gebiete des Landes, bei der Stadt Nashville. Auch das ländliche Maury County gut drei Autostunden östlich von Memphis gehört zum Distrikt.

Es sei für einen Abgeordneten eine Herausforderung, einen so diversen Wahldistrikt zu vertreten, gibt Jason Gilliam zu, der hier der Republikanischen Partei vorsitzt. «Aber man kann so die gesamte Vielfalt unseres Landes repräsentieren.» Es sei verkehrt, dass die Schwarzen in einem eigenen Distrikt verharren wollten. «Eine Bevölkerungsgruppe in einem Distrikt zu segregieren, halte ich für schwachsinnig. Gewählte Politiker kümmern sich dann nur um diese Gruppe.»

Der Demokrat, der trotzdem kandidiert

Die Republikaner haben eine Wahlkarte geschaffen, in der kein einziger Demokrat mehr gewinnen soll. Justin J. Pearson kandidiert trotzdem. «Als sie unsere Wahlbezirke aufteilten, dachten sie, das würde uns spalten, aber es hat uns zusammengebracht», ruft der prominente linke Aktivist seinen Anhängern zu. Er könne gewinnen: «Wahlkarten wählen nicht. Leute wählen.»

An manchen Veranstaltungen würden Republikaner die Hälfte des Publikums ausmachen. «Sie haben es schwer, weil die Dieselpreise für die Bauern hoch sind und der Status quo nicht mehr funktioniert.» Doch der Wahldistrikt ist auf einen republikanischen Sieg ausgelegt. Es wird Pearson schwerfallen, sein Versprechen zu halten: «Am 3. November siegen wir!»

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