«Bin unpolitisch»: FCB-Coach verteidigt sein Russland-Engagement

Darum gehts
- Slavisa Jokanovic ist der neue Trainer des FC Basel und war 2022 nach Kriegsbeginn bei Dinamo Moskau tätig.
- Der 58-jährige Serbe verteidigt sein Russland-Engagement: «Als Erstes bin ich kein politischer Mensch, sondern ein Fussball-Mensch.»
- FCB-Boss David Degen betont, er sei in die Trainersuche nicht involviert gewesen und habe Jokanovic erstmals am Vortag die Hand geschüttelt.
Gleich die allererste Frage bekommt Slavisa Jokanovic an seiner Vorstellungs-Medienkonferenz als neuer Trainer des FC Basel zu einem Thema gestellt, das nicht direkt mit Fussball zu tun hat. Der serbische Übungsleiter wird darauf angesprochen, wieso er 2022 direkt nach dem Ausbruch des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine ein Engagement bei Dinamo Moskau einging.
«Als Erstes bin ich kein politischer Mensch, sondern ein Fussball-Mensch», beginnt Jokanovic seine Ausführungen. «Ich habe in Dubai gearbeitet. Ich habe in Israel gearbeitet. Bei jedem dieser Anstellungen können wir über Politik sprechen. Doch ich würde das lieber nicht tun – denn mein Job ist es, als Trainer meine besten Leistungen zu zeigen», so der 58-Jährige diplomatisch.
«Jokanovic ist ein weltoffener Mensch»
Basels technischer Direktor Andreas Herrmann nimmt ebenfalls Stellung zum Russland-Thema und verteidigt seinen neuen Trainer. «Jokanovic ist ein weltoffener Mensch. Und als er zu Moskau wechselte, sah es so aus, als würde der Krieg rasch enden», sagt der Deutsche.
Bevor Herrmann und Jokanovic das Podium betreten, wird auch David Degen zum Moskau-Engagement des neuen FCB-Coachs befragt. Der Basler Boss will sich nicht spezifisch dazu äussern, betont aber, man würde keine Spieler nach Russland verkaufen.
Degen: «War in der Trainersuche nicht involviert»
Bei der Entscheidung, Jokanovic als neuen Trainer zu verpflichten, habe Degen entgegen anderslautenden Stimmen keinen Einfluss gehabt. «Ich war in der Suche nicht involviert. Ich habe ihm gestern das erste Mal die Hand geschüttelt», stellt der 43-Jährige klar.
Die Trainersuche habe sich auch darum so relativ lange hingezogen, weil es in der Auswahl «viel zu beachten» gebe. «September ist nie ein optimaler Zeitpunkt, um einen neuen Trainer zu suchen. Aber wir haben einen Trainer gefunden, der erfahren ist und einen Leistungsausweis hat.»
Florian Gnägi (flo) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten im Ressort Sport. Seine grösste Expertise hat er auf den Themengebieten Fussball und Tennis.
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