«Sämtliche Geschäfte abbrechen»: Trump nimmt Schweiz ins Visier

Darum gehts
- US-Präsident Donald Trump kritisiert die US-Zinspolitik und zieht die Schweiz als Vergleich heran: Die USA zahlten rund 3,5 Prozent, die Schweiz nur 0,5 Prozent.
- Trump drohte zudem, alle Geschäfte mit der Schweiz abzubrechen – dann sei sie «kein Eliteland mehr».
- Die von Trump genannten Handelszahlen sind verzerrt, da etwa Goldexporte und Dienstleistungen die Statistik beeinflussen.
US-Präsident Donald Trump kritisiert die US-Zinspolitik und zieht die Schweiz als Vergleich heran. Während die USA rund 3,5 Prozent Zinsen zahlten, seien es in der Schweiz lediglich 0,5 Prozent.
Für Trump ist das ein Beleg dafür, dass die USA im internationalen Vergleich zu hohe Zinsen zahlen. Gute Wirtschaftsdaten dürften seiner Ansicht nach nicht dazu führen, dass Zinssenkungen ausbleiben. Länder wie die Schweiz könnten sich zu deutlich günstigeren Konditionen finanzieren. Aus seiner Sicht eine ungerechte Situation.
«Ich kann die Geschäfte mit ihnen abbrechen»
Dann wird Trump gegenüber der Schweiz deutlich. «Ich habe das absolute Recht, sämtliche Geschäfte mit einem Land wie der Schweiz abzubrechen», sagte er am Mittwoch. «Warum gelten sie als erstklassig? Ich kann die Geschäfte mit ihnen abbrechen, dann sind sie nicht mehr funktionsfähig – und trotzdem gelten sie als eine Art Elite», so der US-Präsident weiter.
Zugleich warf er Mitgliedern des Führungsgremiums der US-Notenbank politische Motive vor. Fed-Chef Kevin Warsh nahm Trump von seiner Kritik aus und sagte, dieser mache einen «grossartigen Job». Trump fordert weiterhin deutlich tiefere Zinsen für die USA.
«Dann wäre die Schweiz kein Elite-Land mehr»
Trump drohte der Schweiz im Zollstreit bereits vor rund zwei Wochen mit Konsequenzen. Die USA hätten gegenüber der Schweiz ein Handelsdefizit von 39 Milliarden Dollar. Dieses könne er «mit einem Strich auslöschen», indem die USA etwa keine Schweizer Uhren und andere Güter mehr kauften. Dann sei die Schweiz «kein Eliteland mehr».
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Trump behauptete zudem, die USA würden die Schweiz durch das Handelsdefizit indirekt subventionieren. Die von ihm genannten Zahlen bilden die Handelsbeziehungen allerdings nur teilweise ab. Goldexporte verzerren die Statistik stark, Dienstleistungen sind darin nicht enthalten. Zudem verzeichnete die Schweiz zuletzt in einzelnen Monaten sogar ein Handelsdefizit gegenüber den USA.
Jonas Bucher ist Blattmacher und stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks bei 20 Minuten. Er ist seit 25 Jahren in der Medienbranche tätig und 20 Minuten stets treu geblieben.
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