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Tuesday, October 20, 2026

Polarwirbel verformt sich – was bedeutet das für unseren Winter?

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Wetterphänomen in der Arktis

Polarwirbel verformt sich – was bedeutet das für unseren Winter?

Der Polarwirbel ist aktuell wieder in aller Munde. Fakt ist: Das Windsystem in der Arktis wird derzeit von einer Hochdruckblockade verformt. Bedeutet das für uns einen eisigen Winter? Blick beantwortet die wichtigsten Fragen.

Publiziert: vor 22 Minuten

  • Der Polarwirbel über der Arktis befindet sich derzeit im Aufbau
  • Im Moment ist es aber noch zu früh, um zu sagen, ob dies zu eisigen Temperaturen in der Schweiz führt
  • Aktuell sieht es nach einem milden, aber nassen Winter aus

Janine EnderliRedaktorin News

Jedes Jahr im Herbst richtet sich der Blick auf ein besonderes Wetterphänomen. Der Polarwirbel, das gewaltige Windsystem der Nordhalbkugel, befindet sich derzeit in seiner saisonalen Aufbauphase.

Doch aktuell zeigt sich ein spannendes Phänomen, wie Quirin Beck, Meteorologe bei Meteo News, gegenüber Blick erklärt. «Der Polarwirbel hat sich über Kanada und Grönland zunächst verstärkt, wird derzeit aber durch eine ausgeprägte Hochdruckblockade in seiner Zirkulation beeinflusst und verformt.»

Bedeutet das nun, dass uns ein eisiger Rekordwinter bevorsteht? Wir beantworten die drängendsten Fragen.

Was ist der Polarwirbel überhaupt?

Man kann sich den Polarwirbel wie einen riesigen Strudel aus kalter Luft vorstellen, der sich im Herbst und Winter rund um den Nordpol bildet. Diese Kälte wird von starken Westwinden gehalten. Die Winde wehen kräftig und halten die arktische Frostluft im Norden gefangen. In Europa ist das Wetter dann meist mild und wechselhaft. Schwächelt oder verformt sich dieser «Schutzwall» jedoch, können eisige Luftmassen weit nach Süden bis nach Mitteleuropa vorstossen.

Was passiert aktuell über Kanada und Grönland?

Nachdem sich der Polarwirbel in den letzten Wochen über Nordamerika zunächst gut verstärkt hatte, gerät er derzeit durch ein ausgeprägtes Hochdruckgebiet unter Druck, so Beck. «Der Polarwirbel ist im Oktober aber noch im Aufbau, weshalb gewisse Schwankungen normal sind.»

Bringt die Verformung jetzt Schnee und Kälte?

Wird der Polarwirbel deutlich geschwächt oder verschoben, kann sich auch die Strömung in tieferen Atmosphärenschichten verändern. Der Jetstream kann stärker mäandrieren, wodurch Kaltluft aus der Arktis weiter nach Süden vorstossen kann. Für Mitteleuropa wären dann beispielsweise eine nördliche oder nordöstliche Strömung und deutlich tiefere Temperaturen möglich, teilweise auch mit Schneefällen bis in tiefere Lagen.

Was bedeutet das für das aktuelle Wetter?

«Aus dem Zustand des Polarwirbels im Oktober lässt sich keine verlässliche Prognose für den gesamten Winter ableiten», erklärt Beck. «Neben dem Polarwirbel spielen auch die Druckverteilung über dem Nordatlantik und Europa sowie die Lage des Jetstreams eine wichtige Rolle. Eine länger anhaltende Störung kann bestimmte winterliche Wetterlagen begünstigen, garantiert aber keine Kälte in der Schweiz.»

Entscheidend sei, ob sich die entsprechenden Strömungsmuster tatsächlich in der Schweiz durchsetzen. Laut den Langzeitprognosen des europäischen Wettermodells (ECMWF) sieht der aktuelle Winter eher wieder zu mild, dafür etwas zu nass aus, betont der Meteorologe.

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