Richtig heizen und sparen – Energie sparen leicht gemacht: Die besten Heiztipps

Steigende Energiekosten und Nachhaltigkeit beschäftigen Mieter wie Eigenheimbesitzerinnen gleichermassen. Doch wie lässt sich der Energieverbrauch spürbar senken, ohne auf Behaglichkeit zu verzichten? Die Energieexperten erklären, wie sich sofort Kosten sparen und Heizungen nachhaltig modernisieren lassen.
So sparen Sie Heizkosten, ohne zu frieren
Wer Energiekosten sparen möchte, muss nicht frieren, sondern die Temperatur bewusst steuern. Expertin Dian Edathinakam betont: «Jedes Grad weniger spart etwa 6 Prozent Heizenergie.»
Eine Absenkung von überheizten Räumen – etwa von 24 auf 22 Grad – bringe bereits einen spürbaren Gewinn. Für das Schlafzimmer empfiehlt sie 18 Grad als idealen Wert.
Auch beim Lüften und Abschirmen liegt grosses Sparpotenzial: Fachmann Manuel Schmid rät dringend von gekippten Fenstern ab. Besser sei mehrmals täglich Querlüften für drei bis fünf Minuten.
Fenster sind gegenüber gut gedämmten Wänden eine Schwachstelle, ergänzt Edathinakam. Schliesse man abends die Läden oder Rollläden, entstehe dazwischen ein Luftpolster, das zusätzlich isoliert. Besonders bei älteren Fenstern lohne sich das. So könne man den Wärmeverlust in der Nacht um einen Viertel reduzieren.
Nicht ganz abschalten
Bei längeren Abwesenheiten wie Ferien sollte die Heizung keinesfalls komplett abgestellt werden. Um Schimmelbildung zu verhindern, sollte man sie auf rund 15 bis 16 Grad zurückdrehen. Bei den meisten Heizkörpern entspricht das Stufe 2.
Bei der Frostschutz-Einstellung (Schneeflocke oder Stern) öffnet das Ventil erst, wenn die Temperatur im Raum unter 6 bis 8 Grad fällt. So frieren die Leitungen zwar nicht ein, aber für längere Abwesenheiten im Winter ist das aufgrund der Schimmelgefahr zu tief.
Falsche Einstellungen korrigieren
In modernen, gut gedämmten Minergie-Bauten klagen Bewohnerinnen und Bewohner oft über zu hohe Temperaturen. Das liege vorwiegend an einer falsch eingestellten Heizung, sagt Dian Edathinakam.
Bei drei von vier Neubauten wird eine Wärmepumpe eingebaut.
Bei Wärmepumpen gebe es eine sogenannte Heizkurve, die festlegt, wie warm das Heizwasser je nach Aussentemperatur sein soll. Ist diese zu hoch eingestellt, wird es überall zu warm. Ein Fachmann könne das mit wenig Aufwand anpassen.
Ein Rat an Mieter und Miterinnen: Raumtemperaturen über einige Tage mit einem Thermometer protokollieren und anschliessend die Verwaltung kontaktieren, damit die Anlage fachgerecht justiert wird.
Frühzeitig an den Heizungsersatz denken
Fällt eine Heizung mitten im Winter aus, bleibt kaum Zeit, verschiedene Lösungen zu vergleichen. Deshalb empfiehlt Energieberater Manuel Schmid, sich bereits Jahre vor dem Ende der Lebensdauer mit einem Ersatz zu beschäftigen.
Impulsberatung Energie Schweiz: Wer eine Öl-, Gas- oder Elektroheizung ersetzen möchte, kann eine kostenlose Vor-Ort-Beratung durch eine Fachperson in Anspruch nehmen. Die Beratung ist schweizweit verfügbar und unverbindlich.
Kantonale Energieberatungsstellen: Alle Kantone verfügen über öffentliche, produktneutrale Energieberatungen, die von der öffentlichen Hand finanziert werden. Sie informieren auch über Förderprogramme und gesetzliche Vorgaben.
Für Neubauten gelte die Wärmepumpe heute als Standard. «Bei drei von vier Neubauten wird eine Wärmepumpe eingebaut», sagt Christoph Schaer, Direktor vom Schweizerisch-Liechtensteinischen Gebäudetechnikverband. Welche Lösung am besten geeignet ist, hängt jedoch immer vom Gebäude, dem Standort und den örtlichen Voraussetzungen ab.
Beratung spart Fehlentscheide
Ob Wärmepumpe, Pellets, Fernwärme oder Sanierung: Pauschallösungen gibt es laut den Experten selten. Vor grösseren Investitionen lohnt sich deshalb eine neutrale Energieberatung oder eine professionelle Analyse des Gebäudes.
Das hilft, unnötige Kosten zu vermeiden und die passende Lösung für die nächsten Jahrzehnte zu finden.
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