Thailandtraum platzt – wegen falscher Stempel im Pass

- Vanessa D. aus Deutschland wird bei ihrer Ankunft in Thailand die Einreise verweigert.
- Der Grund sind Souvenirstempel aus US-Nationalparks in ihrem Reisepass.
- Solche nicht amtlichen Stempel können einen Reisepass ungültig machen und zur Einreiseverweigerung führen.
Sommer, Sonne, Strand: Davon hatten Vanessa D. aus dem deutschen Tönisvorst und ihre Mutter gehofft, als sie Ferien in Thailand buchten. Doch daraus wurde nichts, wie RTL berichtet. Der Trip endete für Vanessa noch am Tag der Anreise. «Ich fühlte mich wie eine Kriminelle», erinnert sich die Deutsche an das, was ihr nach der Landung in Phuket am 1. Oktober widerfuhr.
«Fühlte mich wie im Gefängnis»
Das Mutter-Tochter-Gespann strandete direkt bei der Passkontrolle, wo Vanessa aus der Schlange geholt wurde. Dann prüften Mitarbeitende der Einwanderungsbehörde den Reisepass der Deutschen. Nach zwei Stunden steht ihr Urteil fest: Vanessa darf nicht nach Thailand einreisen. Stattdessen muss sie in einem abgeschlossenen Raum auf ihren Rückflug warten. Ohne Essen und Trinken, wie der deutsche Sender schreibt. Keine schöne Situation für die junge Frau: «Für mich fühlte sich das irgendwann tatsächlich wie in einem Gefängnis beziehungsweise wie in einem abgesperrten Käfig an.»
Den Reisepass bekommt Vanessa auch in Dubai nicht zurück
Zum Flugzeug darf Vanessa ebenfalls nicht alleine. Sie wird von Sicherheitsmitarbeitenden begleitet. Immerhin: Ihre Mutter darf mit ihr zurückfliegen. Doch beim Zwischenstopp in Dubai erfährt die junge Deutsche dann die nächste Schlappe: «Dort wurde mir dann mitgeteilt, dass ich meinen Reisepass weiterhin nicht zurückbekomme», erzählt sie bei RTL. Stattdessen erhielt sie ein weiteres Dokument mit Ausreiseanordnung. Auf dem, das sie von Emirates erhält, findet sich eine Begründung: «Damaged Passport» – beschädigter Reisepass.
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Souvenirstempel sorgten für Ferienausfall
Schuld sind ganz spezielle Stempel, die sie in ihrem Pass gesammelt hat. Sie stammen aus US-Nationalparks wie dem Grand Canyon, dem Yosemite- und dem Sequoia-Nationalpark. Dahinter steckt das Programm «Passport To Your National Parks», das Reisenden ermöglicht, Erinnerungsstempel an fast allen Standorten des National Park Service (NPS) zu sammeln. Diese können in speziellen Sammelheften, die wie kleine Reisepässe aussehen, oder in einfachen Notizbüchern zusammengetragen werden. Nicht geeignet zum Sammeln der Nationalparkstempel sind echte Reisepässe. Davor warnen etwa der U. S. National Park Service und das US-Aussenministerium.
Souvenirstempel: Das sagt das EDA
Doch nicht alle Länder sind so rigoros wie die USA. Jedes Land erlasse seine Gesetze autonom, also auch jene über die Einreise- und Aufenthaltsvorschriften, erklärt Jonas Montani, Mediensprecher beim Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), bereits vor einiger Zeit gegenüber 20 Minuten. «Gewisse Länder akzeptieren keine Reisepässe, in welchen nicht amtliche Stempel angebracht wurden», so Montani weiter. «Unter bestimmten Umständen haben die Immigrationsbehörden das Recht, Reisende an der Grenze zurückzuweisen.» Wer wissen will, was wo gilt, kann Botschaften und Konsulate der jeweiligen Zielländer kontaktieren. Sie geben Auskunft über die gesetzlichen Bestimmungen.
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Fee Anabelle Riebeling (fee) arbeitet seit 2014 für 20 Minuten. Sie ist stv. Leiterin Wissen/AI, Data und Leiterin des Fachgremiums Faktencheck & Verifikation.
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