Bald schon Schnee? Polarwirbel teilt sich so früh wie noch nie

- Der Polarwirbel über der Arktis gerät laut Modellrechnungen schon Anfang November ins Wanken.
- So früh wurde ein Split seit Messbeginn in den 1950er-Jahren noch nie beobachtet.
- Für die Schweiz steigen die Chancen auf Kaltluft – ob sie ankommt, ist aber nicht seriös vorhersagbar.
Kommt der Winter dieses Jahr besonders früh? Darauf deutet zumindest die aktuelle Entwicklung des Polarwirbels hin: Normalerweise teilt sich dieser im Winter jeweils irgendwann zwischen Dezember und Januar auf und sorgt damit für frostige Temperaturen in Europa.
Darum ist der Polarwirbel so wichtig
Im Normalfall halte der Polarwirbel die kalte Luft wie ein Deckel über dem Nordpol, wie Meteorologe Peter Wick gegenüber 20 Minuten schreibt. Wenn dieser aber gestört wird, zerfällt der Starkwindgürtel in mehrere Zentren und kann die Luft nicht mehr gleich zuverlässig einschliessen.
Dieses Jahr kommt es laut Meteorologen wohl aber zu einem neuen Rekord bezüglich des Zeitpunkts: Der stratosphärische Polarwirbel über der Arktis gerät nach aktuellen Modellrechnungen schon in den nächsten Tagen ins Wanken, wie Meteonews schreibt.
So wacklig sind die Prognosen noch
Seine starken Westwinde schwächen sich Ende Oktober und Anfang November deutlich ab, teils könnten sie sogar kurzzeitig auf Ostwind drehen. Ein vergleichbar frühes Ereignis sei seit Beginn der Messungen in den 1950er-Jahren nicht beobachtet worden, so Meteorologe Klaus Marquardt. Ansatzweise gleich früh setzte der Split nur in den Jahren 1968 und 2025 am 28. November ein.
Wie schätzt du die Chance auf einen frühen Wintereinbruch in der Schweiz ein?
Für die Schweiz könnte eine solche Störung mittelfristig bedeuten, dass die sonst oft milde Westströmung vom Atlantik weniger stabil ist. Damit steigen die Chancen auf Kaltluft aus Norden oder Osten. Dann wären Frost und Schnee auch in tieferen Lagen möglich. Ob die Kaltluft tatsächlich Mitteleuropa und die Schweiz erreicht, lässt sich heute nach Einschätzung der Meteorologen aber nicht seriös vorhersagen.
Früher, aber schwacher Split
Denn der Polarwirbel befindet sich im November noch im Aufbau. Seine Winde sind deutlich schwächer als im Hochwinter. Der erwartete Split gilt deshalb trotz seines aussergewöhnlich frühen Auftretens als eher schwaches Ereignis. Laut Weather.com dürfte der Split auf Basis der aktuellen Modelle um den 11. November bereits wieder nachlassen.
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