«Wohlstandsgesellschaft»: Rettungsheli wurde wegen Durst gerufen

- Der Wander-Boom in der Schweiz führt laut SRF-«Rundschau» zu einer steigenden Zahl an Bergnotfällen.
- Air-Zermatt-Pilot Robert Andenmatten (35 Jahre Erfahrung) berichtet, dass Wanderer heute schon bei «kleineren Wehwehchen» einen Rettungshelikopter anfordern.
- In einem Fall wurde der Heli gerufen, weil Wanderer Durst hatten – dabei übernimmt die Krankenkasse bei Unverletzten die Kosten nicht.
In den vergangenen Jahren hat die Schweiz einen regelrechten Wander-Boom erlebt. Ob jung oder alt: Die Menschen in der Schweiz zieht es in die Berge. Laut dem Fachverband Schweizer Wanderwege wandern rund vier Millionen Schweizerinnen und Schweizer ab 15 Jahren regelmässig. Keine andere Sportart hat seit der Befragung 2013 so stark zugelegt.
Oft überschätzen sich die Menschen am Berg
Zu den einheimischen Wanderinnen und Wanderern kommen in der Hauptsaison noch Touristinnen und Touristen dazu. Doch der Boom bringt nicht nur Gutes mit sich. Immer wieder hört man, dass die Berge unter dem Andrang leiden. Zudem kommt es in den Bergregionen vermehrt zu Konflikten und Notfällen.
Die aktuelle Folge der SRF-«Rundschau» greift das Thema auf. Sie geht der Frage nach, was die steigende Zahl an Notfällen mit den Bergretterinnen und -rettern macht. Einer, der zu Wort kommt, ist Robert Andenmatten. Er ist seit 35 Jahren Helikopterpilot bei der Air Zermatt. Das grösste Problem sei, dass sich einzelne Menschen überschätzten.
Durst kein Grund für einen Rettungseinsatz
Neben Herzproblemen oder Schwächeanfällen sieht der Heli-Pilot oft auch Fussverletzungen. Dazu trage etwa schlechtes Schuhwerk bei. Andenmatten stellt fest, dass heute schon bei «kleineren Wehwehchen» Hilfe angefordert werde.
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Er nennt gleich ein Beispiel: «Ich erinnere mich daran, dass wir zu einem Bergunfall gerufen wurden. Und der eigentliche Grund dafür war Durst.» Er habe sich dann gesagt: Solange es noch hell sei, fliege man halt. Mittlerweile sei man zu einer «Wohlstandsgesellschaft» verkommen, so das Fazit des Piloten.
Die Air Zermatt betont, dass Durst kein Grund für einen Rettungseinsatz sei. Hinzu kommt: Wird eine Person unverletzt gerettet, hat sie keinen Anspruch darauf, dass die Krankenkasse die Kosten übernimmt, berichtet die SRF‑«Rundschau».
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
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