"Irgendwann eh treffen": Befreiter Undav gibt sich nach Torpremiere ganz kalt

Die Durststrecke von Deniz Undav endet in Bratislava: In der Champions League schießt der Stürmer des VfB Stuttgart sein erstes Saisontor. Lange muss er darauf warten, sich viel Kritik anhören und hinnehmen, von Bundestrainer Jürgen Klopp nicht nominiert zu werden.
Bei Stuttgarts Kapitän Deniz Undav ist nach seinem ersten Saisontor eine große Last abgefallen. "Natürlich ist es befreiend. Es ist immer schön zu treffen nach einer Durststrecke von sieben, acht Spielen. Das fühlt sich gut an", sagte Undav nach dem 3:0 (1:0) des VfB in der Champions League bei Slovan Bratislava mit einem Lächeln.
Der 30-Jährige hatte den Traumstart des VfB in der Königsklasse in der 29. Minute eingeleitet. Sein Schuss war noch abgefälscht, Slovan-Torhüter Dominik Takac streckte sich aber vergebens. Es war im achten Pflichtspiel der Saison Undavs erster Treffer. In den letzten Wochen hatte es immer wieder Kritik am VfB-Angreifer gegeben. Undav war auch von Bundestrainer Jürgen Klopp für die Spiele in der Nations League trotz eines XXL-Kaders nicht berücksichtigt worden.
Auf die Frage einer DAZN-Reporterin, ob er sich manchmal ungerecht bewertet fühle, antwortete der Kapitän: "Ungerecht nicht, weil mir ist klar, wenn du so performt hast wie ich letzte Saison mit der WM, dass die Leute mich messen, dass ich gefühlt jedes Spiel treffen muss. Das ist mir klar." In der vergangenen Saison hatte Undav mit 25 Toren und 14 Vorlagen geglänzt. Er erklärte: "Ich bin ruhig geblieben. Natürlich sieht man alles, hört man alles. Aber wie gesagt, mir war klar, dass ich irgendwann eh treffen werde."
"Das interessiert mich nicht"
Selbst zu treffen, sei für ihn ohnehin nicht so wichtig, sagte Undav weiter. "So lange wir gewinnen: Ich kann auch null Tore haben und wir werden wieder Champions League spielen nächste Saison, dann nehme ich das auch mit. Das interessiert mich nicht. Deswegen: Die Leute einsetzen, gewinnen, das macht mehr Spaß", erklärte der Angreifer.
VfB-Trainer Sebastian Hoeneß hatte seinen Kapitän zuletzt trotz dessen durchwachsenem Saisonstart wiederholt verteidigt. Für ihn sei Undav "immer wertvoll, auch wenn er vielleicht mal nicht die besten Aktionen hat im Spiel", betonte der 44-Jährige zuletzt: "Er ist ein feiner Kerl, ist unser Kapitän, ist jemand, der das Spiel unglaublich gut versteht und lesen kann, der in der Lage ist, dort sehr gute Impulse auch an mich als Trainer zu geben." Seinen Vertrag beim VfB hatte Undav im Sommer vorzeitig bis 2029 mit Option auf ein weiteres Jahr verlängert. Jetzt trifft er endlich auch wieder.
Durch den zweiten Sieg im zweiten Spiel der Ligaphase nach dem 3:1 zum Auftakt gegen Viking Stavanger sind die Stuttgarter als Vierter voll in der europäischen Spitzengruppe vertreten. Nur Titelverteidiger Paris Saint-Germain, der FC Barcelona und Aston Villa stehen aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem Team von Trainer Sebastian Hoeneß.
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