The Daily Newsstand · Free, Always
Saturday, October 24, 2026

Rast trotz Sölden-Bestresultat nicht zufrieden

Translate

Doppelte Premiere für Amerikanerin

Rast verpasst im Sölden-Schneetreiben das Podest

Camille Rast ist zur Halbzeit auf Podestkurs. Doch in der Entscheidung fällt sie noch zurück. So jubelt im Riesenslalom von Sölden eine Athletin, die zuvor noch kein Rennen gewonnen hat.

Publiziert: vor 27 Minuten

RMS_Portrait_AUTOR_1195.jpg

Ramona BieriRedaktorin Sport

Das Podest

  1. Paula Moltzan (USA) 2:14,82
  2. Lara Colturi (Alb) +0,01
  3. Emma Aicher (De) +0,52

Das Rennen

«Ich glaube, es gibt noch Potenzial», sagt Camille Rast nach dem 1. Lauf ins SRF-Mikrofon. Dabei ist sie schon fast ganz vorne mit dabei. Zur Halbzeit liegt Rast auf Rang 3, ihr Rückstand auf Halbzeit-Leaderin Mikaela Shiffrin beträgt 37 Hundertstel.

Das angesprochene Potenzial kann Rast im 2. Lauf nicht ausschöpfen. Vor allem der Steilhang misslingt ihr im Schneefall, da verliert sie viel Zeit. Sie fällt vom Podest, knackt aber erstmals die Top 10 in Sölden. Zuvor war Platz 12 ihr Bestresultat, neu ist es ein 6. Rang.

So machen andere den Sieg untereinander aus. Aber auch das Duo, das zur Halbzeit vor Rast liegt, muss den Podestplatz räumen. Shiffrin fällt noch hinter die Schweizerin zurück auf Rang 7, Sara Hector schrammt als Vierte um elf Hundertstel am Podest vorbei.

Dass am Ende dennoch eine Amerikanerin jubelt, liegt an Paula Moltzan. Shiffrins Landsfrau liegt zur Halbzeit auf Rang 5 und prescht noch an die Spitze – hauchdünn vor Lara Colturi. Damit feiert sie nicht nur den ersten Weltcupsieg ihrer Karriere, sondern beschert Van Deer die perfekte Premiere. Denn Moltzan ist die erste Frau, die mit Ski von Marcel Hirschers Marke im Weltcup startet – und gewinnt mit den Latten gleich das erste Rennen. Das Podest komplettiert Emma Aicher.

Die Schweizerinnen

6. Camille Rast +0,81

20. Wendy Holdener +1,92

24. Simone Wild +2,10

25. Stefanie Grob +2,15

28. Vanessa Kasper +2,79

Den 2. Lauf verpassen: 33. Dania Allenbach +2,60; 44. Sue Piller +3,07; 50. Corinne Suter +3,36; 53. Shaienne Zehnder +3,81; 56. Sina Fausch +3,99.

Wendy Holdener ist zur Halbzeit nur 27. Die grosse Aufholjagd bleibt aus. Sie zeigt zwar eine solide Fahrt, kann damit aber nicht die Führung übernehmen. Aber das können auch Konkurrentinnen nicht, so verbessert sich die Schwyzerin dennoch um einige Positionen.

Mit Startnummer 48 prescht Stefanie Grob am Morgen auf Zwischenrang 25 vor. Daran kann sie am Nachmittag nicht anknüpfen. Sie verpasst die zwischenzeitliche Führung und kann so keine Plätze gutmachen.

Gleiches gilt für Simone Wild. Auch sie kann sich nicht vorübergehend an die Spitze setzen, profitiert aber davon, dass Konkurrentinnen das auch nicht können. So schiebt sie sich um vier Positionen nach vorne.

Vanessa Kasper schaffts als 30. haarscharf in den 2. Lauf. Sie profitiert von der perfekt präparierten Piste, kann diesen Vorteil aber nicht ausnutzen. Die nach ihr gestartete Polin Maryna Gasienica-Daniel nimmt ihr 1,67 Sekunden ab. Danach fallen noch zwei Konkurrentinnen hinter sie.

Erstmals seit drei Jahren bestreitet Corinne Suter einen Riesenslalom. Der Start gelingt ihr, in den ersten Toren ist nur Julia Scheib schneller unterwegs. Doch das kann die Speed-Spezialistin nicht durchziehen, rasch wird aus dem Vorsprung ein immer grösserer Rückstand. Am Ende verpasst sie die Entscheidung deutlich.

Viel knapper ist es bei Dania Allenbach. Nur sechs Hundertstel fehlen ihr, um ein zweites Mal starten zu dürfen. Viel knapper gehts fast nicht mehr. Auch Sue Piller, Shaienne Zehnder und Sina Fausch büssen im Vergleich mit Halbzeit-Leaderin Mikaela Shiffrin zu viel Zeit ein müssen bei der Entscheidung zuschauen.

Die Stimmen gegenüber SRF

Camille Rast: «Ich bin sicher nicht zufrieden. Wenn man nach dem ersten Durchgang Dritte ist, will man am Ende auf dem Podest sein. Leider hats nicht geklappt. Es war eine Lotterie mit dem Licht. Das ist keine Entschuldigung, aber es wäre sicher mehr möglich gewesen. Bestresultat in Sölden, das nehme ich. Vor dem Rennen hätte ich für diesen Rang unterschrieben. Aber nach dem ersten Lauf habe ich gespürt, es wäre mehr möglich. Nun habe ich einen Monat Zeit, um zu arbeiten. Aber es ist sicher ein gutes Zeichen, kann ich jetzt schon vorne mitmischen.»

Wendy Holdener: «Mitte Steilhang hat es zwei, drei Tore, die gehen gerade runter. Dort habe ich versucht, mich hineinzutrauen und bin zufrieden, wie ich es gemacht habe. Ich müsste einfach noch etwas besser über den Ski stehen, damit ich noch mehr Speed mitnehmen kann. Aber ich bin in den letzten Jahren nie mehr so gut in die Saison gestartet. Ich habe den Rhythmus gefunden, eine gute Einstellung und Freude gehabt. Denn mein Training war nicht ganz optimal, ich bin nicht gut gefahren. Darum nehme ich diesen Schritt in die richtige Richtung mit.»

Das gab zu reden

Mikaela Shiffrin hat in ihrer Karriere bisher 110 Weltcuprennen gewonnen, die meisten davon (73) im Slalom. In ihrer Paradedisziplin tritt sie in diesem Winter etwas kürzer, wird einzelne Rennen auslassen und stattdessen etwa den Riesenslalom mehr in den Fokus rücken. Dort wartet die Weltmeisterin von 2023 seit Dezember des gleichen Jahres auf einen Sieg – auch, weil sie in der Folgesaison in dieser Disziplin stürzte und einige Rennen verpasste oder ausliess. Nach dem 1. Lauf sieht es danach aus, als würde die Durststrecke in Sölden enden. Shiffrin führt. Doch sie kann den Sieg nicht nach Hause fahren und fällt als Siebte noch vom Podest. Damit verpasst sie auch den dritten Sölden-Sieg nach 2014 und 2021.

Das gab zu reden II

Im Januar 2024 stürzte Petra Vlhova und verletzte sich schwer am Knie. Nun bestreitet die Slowakin erstmals wieder ein Weltcup-Rennen. Und sie zeigt einen starken ersten Auftritt, büsst am Morgen 1,31 Sekunden auf Shiffrin ein und liegt zur Halbzeit auf Platz 11. Am Nachmittag hat sie mehr Mühe, auch weil die Sicht schlechter ist. So fällt Vlhova noch auf Platz 23 zurück. Weniger gut läufts Vorjahressiegerin Julia Scheib. Nach einer halben Minute stürzt sie heftig, ihr Rennen endet früher als ihr lieb ist. Mehr zum Sturz gibts hier.

Die Bedingungen

In der Nacht fallen in Sölden fünf bis zehn Zentimeter Neuschnee. Die Folge: Am Morgen muss an der Piste gearbeitet werden, sodass die beiden Läufe jeweils eine halbe Stunde später als geplant beginnen. Im Verlauf des Morgens reisst der Himmel auf und die Sonne scheint, einzig der Wind weht vor allem oben etwas stärker. Aber die Piste hält. Am Nachmittag ist es dann wieder bewölkter, die Sonne kommt und geht und es schneit mal mehr mal weniger. Dadurch variieren auch die Sichtbedingungen für die Athletinnen.

So gehts weiter

Am Sonntag eröffnen auch die Männer ihre Saison mit dem Riesenslalom in Sölden (1. Lauf um 10 Uhr). Für die Frauen gehts in drei Wochen mit dem Slalom von Levi (Fi) weiter. Der nächste Riesenslalom steht erst am 28. November in Killington (USA) auf dem Programm.

View the original on Blick →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.