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Saturday, September 12, 2026

Funktionelle Getränke – Schweizer Start-ups mischen den Softdrink-Markt auf

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Funktionelle Getränke Schweizer Start-ups mischen den Softdrink-Markt auf

Mate, Kombucha und Vitaminwasser liegen im Trend. Junge Unternehmen fordern damit die etablierten Softdrink-Marken heraus.

12.09.2026, 16:26

In manchen Schweizer Restaurants und Take-aways sind klassische Softdrinks bereits verschwunden. Stattdessen stehen lokale Getränkemarken im Regal. So auch im «Gemüse Kebab» in Genf.

So verändert sich der Schweizer Getränkemarkt:

«Wir wollten nicht mit den grossen Konzernen zusammenarbeiten, sondern setzen auf ein lokales Gastronomiekonzept», sagt Mitinhaber Julien Keller gegenüber dem Westschweizer Radio und Fernsehen RTS.

Hinter dieser Entwicklung steckt ein Wandel der Konsumgewohnheiten. Viele Menschen trinken weniger Alkohol und achten stärker auf die Inhaltsstoffe ihrer Getränke.

«Früher hat kaum jemand die Zutatenliste gelesen. Heute drehen viele Kunden die Dose um und schauen genau hin», beobachtet Keller.

Weniger Gewinn, dafür ein anderes Angebot

Für Restaurants hat die Abkehr von den grossen Marken allerdings ihren Preis.

Im «Gemüse Kebab» kosten alle Dosengetränke fünf Franken. Eingekauft werden sie für rund zwei Franken pro Stück.

«Im Vergleich zu Getränken grosser Konzerne verlieren wir pro Dose zwischen 50 Rappen und einem Franken Marge», sagt Keller. Trotzdem bleibe das Modell wirtschaftlich tragbar.

Der Aufstieg der funktionellen Getränke

Immer mehr Hersteller setzen auf sogenannte funktionelle Getränke.

Dazu zählen Produkte, die nicht nur den Durst löschen sollen, sondern einen zusätzlichen Nutzen versprechen – etwa durch Koffein, Vitamine, Ballaststoffe, Proteine oder probiotische Kulturen.

Zwei Personen sitzen, eine trinkt aus einer Dose.
Legende: Neue Getränkemarken konkurrieren auf dem Schweizer Markt. RTS

Laut Marktforschungsunternehmen Mordor Intelligence dürfte der weltweite Markt für solche Getränke bis 2029 ein Volumen von rund 243 Milliarden Franken erreichen.

Gegen die Grossen hilft nur Grösse

Zu den erfolgreichsten Schweizer Anbietern gehört die Waadtländer Firma Super Natural Club. Die Firma war zunächst auf Kombucha spezialisiert. Inzwischen umfasst ihr Sortiment auch Limonaden, Aufgüsse und Cola-Alternativen.

Die Entwicklung neuer Produkte erfolgt im eigenen Labor. Dort werden bestehende Rezepte verbessert und neue Geschmacksrichtungen entwickelt.

Um mit internationalen Konzernen konkurrieren zu können, brauche es jedoch ausreichend Produktionskapazitäten.

«Niemand bezahlt zwölf Franken für eine Limonade», sagt Mitgründer Romain Pasche. «Bei den hohen Schweizer Kosten automatisieren wir alle Schritte ohne eigentlichen Mehrwert. So können sich unsere Mitarbeitenden auf die Bereiche konzentrieren, in denen ihr Know-how gefragt ist», erklärt Gervaix.

Weniger Alkohol, weniger Zucker

Auch Getränkehändler beobachten den Wandel. Bei Amstein, einem seit über 50 Jahren tätigen Getränkedistributor mit rund 4000 Produkten im Sortiment, seien alkoholfreie Innovationen derzeit das stärkste Wachstumssegment.

«Seit fünf Jahren erleben wir einen regelrechten Boom», sagt Geschäftsführer Yan Amstein. Besonders gefragt seien derzeit Vitaminwasser und Mate.

El Tony Mate als Branchenprimus

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Der bekannteste Mate-Anbieter der Schweiz ist El Tony Mate.

Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Marke in Supermärkten, Clubs und an Festivals etabliert.

«Von zehn in der Schweiz konsumierten Mate-Dosen stammen sieben bis acht von El Tony», sagt Karl Schnyder, Geschäftsführer der Zuger Firma Intelligentfood.

Ein Erfolgsfaktor ist das Marketing. Rund 30 Prozent des Umsatzes fliessen laut Unternehmen in Werbung und Sponsoring. Die Strategie erinnert an jene von Red Bull, nicht zuletzt weil Gründer Roland von Moos früher für den Energydrink-Hersteller tätig war.

Heute wird El Tony Mate nicht nur in der Schweiz verkauft, sondern auch nach Frankreich, Österreich, Spanien und in die Niederlande exportiert.

Ein Boom wie einst bei den Craft-Bieren

«Vor 25 Jahren boomten die ersten Craft-Bier-Brauereien. Später wurde der Markt überhitzt und konsolidierte sich», so Amstein.

Bei den alkoholfreien Trendgetränken beobachte man derzeit eine ähnliche Euphorie. Viele Konsumentinnen und Konsumenten hätten genug von den traditionellen Marken und suchten nach Alternativen.

Der Getränkehändler rechnet deshalb damit, dass sich der Markt in den nächsten fünf bis zehn Jahren neu ordnen wird.

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