Strafenreiches Derby in Biel – «Einfach nur feige» – Carrs Faustschlag erhitzt die Gemüter

Dass die Emotionen in Derbys zuweilen ganz schön hochgehen können, weiss Dominic Zwerger nur zu gut. Bis zu seinem Wechsel ins Seeland auf diese Saison hin spielte der österreichische Flügel viele Jahre für den HC Ambri-Piotta – und erlebte entsprechend viele Duelle gegen Kantonsrivale Lugano. Im Tessiner Derby ist jeweils automatisch eine ordentliche Prise Pfeffer drin.
Was am Freitagabend aber im Jura-Derby zwischen Biel und Ajoie passierte, ist für Zwerger «ein absolutes No-Go». Dies machte der Flügel im Interview nach dem Spiel sehr deutlich: «Das hat gar nichts mit Hockey und nichts mit Emotionen und Härte zu tun. Das ist einfach nur feige, wenn einer schon auf den Knien ist und du ihm ins Gesicht schlägst.»
Strafenflut und ein mögliches Nachspiel
Was war passiert? Nach einem Abschluss der Bieler kommt es hinter dem Ajoie-Gehäuse zu einem Handgemenge. Zuerst geraten Valentin Pilet und Lias Andersson aneinander, ehe zwischen Gaëtan Haas und Daniel Carr eine Schlägerei ausbricht. Der Kanadier ringt den Bieler Captain zu Boden, zieht ihm das Trikot über den Kopf und schlägt ihm dann mit der Faust mitten ins Gesicht.
Während Haas das Eis benommen, aber selbstständig verlassen kann, hat auch Carr frühzeitig Feierabend. Die Szene in der 45. Minute löste eine Strafenflut sondergleichen aus: Die Schiedsrichter sprechen gleich sechs Spieldauerdisziplinarstrafen aus, zwei davon gegen Carr, eine gegen Haas. Zudem müssen auch Andersson, Pilet und Jesse Zgraggen vorzeitig unter die Dusche.
Für Carr dürfte sein Faustschlag ein Nachspiel haben. Die Liga wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Verfahren eröffnen. Dies wäre ganz im Sinne von Zwerger. «Das sollte von der Liga angeschaut und bestraft werden», ist für ihn klar. Ajoie-Stürmer Kyen Sopa beurteilte das Ganze etwas anders. Von einer «wüsten Aktion» wollte er jedenfalls nicht sprechen. «Es war einfach ein Fight. Wenn du die Handschuhe ausziehst, musst du damit rechnen, dass du ein paar einfängst.»
Dass ein Spieler mit gleich zwei Spieldauerdisziplinarstrafen belegt wird, ist zwar selten, kam in dieser Saison aber bereits einmal vor. Der junge Lausanner Basile Sansonnens büsste Ende September für einen Bandencheck gegen den Davoser Brendan Lemieux und eine anschliessende Prügelei ebenfalls doppelt.
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