Bericht über rätselhafte Reise: CIA-Chef übermittelte Kreml offenbar "düstere Einschätzung" zur Ukraine

Bericht über rätselhafte ReiseCIA-Chef übermittelte Kreml offenbar "düstere Einschätzung" zur Ukraine
27.08.2026, 22:48 Uhr
Die Spekulationen über den Moskau-Besuch von CIA-Chef Ratcliffe gehen weiter. Nach Recherchen der "New York Times" soll er dem Kreml eine realistische Einschätzung zur Lage in der Ukraine mitgeteilt haben.
Was hat der CIA-Direktor John Ratcliffe am Dienstag in Moskau gemacht? Der oberste Spion der US-Regierung reiste einem Medienbericht zufolge nach Russland, um den Kreml eine "düstere Einschätzung" über den Ukraine-Krieg zu übermitteln. Dies berichtet die "New York Times" mit Verweis auf "aktuelle und ehemalige" Regierungsmitglieder. Zuvor hatten schon andere US-Medien über Sinn und Zweck der geheimnisvollen Reise spekuliert.
Ratcliffes Ziel war es dem NYT-Bericht zufolge, dem russischen Auslandsgeheimdienstchef Alexander Bortnikow unter vier Augen die US-Sicht auf den Krieg zu übermitteln. Er sollte "die Russen dazu zu drängen, eine Einigung zu erzielen, bevor sich ihre militärische und wirtschaftliche Lage weiter verschlechtert", schreibt das Blatt. Die USA gehen demnach davon aus, dass Kremlchef Wladimir Putin nur geschönte Lageberichte von der Front erreichen und er über kein realistisches Bild der Lage verfüge.
Ratcliffe hoffe, dass der frühere Geheimdienstchef Putin Hinweise der CIA eher ernst nehme als Äußerungen von US-Diplomaten. Es soll sich aber nicht um eine Drohung oder dergleichen gehandelt haben. Auch die Autoren wissen dem Artikel zufolge nicht, ob Ratcliffes Mission auf eine Kursänderung der USA im Umgang mit Russland hindeutet. Der Besuch sei ein Versuch gewesen, die festgefahrenen Verhandlungen wiederzubeleben. Mittlerweile sei es klar, dass die Ukraine den Donbass nicht ohne Weiteres aufgeben werde.
Zuvor hatten andere Medien auch über das Ziel von Ratcliffes Aufenthalt in Moskau berichtet. Das "Wall Street Journal" und "Politico" hatten zuvor unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen geschrieben, dass der CIA-Chef bei seinem Besuch vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt haben soll. US-Präsident Donald Trump lehnte es indes ab, Medienberichte über den Zweck der Reise von Ratcliffe zu kommentieren. "Sie werden nicht angreifen", sagte er lediglich.
Bereits am Mittwoch hatte Trump erklärt, dass Ratcliffes Reise nichts mit russischen Drohungen gegen Nato-Staaten zu tun gehabt habe. Er deutete stattdessen an, dass der Besuch im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine stand.
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