Anker Solix S2000 ausprobiert: Diese 2-kWh-Powerstation ist etwas Besonderes
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Anker Solix S2000 ausprobiertDiese 2-kWh-Powerstation ist etwas Besonderes
25.09.2026, 17:25 Uhr
Von Klaus Wedekind
Die Anker Solix S2000 ist eine außergewöhnlich kompakte, leichte und effiziente Powerstation der 2-kWh-Klasse. Damit ist sie besonders gut zur Überbrückung von Stromausfällen geeignet, ist aber auch ein guter Versorger bei Outdoor-Aktivitäten. Sie geizt allerdings im Vergleich zur Konkurrenz mit USB-C-Anschlüssen.
Tragbare Powerstations werden immer schlanker und leichter, womit sie deutlich flexibler einsetzbar sind. Jüngstes Beispiel dafür ist die knapp 1200 Euro teure Anker Solix S2000. Laut Hersteller ist sie die derzeit "kleinste und leichteste" Powerstation mit einer Kapazität von 2 kWh. Außerdem soll sie besonders ausdauernd und effizient arbeiten. ntv.de hat ausprobiert, was sie im Alltag kann.
Tatsächlich ist die Anker Solix S2000 mit 20,8 × 28,2 × 32,3 cm die kompakteste Powerstation, die ntv.de bisher getestet hat. Und sie ist mit 16,2 kg auch der aktuelle Leichtgewichts-Champion in der 2-kWh-Klasse. Zum Vergleich: Die Ecoflow Delta 3 Max Plus wiegt 22 kg und misst 49,4 × 24,2 × 30,5 cm. Allerdings bietet sie auch mehr Anschlüsse und ist leistungsfähiger.
Beschränkte Auswahl an Anschlüssen
Die Solix S2000 hat zwar ebenfalls vier AC-Steckdosen, doch lediglich zwei USB-C-Buchsen, die höchstens 15 und 100 W zur Verfügung stellen können - die Delta 3 Max Plus hat vier, wovon eine bis zu 140 W bietet. Ansonsten hat Anker nur noch einen 12-W-USB-A-Anschluss zur Versorgung von Geräten eingebaut.
Einen 12-V-Gleichstrom-Ausgang (Zigarettenanzünder-Anschluss), der beim Camping besonders wichtig sein kann, hat die Powerstation nicht. Aufgeladen wird die Anker Solix S2000 entweder über einen AC-Eingang oder einen Solar-/Kfz-Anschluss (XT60i).
Platzsparend, aber unbequem zu tragen
Auffallend ist die turmartige Bauweise, die Platz spart, der normalerweise in der Fläche statt in der Höhe knapp ist. Das ist beispielsweise praktisch, wenn die Powerstation unterm Schreibtisch oder beim Camping zum Einsatz kommt. Hilfreich ist dabei auch, dass sich die Anschlüsse auf den beiden Seiten verteilen.
Das Gehäuse ist robust und hochwertig verarbeitet, aber wie bei anderen Powerstations nicht vor Staub und Wasser geschützt. Für einen sicheren Betrieb hat die Anker Solix S2000 Elektronik, die vor Überhitzung, Überspannung, Unterspannung und Kurzschlüssen schützt.
Nicht so gut gelöst ist die Tragevorrichtung. Denn die Powerstation hat dafür nur Vertiefungen ohne Griffmulden an den Seiten. Das ist unbequem, für kurze Transportwege aber akzeptabel.
Ausreichend Leistung, hohe Effizienz
Die maximale AC-Dauerleistung der Powerstation beträgt 1500 W, kurzfristig stellt sie bis zu 3000 W zur Verfügung. Damit kann sie bei Stromausfällen die wichtigsten Geräte im Haushalt betreiben. Speziell bei einem längeren Einsatz ist dabei ein geringer Eigenverbrauch im Leerlauf wichtig. Er entsteht hauptsächlich durch den Wechselrichter, der Gleich- in Wechselstrom umwandelt.
Anker gibt ihn mit 10 W an, was sehr wenig ist. Um das nachzuprüfen, hat ntv.de die Batterie zu 80 Prozent geladen und dann bei aktivierten AC-Steckdosen zehn Stunden im Leerlauf betrieben. Danach zeigte die Powerstation einen Ladestand von 76 Prozent an. Damit wäre sie sogar noch etwas genügsamer als angegeben, die Messmethode ist allerdings recht ungenau. Trotzdem hat der Test den sehr geringen Eigenverbrauch bestätigt. Ist der Wechselrichter außer Betrieb, benötigt die Powerstation im Stand-by sogar nur 2 W.
Über eine zwischengeschaltete smarte Steckdose gemessen, stellte die Anker Solix S2000 von einer vollen Ladung auf 100 Prozent für Verbraucher mehr als 90 Prozent zur Verfügung. Das ist ebenfalls ein ausgezeichneter Wert. Eine hohe Effizienz zeigte sie auch ohne Wechselrichter an den USB-Ausgängen mit durchschnittlich mehr als 90 Prozent. Von 100 W kamen im Test bei einem Verbraucher beispielsweise 97 W (97 Prozent) an. Bei 15 W waren es 14 W, was einer Effizienz von rund 93 Prozent entspricht.
Langlebige Zellen, umfangreiche App
Die Anker Solix S2000 selbst kann am XT60i-Anschluss mit bis zu 400 W und an der Steckdose üblicherweise mit bis zu 1100 W geladen werden. Im Test war sie so am AC-Eingang in etwa 80 Minuten von 20 auf 80 Prozent geladen. Das ist ein idealer Bereich, indem die Batterie geschont wird, womit sie eine längere Lebensdauer erreicht. Man kann die entsprechenden Grenzen in der zugehörigen App einstellen.
Dort kann man auch eine "ultraschnelle" Ladung mit bis zu 1500 W aktivieren, bei gleichzeitig verbundenen Solarpaneelen können es sogar 1800 W sein. Anker empfiehlt, dies zur Schonung des Akkus nur bei Bedarf zu tun. Ansonsten bieten die Lithium-Eisenphosphat-Zellen (LFPO) eine lange Lebensdauer. Laut Anker hat der Akku nach 6000 Ladezyklen noch mindestens 80 Prozent seiner ursprünglichen Kapazität. Nach 10.000 Zyklen sollen es noch 60 Prozent sein. Bei einem schonenden Einsatz zwischen 20 und 80 Prozent sind es entsprechend mehr. Anker gibt fünf Jahre Garantie.
Die sehr umfangreiche App bietet noch etliche weitere Einblicke und Möglichkeiten. Unter anderem kann man die Powerstation bei dynamischen Stromtarifen bei günstigen Preisen laden und bei hohen entladen lassen. Standardmäßig ist sie im USV-Betrieb. Dabei ist sie zwischen Steckdose und Verbraucher geschaltet und kann bei einem Stromausfall binnen 10 Millisekunden einspringen, beispielsweise um einen Computerabsturz zu verhindern.
Fazit
Wenn man eine besonders kompakte und effiziente 2-kWh-Powerstation sucht, ist die Anker Solix S2000 eine ideale Option. Allerdings könnte die begrenzte Auswahl an Anschlüssen gegen einen Kauf sprechen. Es gibt besser bestückte Konkurrenten, die aber gewöhnlich größer und schwerer sowie teurer sind.
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