«Katastrophale Hirnschäden»: Opfer verklagen Achterbahnbetreiber

- Die Achterbahn X2 im Six Flags Magic Mountain in Valencia, Kalifornien, ist nach schweren Hirnverletzungen bei Besuchern in die Kritik geraten.
- Die Kanzlei Dordick Law Corporation hat drei Klagen eingereicht und vertritt über hundert weitere Betroffene. Auch zwei Todesfälle werden mit der Attraktion in Verbindung gebracht.
- Seit Mitte Juli ist die X2, deren Sitze sich um 360 Grad drehen und die bis zu 122 km/h erreicht, aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Eigentlich sollte sie nur einen Adrenalin-Kick liefern, doch jetzt soll die Achterbahn X2 für zahlreiche Besucher des Freizeitparks Six Flags Magic Mountain in Kalifornien zum Horror geworden sein. Nun hat der Skandal eine neue Dimension erreicht: Die Kanzlei Dordick Law Corporation hat drei Klagen wegen «katastrophaler Hirnschäden» eingereicht. Nach Angaben der Anwälte vertreten sie zudem mehr als hundert weitere Personen, die nach einer Fahrt traumatische Verletzungen erlitten haben wollen. Weitere Klagen seien geplant, wie die «Bild» berichtet.
Zu den Klägern zählt die 40-jährige Pamela Guillen aus Hawaii. Sie fuhr am 5. Juli 2026 gemeinsam mit ihrer Tochter auf der X2, verlor danach laut Anwälten das Bewusstsein und musste notoperiert werden. Zwei Wochen lag sie im künstlichen Koma. Danach musste sie das Gehen und Sprechen neu erlernen.
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Fahrgast konnte nicht mehr sprechen
Sechs Tage später soll auch Naomi Greer-Wilkinson, damals 25 Jahre alt, schwere Hirnverletzungen erlitten haben. Sie werde beatmet, könne nicht sprechen und ihre Arme und Beine nicht gezielt bewegen, heisst es seitens der Anwälte. Kläger ist zudem auch der Anwalt Michael Wilk aus Los Angeles. Er berichtet von massiven Hirnblutungen nach einer Fahrt im Februar und mehreren schweren Kopfoperationen, denen er sich habe unterziehen müssen.
Medien berichten darüber hinaus von mindestens zwei Todesfällen: 2010 starb Hilda Farias nach einer Fahrt, 2022 erlag der 22-jährige Christopher Hawley Stunden nach dem Besuch der Attraktion einer Hirnblutung.
Spektakuläres Fahrgeschäft
Die X2 gilt als besonders spektakulär: Ihre Sitze drehen sich unabhängig von der Schiene um 360 Grad, Fahrgäste hängen kopfüber und stürzen rückwärts fast senkrecht 65 Meter in die Tiefe. Die Bahn erreicht bis zu 122 km/h. Seit Mitte Juli ist sie aus Sicherheitsgründen geschlossen.
Die Kläger werfen Six Flags vor, Warnungen und frühere Vorfälle ignoriert zu haben. Der Konzern weist die Vorwürfe zurück, kommentiert die laufenden Verfahren aber nicht. Six Flags verweist auf regelmässige Sicherheitschecks durch externe Experten. Die Behörden in Kalifornien untersuchen die Fälle.
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Reto Bollmann (bre), Jahrgang 1991, verstärkt seit Ende 2021 als Redaktor den Newsdesk von 20 Minuten. Eine Vorliebe hat er für politische, wissenschaftliche und geschichtliche Themen.
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