«Tamagotchis böser Cousin»: Tragen wir bald KI am Schlüsselbund?

Ein kleines digitales Wesen lebt auf einem Mini-Bildschirm. Du trägst es ständig mit dir herum, schaust alle paar Minuten darauf und interagierst mit ihm. Kommen da bei dir auch Erinnerungen an die 90er-Jahre hoch? Das gute alte Tamagotchi bekommt von Meta ein KI-Update – und ist damit in aller Munde.
Meta-Chef Mark Zuckerberg hat an der Entwicklerkonferenz Meta Connect am 23. und 24. September den Muse Charm vorgestellt. Das Gerät ist etwa so gross wie ein Schlüsselanhänger und soll den Zugriff auf Metas KI-Assistenten Muse ermöglichen, ohne dass du dafür das Smartphone zücken musst.
Welches Gadget aus deiner Kindheit würdest du heute gerne mit moderner KI aufrüsten?
Herziger Avatar soll deine Finanzen managen
Auf dem kleinen Display erscheint ein weisser, flauschiger Avatar. Während er aussieht wie ein neues Kinderspielzeug, soll Muse laut der «Financial Times» etwa Lebensmittel bestellen, Reisen buchen oder bei der Organisation von Finanzen helfen können. Damit das klappt, hat der Muse Charm neben dem Display ein Mikrofon, zwei Kameras und eine eigene 5G-Verbindung. Zuckerberg sagte bei der Präsentation allerdings, das Gerät sei noch nicht ganz fertig.
Tamagotchi musste krabbeln, damit der Muse Charm laufen kann
Optisch liegt der Vergleich mit dem Tamagotchi nahe. Online reagieren User entsprechend: «Das ist ein Tamagotchi und niemand kann mich vom Gegenteil überzeugen», schreibt jemand. Ein anderer User kommentiert: «Das Tamagotchi musste krabbeln, damit der Muse Charm laufen kann.»
Der Nostalgiefaktor sorgt allerdings auch für Kritik. «Ihr fallt auf alles rein, solange es nur Nostalgie auslöst», spottet jemand. Ein weiterer Kommentar beschreibt den Charm als «Tamagotchi mit Datentarif» und fragt, wer so etwas überhaupt verlangt habe. Seine Prognose: Eltern würden das Gerät für ihre Kinder kaufen – die es wenig später verlieren.
Andere zeigen sich fasziniert. «KI hat offenbar entschieden, dass das Smartphone jetzt optional ist» oder «das ist der beste Einsatz von KI bisher», ist in den Kommentaren zur Neuheit zu lesen.
«Der böse Cousin des Tamagotchis»
Das Thema Datenschutz sorgt für Bedenken und Häme im Netz: User @ironveil_ nennt den Charm den «bösen Cousin des Tamagotchis, der all deine Aktivitäten überwacht und deine Daten verschickt». Ein anderer User schreibt sinngemäss, er wolle seine Daten lieber nicht einem Tamagotchi von Meta anvertrauen.
Die Skepsis kommt nicht von ungefähr: Je persönlicher Muse werden soll, desto mehr Zugriff braucht der KI-Assistent potenziell auf deinen digitalen Alltag. Die «Financial Times» nennt nebst E-Mails und Kalender auch Finanzdienste als Programme, auf die Muse zugreifen kann.
Meta betont hingegen, Muse verfüge über moderne Datenschutz- und Sicherheitsfunktionen. Laut DPA kündigte Zuckerberg zudem an, dass bestimmte Interaktionen mit Meta-Geräten komplett verschlüsselt verarbeitet werden sollen.
Start noch dieses Jahr
Laut «Financial Times» soll der Muse Charm im Dezember erscheinen. Laut DPA soll Metas Tamagotchi bis Ende Jahr auf den Markt kommen. In welchen Ländern das Gerät angeboten wird, ist noch offen. Auch einen Preis hat Meta bisher nicht genannt. Medienberichten zufolge könnte er ungefähr auf dem Niveau einer Smartwatch liegen.
Könntest du dir vorstellen, so ein Gerät in Zukunft zu nutzen?
Malin Mueller (mmu) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten. Sie ist stellvertretende Leiterin Lifestyle und Beauty-Redaktorin. Ihr Fokus: Hautpflege, Frisuren und Trend-Checks.
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