Dein Handy wird plötzlich ziemlich heiss: Der Grund ist einfach

Die Sonne knallt aufs Display, das Handy liegt im aufgeheizten Auto oder läuft draussen auf voller Bildschirmhelligkeit: Im Sommer überrascht es kaum, wenn das Smartphone heiss wird. Doch auch wenn die Temperaturen sinken, kann sich das Gerät nach gewissen Apps plötzlich stark erwärmen.
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Warum wird mein Handy überhaupt heiss?
Ein Smartphone verbraucht beim Arbeiten elektrische Energie, ein Teil davon wird zu Wärme. Je mehr Komponenten gleichzeitig gefordert sind, desto stärker kann sich das Gerät erwärmen. Google nennt etwa Prozessor, Kameras und Funkantennen als Wärmequellen. Auch Apple führt rechenintensive Apps und Videostreaming als Situationen auf, in denen ein iPhone wärmer werden kann.
Dazu kommt das Display. Es braucht selbst Strom, besonders bei hoher Helligkeit. Bei bewegten Inhalten kommt die Rechenarbeit für die Darstellung dazu: Prozessor und Grafikchip müssen etwa die sich laufend verändernde Karte neu berechnen und auf dem Bildschirm darstellen.
Wie gehst du damit um, wenn dein Handy warm wird?
Heizt eine Navigations-App wie Maps das Handy darum so stark auf?
Ja: Genau hier kommen mehrere Verbraucher zusammen. Während der Navigation muss das Smartphone deinen Standort bestimmen, Daten übertragen und die sich bewegende Karte darstellen.
Die Karte wird laufend neu gerendert, wofür Prozessor und Grafikchip arbeiten. Gleichzeitig bestimmen GPS und andere Ortungsdienste deine Position. Auch der Empfang zählt: Laut Google steigt der Energieverbrauch bei schlechter Mobilfunkverbindung.
Wie sieht es mit Facetime oder anderen Arten von Videotelefonie aus?
Bei FaceTime läuft ebenfalls vieles gleichzeitig: Kamera und Mikrofon sind aktiv, das eigene Video wird verarbeitet und verschickt, während das Handy das Video des Gegenübers empfängt und darstellt. Google zählt längere Videoanrufe und Navigation ausdrücklich zu den Tätigkeiten, bei denen sich ein Smartphone stark erwärmen kann.
Aber bei Tiktok ist der Bildschirm doch auch immer an – da wird mein Handy aber nicht so heiss.
Stimmt. Bildschirmzeit allein ist kein guter Gradmesser für die Belastung. Beim Videoschauen lädt das Smartphone vor allem Daten herunter, decodiert das Video und zeigt es an. Moderne Smartphones können das Decodieren von Videos über spezialisierte Hardware erledigen. Apple unterstützt beispielsweise hardwarebeschleunigtes Video-Decoding.
Bei Maps und FaceTime kommen je nach Nutzung weitere stromhungrige Aufgaben gleichzeitig dazu. Darum kann sich eine halbe Stunde Navigation deutlich heisser anfühlen als eine halbe Stunde Scrollen.
Macht Laden das Handy noch heisser?
Ja. Beim Laden entsteht zusätzliche Wärme. Apple erklärt, dass sich der Akku dabei erwärmt und das iPhone den Ladestrom begrenzen kann, wenn die Temperatur zu stark steigt. Besonders ungünstig ist deshalb etwa Maps im Auto mit hoher Displayhelligkeit, schlechtem Empfang und gleichzeitigem Laden.
Wann sollte ich mir Sorgen machen?
Dass dein Smartphone bei Navigation, Videoanrufen, Gaming oder Laden warm wird, ist zunächst nichts Ungewöhnliches. Wird es zu heiss, schützt es sich selbst. Apple kann etwa Displayhelligkeit, Leistung oder Ladevorgang einschränken. Google nennt unter anderem eine reduzierte CPU-Leistung und Ladegeschwindigkeit.
Wird dein Handy dagegen ohne erkennbare Belastung regelmässig sehr heiss, verliert ungewöhnlich schnell Akku oder zeigt Temperaturwarnungen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen.
Bei welchen Apps oder Tätigkeiten ist dir schon aufgefallen, dass dein Handy besonders warm wird?
Meret Steiger (mst), arbeitet seit 2016 für 20 Minuten. Sie ist Redaktorin für Living und Auto & Mobilität und berichtet über Wohnen, Einrichten und Architektur.
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