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Tuesday, October 13, 2026

«Wenn Frauen über Sport sprechen, reden Männer sie klein»

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  • Eleni Frommann (29) hat sich mit Sport-Content auf Instagram und TikTok eine Viertelmillion Follower aufgebaut.
  • Die deutsche Content Creatorin will Aufmerksamkeit für Randsportarten schaffen und sieht sich als Vorbild für Frauen im Sportjournalismus.
  • Für die Fussball-WM berichtete sie sechs Wochen live aus den USA für Magenta TV.

Wenn Eleni Frommann auf ihrem Stuhl Platz nimmt, ihr Mikrofon in der Hand hält, dann sehen das eine Viertelmillion Menschen – so viele Follower hat die Deutsche allein auf Instagram. Was dann folgt, ist Aufklärung. Frommann will Aufmerksamkeit schaffen, Aufmerksamkeit für Sportarten, die vielleicht nicht ganz so im Fokus der Öffentlichkeit stehen.

«Als ich Leichtathletik gemacht habe, habe ich gemerkt, dass Sportarten wie meine keine oder zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Es gibt viele tolle Athletinnen und Athleten, deren Geschichte niemand kennt», erklärt sie gegenüber 20 Minuten. Also gründete sie ihren Tiktok-Account.

«Wollte Storys von Sportlern und Sportlerinnen erzählen»

Zu Beginn ihrer Reise als Sport-Content-Creator gab es nicht allzu viele Aufrufe. Doch sie blieb hartnäckig. «Ich wollte einfach die Storys von Sportlern erzählen. Dann kam Tiktok auf die 29-Jährige zu. Sie haben mich in einem Call dazu motiviert, weiterzumachen, da sie einen Mehrwert für ihre Plattform sahen. Das war dann mein Zeichen, dass ich voll auf diese Karte setzen kann.»

Ihre Vergangenheit als Leistungssportlerin habe ihr dabei auch geholfen. «Als Sportlerin will man immer die Beste sein, und dieses Mindset hilft mir auch in der Karriere. Es schafft aber auch Verständnis für die Sportlerinnen und Sportler, die man interviewt. Was alles dahintersteckt. Ich glaube, ein gewisses Feingefühl hilft definitiv.» Das merkt sie auch bei den Gesprächen mit den Sportlern. «Man ist immer direkt auf Augenhöhe. Man hat eine Connection und kann einfach mitempfinden.»

Aufmerksamkeit für den Randsport

Als Frau in der Sportwelt und besonders auf Social Media ist sie auch von negativen Kommentaren umgeben. «Wenn man über Frauen und Sport spricht, dann kommen oft Männer um die Ecke, die das kleinreden wollen. Ich habe früher vieles gelöscht, was unter der Gürtellinie ist. Doch mittlerweile hat sich das Ganze verändert.» Frommann hat sich verändert. «Ich nehme nun auch solche Kommentare, um der Person den Spiegel vorzuhalten, was in unserer Gesellschaft einfach falsch läuft.»

Der Sportjournalismus ist aktuell noch immer sehr von Männern geprägt. Doch Frommann hat noch ein weiteres Ziel: «Ich bin der Meinung, es braucht mehr Frauen im Sportjournalismus. Und ich hoffe, dass ich für sie ein Vorbild sein kann.»

Wie wichtig ist dir, dass Randsportarten mehr Sichtbarkeit bekommen?

Für die Fussball-WM berichtete Frommann übrigens für Magenta TV sechs Wochen aus den USA. Statt Randsportart also der populärste Sport der Welt. Für die junge Deutsche kein Widerspruch. «Aufmerksamkeit, die ich generiere, die ist dann hoffentlich auch Aufmerksamkeit für den Randsport.»

Und ebenfalls besonders: Frommann ist seit dieser Woche bei Sport-Streamingdienst Dyn Moderatorin. Beim BBL-Topspiel begrüsste sie die Zuschauer mit einem freshen Spruch: «Wenn ihr euch jetzt fragen solltet: ‹Wer ist die Dame denn? Die hab ich ja noch nie in meinem Leben gesehen?› Hi Leute! Mein Name ist Eleni Frommann und ich bin auch dabei.»

Sven Forster

Sven Forster (fss) arbeitet seit 2018 für 20 Minuten. Er ist seit Anfang 2024 als Blattmacher im Einsatz. Dazu leitet er seit September 2024 das Sportressort.

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