Xbox: Microsoft würfelt seine Spieleabteilung weiter durch
Microsofts Xbox-Umstrukturierungen gehen in die nächste Runde: Das Unternehmen streicht in seiner Spielesparte 268 weitere Stellen und legt mehrere Studios zusammen, teilte Xbox-Spielechef Matt Booty am Dienstag der Belegschaft mit. Das nächste „Halo“ entwickelt künftig Activision. Dem Studio Ninja Theory („Hellblade“) droht die Schließung.
In seinem Memo an die Xbox-Beschäftigten beschreibt Booty die Maßnahmen als weiteren Schritt des „Resets“, den Xbox-Chefin Asha Sharma im Sommer ausgerufen hatte. Die Stellen fallen bei Halo Studios, anderen hauseigenen Studios sowie im Management der Xbox Game Studios weg. Bereits im Juli hatte Microsoft 1600 Xbox-Stellen gestrichen und den Verkauf mehrerer Studios angekündigt. Bis Ende Juni 2027 sollen insgesamt 3200 Stellen gekürzt werden, etwa ein Fünftel der Xbox-Belegschaft.
Die neue Runde ist gemessen daran vergleichsweise klein, das Gesamtausmaß des Umbaus ist aber riesig: Seit Juli summieren sich die Streichungen auf knapp 1900 Stellen. Booty sieht die Restrukturierung trotzdem schon zu etwa drei Vierteln abgeschlossen, weil er die Studioverkäufe mitzählt.
„Halo“ wandert zu Activision
Den nächsten Teil der Shooter-Reihe soll bei Activision ein eigens aufgebautes Team entwickeln. Bei Halo Studios bleibt nur ein kleines Team übrig, das die Community und die veröffentlichten „Halo“-Spiele betreut. Activision übernimmt außerdem World's Edge („Age of Empires“) und Rare („Sea of Thieves“). Bethesda bekommt Obsidian, das gemeinsam mit Bethesda Game Studios ein neues „Fallout“ entwickeln soll. King übernimmt die Casual-Spiele von Microsoft. Die beiden „Forza“-Entwicklerstudios Playground Games und Turn 10 werden zusammengelegt, um sich weiterhin um „Forza“ und „Fable“ zu kümmern.
Booty begründet den Umbau mit den Marken des Unternehmens: „Das Ziel ist, unsere Marken und Spiele zu stärken, indem wir weniger Geschäftseinheiten betreiben, Teams zusammenführen, die ohnehin eng zusammenarbeiten, und unsere Publishing-Expertise bündeln.“
Das passt zur Strategie, die Sharma schon im Juni vorgegeben hatte: Fokus auf große Marken. „Wir sind die glücklichen Verwalter von Marken, die die Branche definieren und enormes Potenzial sowie große Nachfrage bei den Spielern haben, aber wir haben sie nicht ausreichend finanziert, um im Wettbewerb bestehen und gewinnen zu können“, schrieb die Xbox-Chefin in einem Memo zu ihren ersten 100 Tagen. Im Juli legte sie nach: Xbox sei nicht für jede Art von Studio das beste Zuhause, heißt es in einem weiteren Memo.
Wie das in der Praxis aussieht, lässt sich an Obsidian ablesen: Das Studio hat im Juli laut Bloomberg etwa ein Viertel seiner Belegschaft verloren und einen geplanten Nachfolger von „Avowed“ eingestampft. Stattdessen soll ein Team des Studios nun „Fallout“ entwickeln.
Kein Käufer für Ninja Theory
Für Ninja Theory sind laut Booty zwei separate Verhandlungen geplatzt. Microsoft will jetzt mit den Beschäftigten des „Hellblade“-Studios über eine mögliche Schließung beraten, sucht parallel aber weiter nach anderen Lösungen. Im Juli klang das noch anders: Damals schrieb Sharma, Ninja Theory habe sich mit neuen Eigentümern geeinigt, inklusive Finanzierung für die Fertigstellung von „Senua“. „Senua“, der dritte „Hellblade“-Teil, ist für 2027 angekündigt.
Undead Labs ist dagegen laut Booty zu ähnlichen Bedingungen wie Compulsion Games und Double Fine in die Unabhängigkeit gegangen. „State of Decay 3“ erscheint mit einem neuen Publisher, zum Release aber trotzdem im Game Pass. Wer dieser Publisher ist, geht aus dem Memo nicht hervor. Beim französischen Studio Arkane läuft das Konsultationsverfahren mit der Belegschaft noch bis Jahresende.
KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.