heise+ | Yamaha XSR 900 im Test: Ein Sportgerät, getarnt als Retro-Bike
Yamaha baute schon 1976 mit der XS 750 sein erstes Dreizylindermotorrad, stellte die Modellreihe allerdings fünf Jahre später nach der XS 850 ein. Erst 2013 belebte die Marke das Motorkonzept wieder, und zwar mit der MT-09 und landete einen Volltreffer. Inzwischen arbeitet der Triple mit 890 cm³ Hubraum in fünf verschiedenen Modellreihen. Fun fact: Der CP3-Motor hat überall dieselbe Leistung von 119 PS bei 10.000/min, egal ob im Tourer Tracer 9 oder im Supersportler R9 (Test). So auch im wunderschönen Retro-Bike XSR 900, das wir uns für einen gründlichen Test vorgenommen haben.
- Dreizylinder mit 87,5 kW und 93 Nm aus 890 cm³
- Gewicht vollgetankt 193 kg
- Stärken: Agiler, elastischer Motor, zielgenaue, stabile Straßenlage
- Schwächen: Straffe Fahrwerksabstimmung, Verbrauch
Die XSR 900 nimmt einige Design-Details der Yamaha FZR aus den 1980er-Jahren auf, gestaltet damit aber einen eigenen Stil. Ihr mächtiger Deltabox-Rahmen erinnert an die FZR-Modelle, ist allerdings unverständlicherweise schwarz lackiert und zeigt nicht das nackte Aluminium wie beim historischen Vorbild. Dafür trägt unser Test-Motorrad auf dem 14-Liter-Tank die damaligen Werksfarben Rot und Weiß.
Einen netten Gag erlauben sich die Designer bei der Sitzbank, deren Soziusabteil wie ein Rennhöcker geformt ist. Über mangelnde Polsterung kann sich die Sozia nicht beschweren. Das kleine LED-Rücklicht ist in voller Absicht dunkel getönt, weil es so unterhalb der Sitzbank fast unsichtbar bleibt, solange der Motor nicht läuft. Nicht ganz so genau nehmen es die Entwickler an der Front: Die frühen FZR-Modelle hatten alle einen Doppelscheinwerfer und keinen einzelnen Rundscheinwerfer.
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