Midterms in den USA: Die blaue Welle ist perfekt

Bei den Zwischenwahlen in den USA geht es nicht bloß um die Mehrheit im Kongress. Auch Gouverneure und Landesparlamente werden neu gewählt. Die US-Midterms im Liveticker.
Foto: Thomas Peipert/ap/dpa
Am 3. November finden in den USA Zwischenwahlen statt (engl.: „Midterms“). Hier entscheidet sich, ob US-Präsident Donald Trump weiterhin auf die Gefolgschaft von beiden Kammern des Kongresses zählen kann. Alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses und rund ein Drittel des Senats werden neu gewählt.
Doch es geht noch um mehr: 36 von 50 Gouverneursposten stehen zur Wahl, und in allen 50 Bundesstaaten werden die Landesparlamente neu gewählt. Aufgrund der verschiedenen US-Zeitzonen haben die ersten Wahllokale nach deutscher Zeit um 1 Uhr nachts geschlossen, die letzten schließen um 7 Uhr am Mittwochmorgen.
Derzeit sieht es tatsächlich nach einem „Bluenami“ aus. Aber bis die Mehrheitsverhältnisse wirklich feststehen, kann es bei engen Ergebnissen auch Tage dauern.
04.09 Uhr: Tsunami! Tsunami! Tsunami!
„Tsunami, Tsunami, Tsunami!“, brüllen die Kids vor den Fernsehern in der Metrobar in Washington DC als Annie Andrews den Senatssitz für South Carolina holt. Die Demokraten haben jetzt 2 Plätze im Senat dazugewonnen. Für eine Mehrheit brauchen sie noch zwei weitere. (fsch)
04.08 Uhr: Pizza für die blaue Welle
In der Metrobar im todsicher demokratisch wählenden Washington DC gibt es im Falle einer blauen Welle für alle eine Pizza um sonst. In einem alten U-Bahnwagon quetschen sich Millenials mit Baseballkappen und warten auf die Ergebnisse, die bei NPR auf einer Leinwand übertragen werden. Als die Demokratin Keisha Lance Bottoms als „projected Winner“ in Georgia verkündet wird, rastet die Menge aus.
Der klare Star des Abends: James Talarico, dessen Chancen im Senatsrennen in Texas immer größer werden. „Er ist ein Christ aber kein christlicher Nationalist“, sagt ein junger Mann mit Cowboyhut einem „I'm a Talafreako“-T-Shirt. Seinen Namen will er lieber nicht sagen, aus beruflichen Gründen. „Ich glaube, dass er das richtige für die Arbeiterklasse tun wird“, fügt er hinzu. (fsch)
04.06 Uhr: In New York schließen die Wahllokale
Hier in New York haben gerade die Wahllokale geschlossen. In Florida war die Wahl schon vor zwei Stunden zu Ende. In kaum einem Staat haben die Republikaner so aggressiv die Wahlbezirke neu gezogen, wie dort. Trotzdem haben Demokraten drei der vier neuen Wahldistrikte für das Repräsentantenhaus gewonnen, im vierten liegen sie vorne. Ähnliches wird für Texas und North Carolina erwartet. Es ist nicht einfach, die Schadenfreude zu unterdrücken. (sem)
04.01 Uhr: Historischer Sieg in Georgia
Die Demokratin Keisha Lance Bottoms gewinnt in Georgia und wird erste afroamerikanische Gouverneurin der USA. In Florida gewinnt der Republikaner Byron Davis, ebenfalls Afroamerikaner. Das sind zwei schwarze Gouverneure im tiefen Süden. (sem)
04.00 Uhr: Guten Morgen, guten Abend!
Ab jetzt verfolgen wir die US-Wahlnacht, vor Ort und am Rechner. In New York ist Sebastian Moll am Start, in Washington DC Hansjürgen Mai und Fabian Schroer, in Berlin hängt Bernd Pickert am Rechner, und Raoul Spada baut alles in den Ticker ein und verfolgt die Agenturen.
Zu diesem Zeitpunkt scheinen die Demokraten ihr erstes Ziel bereits erreicht zu haben: Sie werden das Repräsentantenhaus kontrollieren. Drei Sitze mussten sie den Republikanern nur abnehmen. Bislang sind es schon vier, und laut der fortlaufenden CNN-Rechnung liegen Demokratische Kandidaten in 59 weiteren bislang republikanischen Wahlkreisen vorne.
Um auch die Kontrolle des Senats zu übernehmen, müssen Demokraten den Republikanern mindestens 4 Sitze abnehmen und keinen verlieren. Einen haben sie bereits: North Carolina schickt den Demokraten Roy Cooper nach Washington.
Derzeit liegen die Demokraten überall vorne, wo sie sich Chancen auf Zugewinne ausgerechnet haben. Geht das auch nur ungefähr so aus, ist das heute nach tatsächlich ein „Bluenami“, ein Erdrutschsieg für die Demokraten.
Aber dafür ist es noch zu früh. (pkt)
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