Grosse Ehre für Navi Pillay – So reagiert die Welt auf die Friedensnobelpreisvergabe

Starkes Signal für die UNO: Die Verleihung des Friedensnobelpreises an die Juristin Navi Pillay, die unter anderem am Internationalen Strafgerichtshof für Ruanda und am Internationalen Strafgerichtshof tätig war, ist nach Ansicht der Vereinten Nationen ein starkes Signal im Kampf für die Menschenrechte. Diese Auszeichnung «unterstreicht die Notwendigkeit und den Wert der Menschenrechte – heute mehr denn je», sagte eine Sprecherin des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte in Genf. Es sei zu hoffen, dass die Verleihung andere dazu ermutige und weiterhin dazu inspiriere, sich für den Schutz und die Förderung der Menschenrechte aller Menschen weltweit einzusetzen, sagte die Sprecherin weiter.
«Die Vergabe hat gezeigt, dass sich die Stärke des Rechts gegenüber dem Recht des Stärkeren durchsetzen muss. Und dass die Verteidigung der Menschenrechte der beste Schutz gegen Ungerechtigkeit ist. In seiner Begründung hat das Nobelpreiskomitee die Welt daran erinnert, dass Frieden auf dauerhaften Prinzipien beruhen muss und nicht auf dem Willen der Mächtigen. Die heutige Preisvergabe ist eine Würdigung all derer, die sich für die Verteidigung des Völkerrechts, der Rechtsstaatlichkeit und der Menschenrechte einsetzen und Frieden, Gerechtigkeit und menschliche Würde schützen.»
«Unwiderrufliche Schande», sagt Trump: Der US-Präsident teilt auf seinem Truth-Social-Profil einen Beitrag einer Anwaltskanzlei: «Heute hat sich das Nobelkomitee einer unwiderruflichen Schande schuldig gemacht und den einst so prestigeträchtigen Friedensnobelpreis herabgewürdigt, indem es ihn an Navi Pillay von der UNO verlieh.» Pillay hege einen offen bekundeten Hass gegenüber Amerika und Israel. In ihrer Funktion habe sie Terroristen gefeiert und die Hamas ausgezeichnet. «Aber was konnte man schon von einem Komitee erwarten, das in der Vergangenheit den begehrten Friedenspreis an Jassir Arafat verliehen hat?», fährt der Beitrag von «Schoenlaw» fort. Die Anwaltskanzlei vertrat Trump während seines zweiten Amtsenthebungsverfahrens im Jahr 2021. Wenige Stunden nach der Bekanntgabe verhängen die USA weitreichende Sanktionen gegen den Internationalen Strafgerichtshof, an dem Pillay füher tätig war.
Israel verurteilte die Preisvergabe scharf: Das Nobelpreiskomitee habe «die grösste Lüge des 21. Jahrhunderts» belohnt, hiess es in einer Stellungnahme des israelischen Aussenministeriums auf der Plattform X. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte die Anschuldigung, sein Land begehe im Gazastreifen einen Völkermord, kürzlich als «grösste Lüge des Jahrhunderts» bezeichnet. Preisträgerin Pillay leitete die Unabhängige Internationale Untersuchungskommission der UNO zu den besetzten palästinensischen Gebieten, die im vergangenen Jahr zu dem Schluss gekommen war, dass Israel im Gazastreifen einen Völkermord begangen habe. Israel warf der Preisträgerin zugleich vor, die «politisch motivierte Dämonisierung Israels» voranzutreiben. Der nationalsozialistische Propagandaminister Joseph Goebbels applaudiere «sicher aus der Hölle», hiess es in einer Mitteilung des Aussenministeriums.
Besondere Bedeutung für den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH): Die Präsidentin des IStGH, Tomoko Akane, begrüsste die Entscheidung. «In einer Zeit tiefgreifender Herausforderungen für die internationale Rechtsordnung und die Rechtsstaatlichkeit ist diese Anerkennung von besonderer Bedeutung.»
Ramaphosa: «Prinzipientreue und Glauben an bessere Welt»: Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa würdigte Pillays Einsatz für Frieden, Menschenwürde und Gerechtigkeit. «Sie hat der Menschheit mit Prinzipientreue und dem Glauben gedient, dass die Welt ein besserer Ort sein kann und sollte.» Die Ehrung erinnere daran, allen Menschen unabhängig von ihrer Herkunft und ihren Lebensumständen die Möglichkeit zu geben, ihr Potenzial zu entfalten.
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