Jede vierte Leerkündigung geht auf sie zurück: Pensionskassen sind in Zürich die Abriss-Meister
Jede vierte Leerkündigung geht auf sie zurück
Pensionskassen sind in Zürich die Abriss-Meister
Wird in Zürich eine Wohnung abgerissen, ist die Chance gross, dass eine Pensionskasse dahintersteckt. Das zeigen neue Daten.
Publiziert: vor 6 Minuten
Darum gehts
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- Zürich: Pensionskassen reissen seit Anfang Jahr 235 Wohnungen ab
- Neue Mieten doppelt so hoch wie zuvor
- Pensionskassen besitzen 10 % des Wohnraums und verursachen 25 % der Abrisse
Janic UrechRedaktor Politik
Die Stadt Zürich wächst und mit ihr die Nachfrage nach Wohnraum. Gleichzeitig ist das Angebot knapp, dies prägt die politische Debatte in der einwohnerstärksten Gemeinde des Landes. Für zusätzlichen Wohnraum werden deshalb immer wieder ältere Liegenschaften durch Neubauten ersetzt – Blick berichtet regelmässig. Häufig steigen damit auch die Mieten. Eine Daten-Auswertung des Stadtzürcher Online-Magazins «Tsüri.ch» zeigt nun genauer, welche Rolle Pensionskassen bei solchen Ersatzneubauten spielen.
Seit Anfang Jahr haben die Pensionskassen in Zürich 235 Wohnungen dem Erdboden gleichgemacht. Das entspricht einem Viertel aller Wohnungsabbrüche in der Stadt – und dies, obwohl die Pensionskassen gerade mal einen Zehntel des Zürcher Wohnraums besitzen.
Wie rentabel solche Abbrüche und Neubauten für die Pensionskassen sein können, zeigt ein Beispielprojekt, auf das «Tsüri.ch» verweist: Während die bisherigen Bewohner einer Abbruch-Siedlung in Schwamendingen bisher 1000 Franken Miete bezahlten, werden die neuen Wohnungen für mehr als das doppelte angepriesen.
Renten für die einen, Aufschläge für die anderen
Die Auswertung zeigt weiter: Zürcher Abriss-Spitzenreiterin ist die Pensionskasse BVK, die unter anderem die berufliche Vorsorge für zahlreiche Angestellte des Kantons Zürich sicherstellt. Während sie für ihre Versicherten Renditen erwirtschaften muss, können Ersatzneubauten für die bisherigen Mieter folgenreich sein – gerade für Haushalte mit tiefen Einkommen.
Zu den Vorsorgeeinrichtungen, die laut den «Tsüri.ch»-Daten in grösserem Umfang Liegenschaften abreissen und ersetzen lassen, gehören auch die Credit Suisse Anlagestiftung, die Pensionskasse der Zürcher Kantonalbank und die Pensionskasse des deutschen Rüstungskonzerns Rheinmetall.
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