Trump in den 90er-Jahren – Schönheitsköniginnen, Schulden, Epstein: Trumps turbulente 1990er

Trumps Leben in den 1990er-Jahren war geprägt von Schulden, waghalsigen Investitionen und schönen Frauen. Er verkehrte in New Yorks High Society, unter anderem mit Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, und wusste sich schon damals zu inszenieren.
Die Podcastserie von SRF erzählt von Frauen, die in den 1990er-Jahren in ein gefährliches Milieu geraten, in dem superreiche Männer wie Jeffrey Epstein und Donald Trump die Fäden ziehen. Die Geschichten zeigen, wie Epstein die Branche nutzte. Wie Epsteins System funktionierte, zeigen auch die Recherchen von SRF Data, die bis in die Schweiz führen.
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1990–1992
Trump startet mit der Scheidung von seiner ersten Ehefrau Ivana Trump in das Jahrzehnt – und mit der Eröffnung des Mega-Casinos «Taj Mahal» in Atlantic City. Für das damals grösste Casino der Welt bezahlt er rund 1.1 Milliarden US-Dollar, finanziert durch hoch verzinste Anleihen. Die Eröffnung: eine Riesenshow mit Stargast Michael Jackson.
Doch Trump kann die Zinsen auf seinen Krediten nicht bezahlen. Im Juli 1991 meldet das Taj Mahal Konkurs an.
Auch seine beiden anderen Casinos in Atlantic City gehen kurz darauf konkurs. New Yorks Immobilienwerte stürzen aufgrund einer Rezession ab, Trumps Nettovermögen beträgt Null. Doch sein Imperium ist «too big to fail». Für die Banken kommt es günstiger, die Unternehmen weiterlaufen zu lassen, statt das geliehene Geld zu verlieren.
Donald Trump entging dem finanziellen Zusammenbruch vor allem deshalb, weil Banken und Gläubiger seine Schulden neu verhandelten, statt die Unternehmen scheitern zu lassen. Die Schulden wurden umstrukturiert: Beim «Taj Mahal»-Casino etwa erhielten Gläubiger Unternehmensanteile, während Trump einen Teil seiner Eigentümerschaft abgab. Die Banken akzeptierten neue Zahlungsbedingungen, um ihre Verluste möglichst gering zu halten.
1992 wird auch die Airline «Trump Shuttle», die nie profitabel war, an US Airways verkauft und für das prestigeträchtige Plaza Hotel in Manhattan ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Trump hatte das Luxushotel vier Jahre zuvor erworben. Er behält aber vorerst die Mehrheit der Anteile und die Rolle als CEO. Sich selbst stellt er weiterhin als geschickten Businessman dar.
1993–1995
Donald Trump heiratet die Schauspielerin Marla Maples, mit der er seine Ex-Frau Ivana Trump betrogen haben soll.
An der Hochzeit im Plaza Hotel ist auch der Multimillionär und Sexualstraftäter Jeffrey Epstein zu Gast. Trump war mindestens 15 Jahre lang mit Epstein befreundet und dessen Nachbar in Florida.
Trump umgibt sich oft und gern mit schönen Frauen: Er beteiligt sich an Schönheitswettbewerben, tritt teilweise als Veranstalter auf. 1993 findet der «American Dreams»‑Wettbewerb in Atlantic City statt, an dem auch die Schweizerin Béatrice Keul teilnimmt. Dort ist sie laut eigenen Aussagen auch Jeffrey Epstein begegnet.
Finanziell bleibt es schwierig: Laut der New York Times musste Trump 1995 Defizite von über 900 Millionen Dollar abschreiben. Im selben Jahr verkauft er die Mehrheit des Plaza Hotels. Ausserdem gründet er eine Aktiengesellschaft mit seinen Casinos und Hotels und geht damit an die Börse – der Börsengang lässt die Kasse klingeln, die Marke «Trump» kann er weiterhin schützen.
1995 findet die erste Fashionshow des Unterwäsche-Brands «Victoria's Secret» im Plaza Hotel statt. Leslie Wexner, der Eigentümer von Victoria's Secret, gilt als Mentor von Jeffrey Epstein und liess jahrelang sein Vermögen von ihm verwalten.
1996-1999
Trump baut sein Schönheitsimperium aus und kauft die Miss Universe Organisation, zu der die Wahlen zur «Miss USA», «Miss Universe» und «Miss Teen USA» gehören.
1998 lernt er das slowenische Model Melania Knauss kennen, die später seine dritte Ehefrau wird – und er lässt sich von Maples scheiden.
Auch die Immobiliengeschäfte baut er weiter aus: Etwa mit dem Kauf eines neuen Luxushotels in New York.
Ende der 1990er-Jahre denkt Trump erstmals öffentlich über eine Präsidentschaftskandidatur nach, für die Reform Party des texanischen Milliardärs Ross Perot. Das Vorhaben scheitert.
Und so kommt vor der Polit-Karriere eine TV-Karriere, die Trump genug Popularität weit über New Yorks Grenzen hinaus beschert. Dank der Reality-Show «The Apprentice» landet Trump ab 2004 in den US-amerikanischen Wohnzimmern. Die Sendung verschafft ihm das Image des erfolgreichen Geschäftsmanns, auf das er bei seiner Präsidentschaftskandidatur 2015/2016 zurückgreift.
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