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Friday, October 23, 2026

Kein Fahrer in Sicht: Absurde US-Misere geht trotz Formel-1-Boom ungebremst weiter

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Absurde US-Misere geht trotz Formel-1-Boom ungebremst weiter

23.10.2026 | 16:05 Uhr

Es hat lange gedauert, aber die Formel 1 boomt inzwischen auch in den USA. Im Fahrerfeld spiegelt sich das nicht wider. Und es spricht äußerst wenig dafür, dass ein US-Pilot bald wieder Gas gibt.

In gewisser Weise warten die Motorsport-Mächte USA und Italien seit 1978 auf einen Formel-1-Weltmeister. Damals eroberte Mario Andretti, 1940 noch im Königreich Italien geboren, die Fahrer-Krone. Weil Andretti aber unter US-Flagge fuhr, warten die Tifosi seit 1953, seit dem ikonischen Alberto Ascari auf einen italienischen Formel-1-Weltmeister. Diese unerhörte Durststrecke könnte schon diesen Sonntag enden - in Amerika.

Mercedes-Pilot Kimi Antonelli kann unter günstigen Umständen beim US-GP in Austin den Titel eintüten und sich zum jüngsten Formel-1-Champion der Geschichte krönen. Es muss einiges passieren, dass es so kommt, sein Silberpfeil-Rivale George Russell und der WM-Dritte Lewis Hamilton müssen einen GP des Grauens erleben. Aber über kurz oder lang wird die italienische Misere vorbei sein - anders als die der USA in Sachen Formel-1-Fahrer.

Zwar boomt die Rennsport-Königsklasse mittlerweile auch jenseits des Großen Teichs neben IndyCar und Nascar. Nirgends gibt es so viele Rennen wie in den USA, Miami, Austin und Las Vegas stehen für das typische US-Spektakel. Die Tourismus-Bosse Austins rechnen mit einer Hotelauslastung von 95 Prozent und rund einer Milliarde Dollar Wertschöpfung. An die 400.000 Fans dürften an den Circuit of the Americas pilgern. Wer nicht in Texas ist, kann das Rennen beim Tech-Giganten Apple schauen, der dem langjährigen F1-Sender ESPN für teuer Geld die TV-Rechte entrissen hat.

Zweite Liga statt Champions League

Eines aber sehen die Fans nicht: Einen US-Piloten in Rennaction. 2026 darf immerhin Colton Herta für den amerikanischen Rennstall Cadillac ein Freies Training bestreiten. Mehr aber ist nicht. Herta, viele Jahre in der IndyCar-Serie am Steuer, galt lange als möglicher US-Fahrer in der Formel 1. Doch selbst als Cadillac Anfang des Jahres als Werksteam von General Motors einstieg, holte der Rennstall mit dem Mexikaner Sergio Perez und Valtteri Bottas aus Finnland lieber zwei alte Hasen. Herta wechselte nach Ende seiner IndyCar-Zeit in die Formel 2. Zweite Liga statt Champions League.

"Ich habe tolle Erinnerungen an diese Strecke - der erste IndyCar-Sieg hier 2019 war ein großer Moment", sagte der 26-Jährige vor seinem Traininsgseinsatz: "Hier nun in ein Formel-1-Auto zu steigen, lässt den Kreis schließen." Die sogenannte Superlizenz des Weltverbandes FIA hat Herta allerdings nicht in der Tasche. Und ohne den F1-Lappen darf er auch keine Rennen fahren. Dabei hatte niemand geringeres als der große Mario Andretti seinen Landsmann vor fünf Jahren einst gepriesen: "Ich bin wirklich ein Fan von Colton. Er bleibt einfach ruhig und gelassen. Das liebe ich."

Amerika in der Formel 1 gut vertreten - nur ohne USA

In der Formel 2 ist er allerdings nicht wie erhofft durchgestartet. Statt den Unterbau als Sprungbrett zu nutzen, um doch noch den Sprung in die Formel 1 zu schaffen, dümpelt Herta auf Rang 19 der Meisterschaft herum. Kein Wunder, dass auch bei Haas kein Platz für die kommende Saison ist. Das zweite US-Team verpflichtete lieber den 21-jährigen Brasilianer Rafael Câmara. Mit Perez, Audi-Pilot Gabriel Bortoleto (ebenfalls aus Brasilien), Franco Colapinto (Argentinien/Alpine) und Câmara gibt es dann drei Piloten vom amerikanischen Kontinent in der Formel 1 - aber eben keinen US-Amerikaner.

Überhaupt gab es in diesem Jahrhundert nur zwei Stammfahrer aus den USA in der Formel 1: Scott Speed, der 2006 und 2007 für das damalige Toto-Rosso-Team fuhr und dann Sebastian Vettel weichen musste; und Logan Sargeant, den die Williams-Bosse 2024 während seiner zweiten Saison in Diensten des Traditionsteams feuerten. Speed und Sargeant - so gut das klang, so wenig wurde daraus. Es spricht wenig dafür, der Star-Spangled-Banner alsbald ins Fahrerfeld der Formel 1 zurückkehrt. Aber die Serie boomt in den USA auch ohne

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