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Tuesday, September 15, 2026

Neuauflage des Züri-Fäschts – Das neue Stadtfest wird zehn Kilometer lang

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Neuauflage des Züri-Fäschts Das neue Stadtfest wird zehn Kilometer lang

Das Zürcher Stadtfest findet 2029 in neuer Form am Fluss statt. Was der Anlass bietet – und worauf verzichtet wird.

Das Züri-Fäscht kehrt zurück, aber anders als gewohnt. Neu soll es an der Limmat und an der Sihl stattfinden – nicht mehr am See. Zum ersten Mal 2029.

Abendliche Festveranstaltung am Fluss mit bunten Lichtern und Menschen unter einem Zelt.
Legende: Laut Konzept der Zürcher Agentur Aroma wird das neue Züri-Fäscht so aussehen: Am Fluss statt am See, an vielen Orten statt an einem. Visualisierung: Aroma

Das «Flusskonzept» stammt von Böögg-Bauer Lukas Meier und seiner Agentur Aroma. Laut Konzept soll das Stadtfest künftig sieben Stadtkreise und fünfzehn Quartiere verbinden. «Es gibt nicht mehr die gebündelte Kernzone – sondern eine lange Perlenkette mit Highlights», sagte Lukas Meier vor den Medien.

Das Festgelände erstreckt sich über zehn Kilometer, von der Stadtgrenze Leimbach bis zur Stadtgrenze Höngg. Die Flüsse sollen zum «verbindenden Element» des Stadtfestes werden.

Das neue Team ist das alte

Die Trägerschaft des neuen Stadtfestes überträgt der Stadtrat dem Verein Zürcher Volksfeste. Präsidiert wird dieser von Alt-FDP-Gemeinderat Albert Leiser. Ebenfalls mit dabei ist Geschäftsführerin Jeannette Herzog. Schon früher organisierte der Verein das Züri-Fäscht.

Im Jahr 2023 hatte dieser allerdings die Zusammenarbeit mit der Stadt gekündigt. Als Gründe dafür nannten die Organisatoren etwa das Flugshow-Verbot, die Kritik am Feuerwerk, immer strengere Vorschriften zu Abfall und Recycling und die sinkende Akzeptanz in Politik und Bevölkerung für das grösste Volksfest der Schweiz.

OK-Präsident Albert Leiser sagte 2023 gegenüber SRF: «Auch die Gesellschaft will es nicht mehr. Dies und die Auflagen haben den Ausschlag dafür gegeben, dass man das Züri-Fäscht so nicht mehr weiterführen kann und darf.»

Seither gab es kein Züri-Fäscht mehr, obwohl dieses Jahr turnusgemäss ein «Züri-Fäscht-Jahr» gewesen wäre: Seit der ersten Ausgabe 1951 fand das grösste Volksfest der Schweiz in der Regel alle drei Jahre statt. Wegen der Coronapandemie fiel die Pause nach 2019 länger aus.

So hat sich das Züri-Fäscht seit 1951 entwickelt

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  • Bild 1 von 5. Am 600. Jahrestag des Beitritts des Kantons Zürich zur Eidgenossenschaft fand 1951 das erste Züri-Fäscht statt. Frauen und Männer in Trachten trugen einen Maibaum durch die Stadt. Bildquelle: KEYSTONE / PHOTOPRESS-ARCHIV / Str.

  • Bild 2 von 5. Eine Attraktion des ersten Züri-Fäschts 1951: Autoscooter. Bildquelle: KEYSTONE / PHOTOPRESS-ARCHIV / Str.

  • Bild 3 von 5. Das Züri-Fäscht mauserte sich zum Publikumsmagneten. Bei der Ausgabe 2007, vor fast 20 Jahren, zog es gegen zwei Millionen Besucherinnen und Besucher in die Innenstadt. Bildquelle: KEYSTONE / Steffen Schmidt.

  • Bild 4 von 5. Das Feuerwerk war eines der Highlights am Züri-Fäscht. Doch die Kritik wurde immer lauter (hier ein Bild von 2010). Bildquelle: KEYSTONE / Alessandro Della Bella.

  • Bild 5 von 5. So kam die letzte Ausgabe des Züri-Fäschts 2023 daher: mit dem von Lichtkünstler Gerry Hofstetter beleuchteten Grossmünster. Es zog 2.5 Millionen Menschen an. Bildquelle: KEYSTONE / Ennio Leanza.

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Auch das neue Stadtfest am Fluss soll wieder im Dreijahrestakt stattfinden. Unter welchem Namen, sei noch offen, sagte der neue Stadtpräsident Raphael Golta (SP) an der Medienkonferenz. Zum «Flusskonzept» sagte er: «Zürich besteht nicht nur aus Zentrum und See, sondern auch aus attraktiven Orten rund um unsere Flüsse.» Dies und die Chance, das Fest auf die Quartiere zu verteilen, habe den Stadtrat überzeugt.

Was wegfällt am neuen Stadtfest

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  • Bild 1 von 3. Eine Flugshow gab es bereits 2023 nicht mehr. Beim Fest 2019 flog die PC-7-Staffel noch über das Zürcher Seebecken. Bildquelle: Keystone / Walter Bieri.

  • Bild 2 von 3. Auch das Feuerwerk über dem Zürichsee – wie bei der letzten Ausgabe 2023 – gehört definitiv der Vergangenheit an. Bildquelle: KEYSTONE / Ennio Leanza.

  • Bild 3 von 3. Solche Bilder wollte der Stadtrat nicht mehr sehen: Berge von Abfall, die es jeweils gab. Bildquelle: KEYSTONE / Ennio Leanza.

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Jetzt müsse man auf das Detailkonzept warten. Dieses erarbeitet der Verein Zürcher Volksfeste. «Basierend darauf werden wir dem Parlament einen Vorschlag machen», sagte Raphael Golta. Die Stadt sei froh, dass sie mit dem Verein auf einen vertrauten Partner setzen könne. «So kommen wir am schnellsten zum Ziel.»

Albert Leiser, Präsident des Vereins Zürcher Volksfeste, sagte: «Ich bin hell begeistert von diesem Konzept, denn es bietet grosse Chancen.» Schöne Feste am Fluss könne man etwa in Amsterdam sehen.

Erste Reaktionen sind verhalten

Ein Kritiker des Züri-Fäschts war der Grüne Zürcher Stadtparlamentarier Urs Riklin. Zum neuen Konzept sagt er: «Ich freue mich, dass der Verein Zürcher Volksfeste motiviert ist, ein Stadtfest ohne Feuerwerk und ohne Flugshow zu organisieren.»

Wir sind froh, dass das Züri-Fäscht nicht mehr im Quartier ist.

Erleichtert gibt sich Felix Stocker, Präsident des Quartiervereins Zürich 1. Er sagt auf Anfrage von SRF: «Wir sind froh, dass das Züri-Fäscht nicht mehr im Quartier ist.»

FDP-Präsident und Gemeinderat Përparim Avdili sagt: «Der Festfunke ist bei mir noch nicht übergesprungen.» Es könne zwar durchaus ein «lässiges» Fest werden. Doch es gleiche eher einem erweiterten Quartierfest. Ein Ersatz für das Züri-Fäscht sei es weniger.

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