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Wednesday, October 21, 2026

UN-Bericht zur Klimakrise: Menschheit „gefährlich weit“ von 1,5 Grad entfernt

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Die Welt steuert auf 2,8 Grad Erderhitzung zu – mit schlimmen Folgen. Hitze tötet, Wälder brennen. Doch es bleibt Hoffnung für eine Rückkehr zu 1,5 Grad.

afp | Die Menschheit ist laut einem Bericht des UN-Umweltprogramms Unep „gefährlich weit“ vom Erreichen ihrer Klimaziele entfernt. Die gegenwärtigen nationalen Klimaschutzmaßnahmen seien völlig unzureichend und der weltweite Ausstoß von Treibhausgasen weiter „auf Rekordstand“, kritisierte UN-Generalsekretär António Guterres am Mittwoch anlässlich der Veröffentlichung des sogenannten Emissions Gap Report des Unep. Er ist eine deutliche Mahnung knapp drei Wochen vor der Weltklimakonferenz in Antalya (COP31).

Das Unep ermittelt in seinem Bericht alljährlich die Lücke zwischen den zu erwartenden Emissionen und den Werten, die für eine Erreichung der Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens notwendig wären.

Selbst wenn alle Staaten ihre neuesten Klimaschutzzusagen vollständig erfüllten, steuere die Erde bis 2100 auf eine folgenschwere Erwärmung um 2,6 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu, heißt es im neuesten Bericht. Angesichts des gegenwärtigen klimapolitischen Kurses der Staaten sei sogar mit einer Erwärmung um 2,8 Grad zu rechnen.

Vergangenes Jahr war der Bericht noch von einer Erderwärmung um 2,3 bis 2,5 Grad ausgegangen. Die internationale Gemeinschaft hatte sich im Pariser Abkommen von 2015 darauf verständigt, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, möglichst aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen.

„Konsequenzen sind jetzt schon zerstörerisch“

Guterres kritisierte nun, die Menschheit habe ihr Wort gebrochen. „Die Welt kann es nicht mehr verhindern, die 1,5-Grenze zu überschreiten, und die Konsequenzen sind jetzt schon zerstörerisch“, erklärte der UN-Generalsekretär. „Tödliche Überflutungen, brutale Hitzewellen, wütende Waldbrände, Todesfälle, gelähmte Volkswirtschaften, sich vertiefende Ungleichheiten und diejenigen, die am wenigsten verantwortlich sind, leiden am meisten“, schilderte Guterres die Folgen der Erderwärmung.

Der Klimawandel habe Auswirkungen auf jedes Land auf dem Planeten, die USA eingeschlossen, sagt Unep-Chefin Inger Andersen

Dennoch stiegen die Emissionen aus der Nutzung von Erdöl, Erdgas und Kohle, den größten Treibern der Klimakrise, 2025 im Vergleich zum Vorjahr weiter leicht an. Die Emissionen energieintensiver Sektoren wie Energieerzeugung und Verkehr wiesen „in die falsche Richtung“, heißt es in dem Unep-Bericht.

Seit der Industrialisierung hat sich die Erde bereits um etwa 1,4 Grad erwärmt. Klima-Wissenschaftler:innen warnen, dass jede minimale Erwärmung über 1,5 Grad hinaus das Risiko für unumkehrbare negative Folgen wie etwa das Absterben von Korallenriffen und das Schmelzen von Gletschern und Permafrostböden erhöht.

Guterres appellierte an die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20), die für drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, den Kampf gegen die Erderwärmung anzuführen. Laut dem Unep-Bericht hat sich der Ausblick insbesondere wegen des Ausstiegs der USA aus dem Pariser Klimaabkommen verschlechtert. Außerdem sei das Ausmaß der Emissionen der Vergangenheit nach oben korrigiert worden, erklärte Berichts-Ko-Autorin Anne Olhoff.

USA, Indonesien und China stießen mehr CO2 aus als 2024

Angesichts eines erhöhten Strombedarfs und eines vermehrten Rückgriffs auf Kohlekraftwerke stießen die USA dem Bericht zufolge vergangenes Jahr 133 Megatonnen an CO2-Äquivalent mehr Treibhausgase aus als im Vorjahr – ein Zuwachs, der die Anstiege jedes anderen Landes „bei weitem übertreffe“.

Unep-Chefin Inger Andersen kritisierte diesen Kurs. Schließlich habe der Klimawandel „Auswirkungen auf jedes Land auf dem Planeten, die USA eingeschlossen“. Außer den USA stießen insbesondere Indonesien und China 2025 mehr Emissionen aus als 2024. Einen Rückgang gab es in Indien, Russland und der Europäischen Union.

Laut dem Unep-Bericht besteht eine 50-prozentige Chance, dass der globale Temperaturanstieg bis 2100 wieder auf 1,5 Grad zurückgefahren werden kann. Dafür müsste er bis 2050 mit 1,8 Grad seinen Höhepunkt erreichen. Um die globalen Temperaturen weiter zu verringern, müsse die Menschheit der Atmosphäre dann große Mengen an Treibhausgasen entziehen – entweder durch Aufforstung oder technologische Methoden der CO2-Abscheidung.

Für das Szenario zurück zur 1,5-Grad-Grenze müssten die weltweiten Emissionen laut Unep bis 2035 jedes Jahr um jeweils rund sechs Prozent zurückgefahren werden. Nach heutigem Stand ist dies allerdings nicht realistisch.

Das Festhalten an der 1,5-Grenze wird voraussichtlich auch ein zentrales Thema der Weltklimakonferenz im türkischen Antalya sein. Die sogenannte COP31 beginnt am 9. November und dauert zwei Wochen.

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