Daily MaverickUNFIT FOR SERVICE?: Malema’s JSC future hangs in balance despite belated apologyESPN DeportesChiefs toma la cima y Seahawks cae dramáticamenteESPNFollow live: Ozzie Albies' RBI triple in the 6th gives Atlanta lead in Game 1RTP DesportoLíder da Liga Portuguesa prevê regresso das bebidas alcoólicas aos estádiosThe Jerusalem PostSource to 'Post': Israel on high alert, but no concrete intel. warning for attack before electionsColliderKiefer Sutherland Officially Confirms 'Young Guns 3': “The Script Is Amazing” [Exclusive]Football ItaliaItaly’s Raspadori sent back to Atalanta and will miss France and Turkiye games through injuryDigital SpyCoronation Street's Kevin and Ronnie to fear gun link after shock Jodie incidentBusiness AMNa gedwongen uitzetting van 87-jarige kondigt Spanje maatregelen tegen woningcrisis aanThe Hollywood ReporterGuy Raz Acquires Ownership of ‘How I Built This’ Podcast, Partners With Vox Media (Exclusive)RMF24Straż miejska będzie mogła więcej? Nowy bat na kierowców łamiących przepisySRF NewsKrieg im Nahen Osten – USA verhängen Sanktionen gegen Waffenbeschaffer für Iran
The Daily Newsstand · Free, Always
Tuesday, September 29, 2026

Pläne für Superreiche: Grüne wollen Millardäre ein bisschen zur Kasse bitten

Translate

Die Partei möchte Kapital ab 500 Millionen Euro mit einer Zusatzabgabe von 2 bis 4 Prozent belegen. Doch für die Union dürfte selbst das schwierig werden.

Hannes Koch

Eine Lösung für zwei Probleme: Hohe Vermögen ab 500 Millionen Euro wollen die Grünen mit einer zusätzlichen Steuer belegen. Das soll mehr Geld für Bund und Länder bringen – mindestens 20 Milliarden Euro pro Jahr. Außerdem könnte es der Gerechtigkeit dienen, denn heute wird Kapital oft viel niedriger besteuert als Arbeit.

Die Oppositionspartei im Bundestag nennt Reichtümer über 500 Millionen Euro „Extremvermögen“. Als pragmatisches Angebot an die Bundesregierung betrachten die grünen Finanzexperten Andreas Audretsch, Katharina Beck und Karoline Otte ihren Vorschlag, den sie am Dienstag vorstellten. Schließlich haben es Union und SPD mit einem unterfinanzierten Bundeshaushalt zu tun, in dem die Löcher schneller aufreißen, als sie sich stopfen lassen.

Summen über 500 Millionen Euro würden demnach mit einem Steuersatz von zwei Prozent besteuert. Ab 1 Milliarde Euro betrüge die Steuer 3 Prozent, 4 Prozent ab 10 Milliarden Euro Vermögen. Zwischen den Stufen stiege der Tarif linear an.

„Ein Arbeiter bei BMW zahlt fast doppelt so viele Steuern und Abgaben wie die BMW-Erbin Susanne Klatten“, sagt die Abgeordnete Otte und fragt: „In welcher verkehrten Welt ist das gerecht?“ Der Vorteil für hohe Vermögen rühre daher, dass diese in speziellen Verwaltungsgesellschaften lägen, in Finanzprodukte und Firmen investiert und deshalb niedrig besteuert würden. Nur den kleinsten Teil, erklären die Grünen, verwendeten die Reichen für private Ausgaben, wofür sie dann die normale Einkommensteuer entrichteten. Diese „Steuerlücke“ will man mit der neuen Vermögensteuer verringern.

Die Zinsen durch die Verschuldung drücken schon

Dem Konzept zufolge beträfe das in Deutschland „nur einige hundert Personen“. Der Mittelstand müsse sich keine Sorgen machen. Die Grünen setzen die Steuersätze mit 2 bis 4 Prozent unterhalb der Rendite an, die die BesitzerInnen normalerweise auf ihr Kapital erzielen. „Wir haben bei der Konzeption sehr darauf geschaut, dass es definitiv nicht an die unternehmerische Substanz geht“, sagt Katherina Beck. Ein Anlass für Steuerflucht bestehe deshalb nicht, auch für die Finanzierung von Start-ups entstünden keine Schwierigkeiten.

Die SPD und die Linke liebäugeln ebenfalls mit einer neuen Vermögensteuer, die seit Jahrzehnten hierzulande nicht erhoben wird. Weil CDU und CSU solche Avancen jedoch ablehnen, existiert momentan keine realistische politische Mehrheit im Bundestag.

Wobei die finanzpolitische Gesamtlage gezielte Erhöhungen der Einnahmen durchaus plausibel erscheinen lässt. Zwar verfügt die Regierung über enorme Summen, die sie in schuldenfinanzierte Investitionen steckt – dafür wurden Ausnahmen von der Schuldenbremse beschlossen. Gleichzeitig ist aber das Geld im Kernhaushalt knapp. Dort gilt die Schuldenbremse noch. Auch beginnen die Zinsen zu drücken, die für die umfangreiche Verschuldung zu zahlen sind.

Zusätzlich gibt es einen Haufen teurer Probleme. Die gesetzliche Krankenversicherung und die Pflegeversicherung geraten in die roten Zahlen. Eventuell braucht die Rentenversicherung höhere Zuschüsse oder muss die Leistungen kürzen und die Beiträge erhöhen. Schließlich steigen die Militärausgaben stark, weil die Regierung die Bundeswehr modernisiert und die von Russland angegriffene Ukraine unterstützt. Augenblicklich wird zwar der größere Teil davon mit neuen Schulden finanziert. Doch ewig geht das nicht so weiter, die Verteidigung muss dann wieder aus dem normalen Haushalt bezahlt werden. Auch angesichts dieser Aussichten weisen Fachleute öfters daraufhin, dass Deutschland große Vermögen geringer besteuert als vergleichbare Wirtschaftsnationen.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen

View the original on taz →

KioskNews shows a cleaned-up reading view extracted from the publisher’s page — the original always lives on their site, not ours.